Interview in der neuen „Freundin“

Ich habe heute einen kleinen Hinweis in eigener Sache: In der neuen Ausgabe der beliebten Zeitschrift „Freundin“ (15/2020) gibt es ein Interview mit mir zu lesen, in dem ich über mein Buch „Smiley. Herzchen. Hashtag. Zwischenmenschliche Kommunikation im Zeitalter von Facebook, WhatsApp, Instagram @ Co.“ erzähle und erkläre, wie man am besten digital kommuniziert, wo die Gefahren liegen und was man beachten sollte, um die „zwischenmenschliche Nähe“ auch im digitalen Zeitalter nicht zu verlieren.

ZEIT über den Generationenkampf bei der taz

Hannah Knuth schreibt bei ZEIT online das m.E. Plausibelste, was zum taz-Skandal bis jetzt kommentiert wurde:

„In der taz geht es nun um die Frage, wie radikal das Blatt sein soll und wie es sein Linkssein definiert: als eines, das das System verändern – oder es verteidigen will. In der Redaktion gibt es eine Spaltung zwischen denjenigen, die ihre Republik im Kampf gegen die Trumps und Bolsonaros dieser Welt als schützenswert erachten. Und denen, meist Jüngeren, die mit dem Staat so viel nicht anfangen können. Die auch deshalb wenig mit ihm verbinden, weil sie in diesem Land wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen gemacht haben.

[…]

Die Jungen begreifen die andere Gruppe, die meist älteren und männlichen Redakteure, als mächtig und privilegiert, qua ihrer Herkunft, aber auch, weil viele von ihnen im Haus Führungsposten innehaben. Die Gemäßigten hingegen begreifen die ‚jungen Querulanten‘ als mächtig, weil sie als starkes digitales Aushängeschild der Zeitung an Einfluss gewännen.“

Laptop, Internet und Yogamatte gehen jetzt auch bei mir gemeinsame Wege

Nun ist der Yoga also auch im digitalen Zeitalter angekommen.

Online-Yoga,

  • live,
  • ohne Aufzeichnung,
  • zu einer festen Zeit,
  • in einer kleinen geschützten Gruppe,
  • die vor dem Kursstart miteinander schnattert,
  • mit einer Lehrenden, die schaut, ob die Teilnehmenden die Übungen korrekt ausführen und auf sie eingeht, wenn sie Anleitung brauchen, oder die Handgelenke vom herabschauenden Hund schmerzen,
  • eine tolle Gruppe, die gemeinsam Mantras singt und sich berühren lässt, wenn ich als Lehrenden Gitarre spiele,

schafft Gemeinschaftsgefühl, Nähe und Entspannung über den digitalen Raum.

Der Yoga lebt von der Persönlichkeit der Yogalehrenden und dem Vertrauen, das die Teilnehmenden sich selbst und auch dem/der Yogalehrenden entgegenbringen. Immerhin sind die Entspannung von Körper und Geist wichtige Ziele des Yoga und für viele initial der Grund mindestens einmal pro Woche ins Yoga-Studio zu gehen. Aus diesem Grund ist die Beziehung zwischen Teilnehmenden und Yogalehrenden zwar nicht unbedingt eine private, aber doch eine persönliche.

Nun konnten wir eine Zeit lang nicht analog zusammen Yoga machen. Ich und viele andere Yogalehrende boten ihre Kurse gezwungenermaßen online an.

Wie kann das digital funktionieren mit der Persönlichkeit?

Für mich funktioniert das sehr gut. Ich habe so viel Emotion, Herzwärme und Sensitivität zum Weitertransport über Zoom in mir, dass ebenso herzwarme Menschen tiefe Entspannung und Heilung in meinen Online-Kursen finden.

Viele berichten, dass sie zu Hause tiefer entspannen können und auch länger, weil sie nicht noch nach Hause fahren und dort wieder ankommen müssen. Sie können nach der Yoga-Praxis gleich in Meditations- und Rumlümmel-Stimmung verweilen, Körper und Geist so länger und nachhaltiger regenerieren und spüren die Effekte dieser Erholungsphase über Tage.

Andere berichten, dass es ihnen schwerer fällt zu Hause zur Ruhe zu kommen, weil das Abschalten schwerer fällt als im Yoga-Studio-Kontext.

Ganz klassische klassische und operante Konditionierungen, die wir zu festen Verhaltens-, Denk- und Glaubensmustern haben heranreifen lassen. Das Zu Hause ist (noch) mit Denken und Arbeiten verbunden, weil wir von der Arbeit nicht abschalten können und das obwohl der Arbeitsort in der Regel ein anderer ist.

‚Zu Hause‘ sollte DER Rückzugsort, der Ort der Regeneration und Entspannung sein. Wer zu Hause geistig und körperlich nicht zur Ruhe kommt, kann nicht regenerieren und baut mit der Zeit chronische körperliche und geistige Anspannungen auf, die Körper und Geist, zusätzlich zum Alltags-Input, unter Druck setzen und in der Summe und auf Dauer krank machen.

Im Yoga sagt man zur Verbildlichung der Gedanken, welche z.B. auch zu Hause noch um die Arbeit kreisen und uns nicht abschalten lassen, gerne: ‚die Affen im Kopf, welche von Schaukel zu Schaukel springen, geben keine Ruhe‘ oder ‚the monkey mind‘.

Ich gehörte auch in diese Kategorie. Wenn mein Stresslevel hoch genug ist, gehöre ich auch nach wie vor immer wieder mal in diese Kategorie, so auch im Shutdown-Home Office.

Ich habe über viele Jahre, mich konsequent beobachtend, Strategien entwickelt, die mich bei der Trennung von Arbeit und Freizeit unterstützen. Ich beobachte weiter sehr genau, wann und wie meine geliebten Neuronen, auf der Grundlage des Leistungsgedankens, der Annahme das Arbeit irgendwie was Anstrengendes ist und mit ein bisschen Sorge im Nacken, wieder neue Türen in den Stress aufmachen. Ich beobachte und entscheide auch was mein Körper und mein Geist dann brauchen. Ich arbeite mit neuen gesunden Routinen, vor allem regelmäßiger Meditation, verschiedenen wohltuenden Reizen, z.B. durch ätherische Öle und Affirmationen so liebevoll, wertschätzend, erlaubend, geduldig und nährend wie (mit Stresslevel eben) möglich gegen den Stress und seine eigentlichen Ursachen an.

Online-Yoga ist für solche Beobachtungen eine ideale Gelegenheit. Es bietet eine riesige Chance gesunde Verhaltens- und Denkweisen in den Alltag, in die ‚zu Hause-Routinen‘ einzubauen und zu lernen, Gedanken über die Arbeit so in den Griff zu bekommen, dass sie die eigentlichen Erholungsphasen nicht stören.

Ich freu mich sehr, neben einigen Präsenzkursen, auch online weiterzumachen. Ich freue mich riesig auf meine Teilnehmenden von überall her; aus Magdeburg, aus der Hauptstadt und ganz verschiedenen Orten in Norddeutschland und sogar der Schweiz.

Damit unser aller Augen von der vielen Bildschirmarbeit nicht noch weiter ermüden, habe ich auch immer wieder Übungen zur Reinigung, Kräftigung und Entspannung der Augen dabei, die jede/r Home-Office- oder Digitalisierungsgeplagte super auch in den Alltag integrieren kann… 

Corona-Müdigkeit II

Vor ca. 4 Monaten — wie die Zeit vergeht … — schrieb ich bereits von einer gewissen Corona-Müdigkeit, die ich damals vor allem auf den medialen Lärm bezog. Das hat sich mittlerweile gelegt — bzw. habe ich mich daran gewöhnt — und eine Weile konnte ich das Thema gut verdrängen bzw. mich zuletzt auch vorsichtig wieder nach draußen wagen. Schön mit Mundschutz und Abstand halten. Da aber viele Leute eben keinen konsequenten Abstand mehr einhalten, macht mich das ziemlich nervös. Ich bin zwar keine „Risikogruppe“, aber trotzdem möchte ich weder krank werden noch unerkannt andere Leute anstecken. Die Stadt Magdeburg, die in den ersten Monaten von Corona ziemlich verschont geblieben war, erlebt seit einigen Tagen einen relativ hohen Anstieg der Fallzahlen und das macht mich erst wieder besorgter und dann sehr müde.

Ein wenig betrifft das auch das Über/Strom-Blog, insofern ich viele Themen, die in den letzten Tagen interessant gewesen wären (die Vorgänge in den USA bzw. Fragen des Rassismus in Bezug auf Digitalisierung, KI, usw.; die Corona-Warn-App, u.a.), eher habe an mir vorbeiziehen lassen statt die Möglichkeit zu nutzen, zumindest mal einige lesenswerte Beiträge anderer Menschen zu verlinken. Stattdessen bin ich im Home Office, davor oder danach bastle ich am nächsten Buch, oder schreibe Handbücher für Flugsimulations-Addons, oder programmiere dazu was, oder lese Bücher, und dann geht der Tag von vorne los.

Ich müsste eigentlich raus, um diesen Kreis zu durchbrechen, wegfahren, gerne nach Berlin oder mal wieder nach Wien, große Stadt, Museen, Kultur, aber dafür ist meine Corona-Sorge dann halt gerade zu groß.

Cookies und WordPress.com

Seit ein paar Tagen klebt an der rechten Seite unserer Zeitschrift eine ausführliche Cookie-Warnung — seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs, dass Website-Betreiber*innen vor dem Setzen von Cookies die explizite Einwilligung der Website-Besucher*innen einholen müssen, und zwar nach Cookie-Verwendungszweck gesondert — also z.B. technisch notwendige Cookies, Cookies zu Analysezwecken, Cookies zu Werbezwecken und so weiter. WordPress.com, das wir für Über/Strom als technische Plattform nutzen, bietet so eine Auswahlmöglichkeit derzeit nicht an. Das „Cookie-Widget“ ist lediglich ein Banner, das mit einem Button weggeklickt werden kann, aber eine explizite Einwilligung vor dem Setzen von Cookies wird damit nicht eingeholt.

Damit ist diese Website hier gerade nicht legal nutzbar. Das Problem ist, dass WordPress.com eine Blogging-Plattform ist, bei der ich bestimmte festgelegte Pakete buchen und bezahlen kann, aber keinen direkten Einfluss auf die Nutzung von Cookies durch WordPress.com selbst habe. Zurzeit nutze ich den „Premium“-Vertrag, wo ich 8 USD pro Monat an WordPress bezahle. Um eine rechtskonforme Cookie-Umsetzung zu haben, könnte ich eventuell auf den „Business“-Plan für 23 USD pro Monat umstellen, der das Installieren eigener Plugins erlaubt — wie etwa Borlabs Cookie, ab 39 EUR , oder Complianz, ab 55 USD, oder Cookiebot (kostenlos für Domains mit weniger als 100 Seiten, danach gestaffelt). Ob diese Plugins mit WordPress.com wirklich funktionieren, oder nur mit einer eigenen Installation der WordPress-Software auf eigenem Webspace, weiß ich noch nicht.

Jedenfalls denke ich, dass WordPress.com selbst für die von ihnen genutzten Cookies die entsprechenden Einwilligungen einholen sollte — d.h. die entsprechenden Auswahlfelder und Dialoge anzeigen. Ich stehe deshalb seit einigen Tagen in Austausch mit deren Kundensupport-Team, wobei ich erstmal dabei bin, anhand englischsprachiger Artikel zu der BGH-Entscheidung (zum Beispiel hier) zu belegen, dass dieses Problem wirklich besteht. Ich hoffe, dass das zu einer Lösung führt. Das Cookie-Banner, das WordPress.com aktuell anzeigt, ist keine Lösung. Und ich habe keine Lust, Opfer irgendwelcher Abmahnanwaltskanzleien zu werden. Schlimmstenfalls muss Über/Strom von WordPress.com woanders hin umziehen, was natürlich die mühsam aufgebaute Leser*innenschaft kaputt macht.