600.359+ Zeichen Flugsimulation

Seit 2020 schreibe ich an einem Buch über Flugsimulation, das in meiner Vorstellung sozusagen das ultimative deutschsprachige Handbuch zum Thema werden soll – Flugsimulation als Hobby vom ersten Schnupperflug bis zu großen Passagierflugzeugen. Anlass war damals natürlich das Erscheinen des Microsoft Flight Simulators 2020, aber ich widme mich gleichberechtigt auch X-Plane, AeroflyFS und dem Open-Source-Simulator FlightGear.

Irgendwelche „meiner ist besser als deiner“-Kämpfe sind mir fremd. Man kann mit allen ‚Schreibtisch‘-Simulatoren mehr oder weniger plausibel bestimmte Aspekte des Fliegens simulieren, aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn man nur ‚fliegen spielt‘ statt es total ernst zu nehmen. Und wenn man es ernst nimmt, muss man sich trotzdem bewusst sein, dass das Fluggefühl – wie es körperlich und leiblich (im phänomenologischen Sinne) wahrnehmbar ist – mit keiner dieser Simulationen richtig zu erfassen ist (auch nicht mit Virtual Reality, das kann sogar eher täuschen). Als offizielles Trainingsgerät ist im Normalzustand (d.h. ohne Einbettung in spezielle Hardware und besondere Einzelfall-Zertifizierung) auch keiner zugelassen.

Geeignet sind Simulationen für den ‚Hausgebrauch‘, um zu verstehen, warum ein Flugzeug fliegt, wie Navigation funktioniert (in aktuellen Simulatoren aufgrund sehr realistischer Optik auch nach Sichtflugregeln), wie Flüge geplant werden, wie technische Systeme im Flugzeug zusammenwirken und wie bestimmte Abläufe und Verfahren funktionieren. Im Prinzip eine tolle, anschauliche Ergänzung zu einem Theoriekurs! Im FS MAGAZIN, für das ich regelmäßig schreibe [@Bert, falls du mitliest: Ja, deine Artikel kommen ;P ] sowie in zwei dicken und sehr schönen GameStar-Sonderheften zur Flugsimulation, an denen ich 2020 und 2021 maßgeblich mitgearbeitet habe, kann man schon viel zu solchen Grundlagen lesen, aber halt nur relativ knapp oder (in den GS-Heften) auf den Microsoft Flight Simulator 2020 bezogen. Das Buch ist grundsätzlicher.

In das Buch fließen auch meine eigenen Erfahrungen aus meinen echten Ultraleicht-Flugstunden mit der Comco-Ikarus C42 ein. Ich schreibe im Kapitel 18 (wo es um echtes Fliegen als Ergänzung zur oder nächsten Schritt nach der Simulation geht) auch über die Flugangst, wegen der ich damals überhaupt erst mit Flugstunden begonnen hatte. Da ich mit dem echten Fliegen aber vorwiegend des Geldes wegen im letzten Herbst erst mal aufhören musste (wie ich hier schon mal kurz erwähnte), habe ich da das damals schon zu knapp 70% fertige Manuskript nur noch aus dem Augenwinkel angeschaut – ganz im Sinne des „Hochstapler-Syndroms“ (Impostor Syndrome), das da höhnisch über mein ‚Scheitern‘ grinsend um die Ecke lugte.

Aber mittlerweile habe ich meine Trauerphase [halbwegs] überwunden [Trauerphase? Ja. Nachdem ich mit der Flugangst endlich klargekommen war und mich sicher fühlte, war das nun ein geradezu leiblich spürbarer Verlust an Bewegungsfreiheit] und so auch wieder Spaß an Flugsimulation; bin außerdem optimistisch, dass ich irgendwann auch wieder in der echten Welt fliegen werde; und bin nun seit ca. 3-4 Wochen in einer Art ‚Schreibwahn‘, um das Buch endlich zu beenden [damit ich danach und nach einem für Mai anstehenden Aufsatz zu Politik und Spiel dann endlich das Projekt „Privileg des Analogen“ fortsetzen kann].

Zurzeit arbeite ich am Flugsimulationsbuch in jeder freien Minute und meist bis spät nachts. Und so ist das Manuskript mit zurzeit 380 Seiten mittlerweile umfangreicher als damals meine Dissertation war – und damit mein bisher längstes Werk.

Und die 400 Seiten kriege ich auch noch voll.

Veröffentlicht von

Dr. Mario Donick

Digitalisierung / Kommunikationsanalyse / Technikvertrauen / Softwaretransparenz

3 Gedanken zu „600.359+ Zeichen Flugsimulation“

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