Fehlende Bilder

Das Jahr 2022 beginne ich mit einer Notiz in eigener Sache: Aus Finanzierungsgründen (knapp 30 EUR / Monat für den Business-Tarif haben sich für diese Website nicht wirklich gelohnt) habe ich das WordPress.com-Abo auf eine günstigere Variante umgestellt. Dabei kam es leider zu ganz ‚interessanten‘ Datenbankverwerfungen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Beiträge nicht mehr im WordPress-Reader erscheinen.

Zunächst: Alle Postings sind weiterhin vorhanden. Aber: Irgendwelche Uralt-Entwürfe waren nach dem Downgrade wieder da, während gleichzeitig diverse Fotos und Bilder, die im Laufe des letzten Jahres hochgeladen wurden, scheinbar willkürlich gelöscht sind. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass das Downgrade von Business nicht auf das nächstniedrige Premium erfolgte (was genug Speicherplatz geboten hätte), sondern auf Free, was nicht genug Speicher für Bilder bietet. Scheinbar wurden deshalb nach irgendeinem mir nicht ersichtlichem Prinzip Bilder gelöscht. Das darauf folgende Upgrade von Free auf Premium hat sie nicht wiederhergestellt.

Das bedeutet, dass Sie beim Stöbern durch die Seite möglicherweise auf Beiträge stoßen werden, bei denen Bilder fehlen. Das tut mir leid. Mir war nicht bewusst, dass das passieren würde. Sofern möglich, versuche ich wichtige Bilder zu rekonstruieren, da ich sowieso vorhabe, jeden einzelnen Beitrag durchzugehen, aber wenn das zu viel Aufwand macht, kann es sein, dass ich das zumindest bei meinen eigenen Texten auch einfach lasse.

Durchgehen will ich die Beiträge übrigens, um sie, was das Gendern angeht, kompatibler zu Screenreadern zu machen. Weder das Sternchen noch der Doppelpunkt werden dafür von Verbänden wie dem DBSV als geeignet angesehen. Je nach Typ oder Konfiguration eines Screenreaders funktionieren Sternchen und Doppelpunkt mal, aber mal auch nicht.

Daher möchte ich künftig und rückwirkend die Formulierungen an sich genderneutraler gestalten, anstatt einfach die Wörter durch Sonderzeichen anzupassen. Also zum Beispiel im Kontext von Literatur kein „Autor*innen“ mehr verwenden, sondern etwa „Menschen, die beruflich schreiben“ oder „Personen, die Sachbücher verfassen“ oder „Menschen, die Romane veröffentlichen“ — so in dem Sinne. Oder wenn es um die Teilnahme an einer Veranstaltung ginge, kein „… hatte so und so viel Teilnehmer*innen“ mehr, sondern „so und so viel Menschen nahmen teil“. Die Sätze werden dadurch eventuell etwas länger werden, und es wird auch eine ganze Weile dauern, bis ich alles seit 2019 angepasst habe, aber ich denke, dass das inklusiver ist als bisher. Feedback gerne.

Update zu den Bildern: Die Bilder sind scheinbar nicht gelöscht, sondern noch vorhanden, aber teilweise unter völlig falschem Datum in der Mediathek hinterlegt und scheinbar auch anderer URL. Aber immerhin kann ich es so doch einfacher rekonstruieren.

„Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ von Kathrin Marter jetzt erhältlich (Über/Strom-Buchreihe, Band 3)

Der dritte Band unserer Buchreihe ist endlich erhältlich, sowohl als gedrucktes Buch als auch als e-Book. In „Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ zeigt Über/Strom-Autorin, Verhaltensneurobiologin, Yoga-Lehrerin und Coach Dr.in Kathrin Marter, was digitaler Stress mit uns macht und wie wir damit umgehen können. Hier einmal die Verlagsbeschreibung:

Viele Menschen nutzen täglich die Vorteile des digitalen Zeitalters: wenn sie mal eben ihr Zugticket mit dem Smartphone buchen, sich von ebendiesem zum vereinbarten Treffpunkt navigieren lassen und dann per Textnachricht erfahren, dass die werten Kolleg*innen ein paar Minuten zu spät kommen, der Tisch im Restaurant online schon reserviert wurde und das „Tisch-Ticket“ per QR-Code gleich mitsenden. Viele Menschen erfahren sich bei aller Erleichterung zunehmend reizüberflutet, überfordert und in der Folge gestresst.

Buchumschlag "Du bist, was Dich stresst!" von Kathrin Marter
Cover von „Du bist, was Dich stresst!“

Der Begriff und Zustand „Stress“ (heutzutage im Sprachjargon als diffus definierter Normalzustand verankert und schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen) ist allerdings tatsächlich ein Zustand, der vielfältigen Leidensdruck verursacht und krank macht.

Die Autorin unterstützt allgemeinverständlich, anschaulich sowie naturwissenschaftlich und psychologisch fundiert bei der Auseinandersetzung mit Stress, Stressoren und Prozessen der Langzeitgedächtnisbildung. Letztere sind nicht unwesentlich an unserem chronischen Stresslevel beteiligt. Langzeitgedächtnisse, die, häufig schon in der Kindheit geformt, starke negative Glaubenssätze beinhalten. Diese negativen Glaubenssätze erfahren durch die Herausforderungen der digitalen Welt permanente Verstärkung und begünstigen dadurch chronischen Stress – mit seinen für viele Menschen spürbaren Folgen.

Das Buch lädt ein, klärt auf und gibt fundierte, anschauliche und handlungsorientierte Ansätze zur Selbstreflexion und Entwicklung einer gesunden Handlungskompetenz gegenüber dem eigenen Stresslevel, folglich der eigenen Gesundheit und dem eigenen Glück.

Die Autorin Frau Dr.in rer. nat. Kathrin Marter ist promovierte Verhaltensneurobiologin, systemische Coach, Wissenschaftsautorin, Dozentin, Pädagogin, Yogalehrerin und Trainerin. Als Wissenschaftlerin hat sie die psychologischen, neuro- und verhaltensbiologischen und molekularen Grundlagen von Verhalten, Lernen und Gedächtnis erforscht. Heute bringt sie ihr ganzheitliches Expertinnenwissen über Lernen und Gedächtnis, Gesundheit und Krankheit sowie Verhaltensänderungen in Lernumgebungen, beratenden Settings und der Gesundheitsbranche erfolgreich in die praktische Anwendung.

Retro, aber kein altes Eisen: KC85-Entwicklung heute. Interview mit Mario Leubner

Über nostalgische Retro-Computer-Erfahrungen habe ich in Bezug auf Textverarbeitung schon hier und hier berichtet; letztes Jahr schrieb ich bei VSG.de außerdem einen Artikel über Retro-Programmiererlebnisse. Da ich in Ostdeutschland groß geworden bin, ist mein Bezugspunkt da nicht der bekannte Commodore C64, sondern der Kleincomputer KC85/3. Aber der KC und seine Software werden immer noch weiterentwickelt — auch 30 Jahre nach der Wende. Im Umfeld des KC-Clubs und des KC-Labors entstehen neue Betriebsssystem-Varianten, die mittlerweile auch Festplatten und USB-Sticks unterstützen, sowie Hardware-Zusatzmodule, mit denen sich u.a. Musik abspielen oder manche Internetdienste nutzen lassen. In den letzten Wochen habe ich zu dieser Thematik mit einem der aktivsten heutigen KC-Entwickler, Mario Leubner, ein E-Mail-Interview geführt.

Der KC85/4 war der letzte offiziell produzierte KC85 in der DDR. Inoffiziell wurde er in den KC85/5 weiterentwickelt. (Bild: Wikipedia)

Kannst du kurz sagen, wer du bist und warum du dich auch im Jahr 2022 (!) immer noch aktiv mit der Verbesserung des KC-Systems beschäftigst?

Die Computer haben mich bereits in den 1980er Jahren fasziniert. Damals habe ich mir die Radio-Sendungen von Prof. Dr. Horst Völz und Dr. Joachim Baumann auf Radio DDR II oder Jugendradio DT64 reingezogen und teilweise auch mitgeschnitten sowie sämtliches Begleitmaterial zu den Sendungen zuschicken lassen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal einen KC. Die waren anfangs ja gar nicht zu bekommen und dann ziemlich teuer. Erst als sie von 4.600 (Ost-)Mark auf 2.150 Mark gesenkt worden sind, habe ich mir meinen KC85/4 gekauft.

Wie alt warst du damals denn?

Damals war ich 25.

Worin besteht heute die Faszination?

Was mich bis heute an dem KC85-System reizt, ist die universelle Erweiterbarkeit mit Modulen. Damit kann man einfach fast alles realisieren. Auch Sachen, die früher überhaupt nicht denkbar waren wie USB, Netzwerk oder Festplatte. Und dann kann ich sagen, dass ich inzwischen beim KC fast jedes Bit persönlich kenne 😉 und weiß, wofür es da ist.

Heutige Computer haben Taktfrequenzen im GHz-Bereich und riesige Speicherkapazitäten. So ein KC85 mit seinen 1,77 MHz Taktfrequenz, dem 8 Bit-Prozessor und 64 K Adressraum liegt davon Welten entfernt. Und dennoch kann man auf diesen alten Kisten wunderbare Sachen machen.

Das ist eben ein Hobby und das soll es auch bleiben, solange es mir Spaß macht.

Gerade du hast ja wirklich sehr viel gemacht: signifikante Updates für Betriebssysteme, Tools oder auch WordPro 6. Bist du mehr der Programmierer oder bastelst du auch an Hardware rum?

Eigentlich bin ich mehr der Programmierer. Ich mache aber auch gern einmal etwas Hardware. Denn beides gehört ja irgendwie zusammen. Was nützt das USB-Modul ohne dazugehörige Software?

WordPro 7 von Mario Leubner wird in Kürze veröffentlicht. Es ist ein Update von WordPro 6 (bis 2007) und eine umfangreiche Weiterentwicklung des originalen WordPro ’86 von Klaus und Stefan Schlenzig, dessen kompletter Quelltext ursprünglich in Buchform zum Abtippen vertrieben wurde.

Auf welches deiner Projekte bist du am meisten stolz und warum?

Das kann ich so nicht beantworten. Manchmal sind es auch kleine Dinge, die einem Freude bereiten.

Wirklich gut gelungen finde ich zum Beispiel die Treiberverwaltung im Grundgerät, während im D004/D008 das Betriebssystem CP/M läuft oder auch die Device-Umschaltung zwischen Kassette, Diskette oder USB seit CAOS 4.7.

CAOS 4.8 ist die neueste, 2021 erschienene, Version eines Betriebssystems aus den 1980ern. Im Emulator JKCEMU können neue Features wie Festplatten- und USB-Unterstützung auch ohne echten KC ausprobiert werden.

Neue Möglichkeiten

Dieses „CAOS“ ist das Betriebssystem des KC85 und steht eigentlich für kassettengestütztes Betriebssystem (Cassette Aided Operation System) – auch wenn mittlerweile die von dir erwähnten anderen Speichermedien unterstützt werden. Mit deiner im September 2021 veröffentlichten Version 4.8 (letztes Update: 01.01.2022) dürfte CAOS wohl auch eines der ältesten noch aktiv weiterentwickelten Betriebssysteme sein. Und die Textverarbeitung WordPro (bald Version 7) ist eine der ältesten noch aktiv entwickelten Anwendungen. Wird der KC85 denn noch für Alltagsaufgaben genutzt, die nichts mit KC-Entwicklung zu tun haben (schreiben, verwalten, Berechnungen durchführen)? Oder ist es halt vorwiegend der Spaß am Basteln und Ausreizen bzw. Erweitern der Möglichkeiten?

Für mich persönlich ist es mehr das Ausreizen der Möglichkeiten und der Spaß an der Freude. Aber gern auch einmal ein Spielchen zwischendurch oder, seitdem es das Soundmodul gibt, etwas Retro-Musik hören. Alltagsaufgaben sind für mich noch das Programmieren von EPROMs – aber das ist ja auch eher etwas für die KC-Entwicklung.

Mit der DEVICE-Umschaltung von CAOS 4.8 und dem komfortablen Laden/Speichern auf USB-Sticks macht das alles auch noch viel mehr Spaß, da die Ladezeiten sehr viel kürzer geworden sind.

Wie viel von der Rechenarbeit, die für das Abspielen von Musik oder für den Zugriff auf USB-Sticks nötig ist, macht der KC85 selbst und wie viel wird an spezialisierte Chips in den Erweiterungsmodulen ausgelagert?

Im Soundmodul befindet sich ein Programmierbarer Soundgenerator-Chip AY-3-8910 (PSG), so wie in vielen anderen (hauptsächlich westlichen) Heimcomputern auch. Der KC übernimmt dabei die Decodierung der Sound-Dateien und die Programmierung des PSG. Die Rechenleistung des KC reicht dazu parallel noch für eine recht ansprechende grafische Anzeige aus.

Im USB-Modul verrichtet die Kommunikation mit dem USB-Stick oder der Tastatur ein VNC1 bzw. VNC2 von FTDI. Hier schickt der KC nur die entsprechenden Befehle zum Lesen oder Schreiben der Daten an den Spezial-Chip.

Man kann durchaus sagen, dass in vielen Erweiterungsmodulen mehr Rechenleistung steckt als im KC-Grundgerät selbst.

Mario Leubners KC-Commander ist ein komfortables Tool zur Dateiverwaltung, das man in ähnlicher Form sonst nur von größeren Computern aus westlicher Produktion kennt.

Ebenfalls realisiert habt ihr das TCP/IP-Protokoll und FTP. Wäre es — vielleicht zumindest auf dem KC85/5 — denkbar, das HTTP-Protokoll oder das GEMINI-Protokoll zu implementieren?

Mittels FTP kann man KC-Programme direkt von einem Server aus dem Internet laden. Das ist durchaus eine sinnvolle Ergänzung. TCP/IP ist jedoch nicht so mein Fachgebiet. Aber was willst du auf dem KC damit anstellen?

Einen einfachen E-Mail-Client für Textnachrichten könnte ich mir noch vorstellen. Von GEMINI habe ich vorher noch nie etwas gehört. Wenn ich das richtig recherchiert habe, handelt es sich hierbei um ein Netzwerkprotokoll zum Abrufen von Text-Dokumenten über das Internet. Es nutzt dabei ausschließlich verschlüsselte Verbindungen, was schon wieder eine Herausforderung für den KC darstellen könnte. Das wäre aber auch mit FTP machbar.

HTTP(S) und dessen Hauptanwendung World Wide Web halte ich dagegen auf dem KC für nicht realistisch, denn heutzutage geht im WWW fast nichts ohne Grafiken und Animationen. Dazu ist die Bildschirmauflösung des KC einfach nicht ausgelegt.

Offenheit für Kreativität

Wie würdest du die „KC-Szene“ (wenn man das so nennen kann) beschreiben? Sind das Leute, die schon früher mit dem KC gearbeitet oder gespielt und halt einfach nie aufgehört haben – oder ist da auch viel von der aktuellen „Retro“-Welle dabei, die man auch bei anderen Computern sieht?

Ich denke, das ist eine Mischung unterschiedlicher Leute.

Zum einen kenne ich viele, die sich schon jahrelang mit dem KC befassen und zum Kern des KC-Clubs zählen.

Dann gibt es auch Leute, die früher einmal mit dem KC gearbeitet/gespielt haben und diesen gerade wieder neu entdecken oder ihren Kindern bzw. Enkeln zeigen wollen, wie früher die Computer waren.

Es gibt aber auch Neueinsteiger. Dabei Menschen, die wesentlich jünger als so ein KC sind.

Grundsätzlich könnte man bei den alten Computern auch noch eine Unterteilung in zwei Gruppen vornehmen. Die einen möchten die Geräte möglichst unverändert erhalten und defekte Geräte wieder in Ordnung bringen. Die anderen erweitern ihre Geräte auch mit neuer Technik. Die „KC-Szene“ würde ich größtenteils in der zweiten Gruppe sehen.

Hast du eine Idee, woran das liegen könnte?

Vermutlich an der bereits vom Hersteller in Mühlhausen vorgesehenen Erweiterbarkeit des KC-Systems.

CAOS 4.8 enthält auch einen vernünftigen Texteditor, der auch 80 Zeichen pro Zeile unterstützt. Die 80-Zeichen-Routine wurde erstmals 1986 in WordPro von Klaus und Stefan Schlenzig vorgestellt; WordPro wurde nach der Wende von Mario Leubner bis Version 6 weiterentwickelt und in Kürze soll Version 7 erscheinen.

Verstehe – das heißt, die recht offene Konzeption des KC-Systems motiviert besonders zum Basteln. Das ist heute ja oft nicht mehr gegeben. Geschlossene Systeme wie Tablets und Smartphones, oder kommerzielle Betriebssysteme wie Windows 11 oder macOS verstecken technische Abläufe eher, als dass sie zur aktiven Auseinandersetzung einladen würden. Stattdessen nimmt man als Einstieg in die Technik dann eher kleine Rechner wie den Raspberry Pi oder auch Arduinos. Aber der Z80-Prozessor wird ja heute noch in modernisierter Form hergestellt, und das Modulsystem des KC hat ja schon zu sehr kreativen Arbeiten geführt. Wäre ein modernisierter KC85 nicht eigentlich heute auch ein super Lernsystem?

Auf jeden Fall. Der Z80 bzw. dessen DDR-Nachbau U880 eignet sich hervorragend zum Erlernen von Computertechnik. Es gibt zum U880/Z80 auch sehr viele gute Literatur. Und wie ich bereits erwähnt habe, kann man beim KC noch alle Hard- und Software-Details verstehen und damit eben auch erklären. Zudem ist der KC hauptsächlich mit Standard-TTL-Bausteinen aufgebaut und die meisten sind bis heute noch erhältlich.

Wäre es möglich, mit heute erhältlichen Teilen einen KC nachzubauen?

Das ist sogar schon gemacht worden, siehe hier diesen Bericht im Forum von robotrontechnik.de.

Ich danke dir für das Interview und wünsche dir ein frohes Jahr 2022 mit hoffentlich schönen KC-Erlebnissen 🙂


Wer den KC85 mal selbst ausprobieren will, kann das am besten in Jens Müllers Emulator JKCEMU tun. Damit läuft auch das CAOS 4.8 von Mario Leubner.

Im Emulator JKCEMU kann man so gut wie alle Neuheiten der letzten dreißig Jahre ausprobieren. Und wünscht sich, das hätte es alles schon damals gegeben …

Und zu dem im Interview erwähnten KC85-Neubau gibt es bei YouTube dieses Video:

Zurück zu den Wurzeln: Gemini als kleiner ‚Zwilling‘ des Internets

Nicht nur wir bei Über/Strom leiden mitunter am digitalen Overload, wie es Uta gestern formuliert hat. Im Fokus unserer Kritik stehen oft Online-Konferenzen oder Social-Media-Dienste, wo es also um Kommunikation zwischen Menschen geht. Aber auch das World Wide Web (WWW) fühlt sich mitunter überladen an, was nicht nur an der vielen Werbung liegt. Was als Möglichkeit zum akademischen Austausch begann und in den Neunzigern noch gern als Realisierung von Vannevar Bushs Memex-Konzept (1945) gesehen wurde, ist heute Alltag — ein nie endender Strom von Texten, Bildern, Musik, Videos, in dem man sich leicht verlieren kann: Über/Strom eben. Eine bis heute existierende Alternative zum WWW, Gopher, hat auch wegen technischer Unzulänglichkeiten an Bedeutung verloren. An der Stelle stieg 2019 das Gemini-Projekt ein.

Minimalismus

Das Gemini Protocol ist ein Daten-Übertragungsprotokoll ähnlich dem Hypertext Transfer Protocol (HTTP), das dem WWW zugrundeliegt. Adressen fangen bei Gemini nicht mit http:// oder https:// an, sondern werden mit gemini:// eingeleitet. Normale Webbrowser verstehen das noch nicht, aber es gibt eine Menge spezieller Gemini-Browser.

Screenshot von Lagrange, einem Gemini-Browser für Windows, Linux und macOS

Der Name des Protokolls bezieht sich auf die US-amerikanischen Gemini-Raumschiffe (1961-1966). Gemini-Websites werden daher auch Kapsel / capsule genannt. Wie beim WWW wird ein Browser benutzt, um Gemini-Seiten zu betrachten (vgl. Screenshot oben). Wer sich keinen extra Browser installieren will, kann Gemini-Adressen auch über einen Proxy aufrufen, zum Beispiel https://proxy.vulpes.one — darüber können Sie sich zum Beispiel die Projektbeschreibung von Über/Strom auf unserer brandneuen Gemini-Kapsel anschauen (eventuell werden dort künftig als Experiment ausgewählte Artikel unserer Zeitschrift gespiegelt. Die Gemini-URL ist dann: gemini://ueberstrom.flounder.online ).

Statt der im WWW üblichen Auszeichnungssprache HTML (Hypertext Markup Language) oder gar komplexen Formatierungen mit CSS und für besondere Funktionen nötigen Skriptsprachen wie JavaScript besteht der Geminispace aus einfachen Textdateien, die lediglich mit wenigen Befehlen formatiert sein können. Das Format wird Gemtext genannt. Die Dateiendung ist .gmi statt .html.

Neben normalem Text erlaubt Gemtext Überschriften (maximal drei Ebenen), unnummerierte Listen (nicht verschachtelt), Blockzitate und vorformatierten Text — das war’s. Hyperlinks werden nicht innerhalb des Texts eingefügt, sondern separat als einzelne Zeile. Cookies, Formulare, eingebettetes Multimedia, also das ganze Zeug, das das WWW so vielfältig, aber auch so anstrengend macht, gibt es nicht.

Wie auf Zeitreise

Entsprechend liegt der mögliche Nutzen von Gemini vor allem im Präsentieren von Hypertexten im engeren Sinne. Ein guter Browser formatiert diese Texte so, dass sie angenehm lesbar sind. Gemini ist dahingehend quasi das Äquivalent zum distraktionsfreien Schreiben, wie es in diversen mittlerweile recht beliebten Markdown-Editoren wie Typora möglich ist.

Den mit derzeit ca. 209.000 einzelnen Seiten noch recht überschaubaren Geminispace zu erkunden, versetzt ein wenig zurück in die Anfangszeit des WWW — als das noch neu und aufregend war, als man nicht wusste, was sich wohl hinter dem nächsten Link verbirgt, und als noch keine großen Konzerne das Web dominierten. Daher gibt es auch noch etwas, das im WWW längst keine Bedeutung mehr hat: von Hand gepflegte Seitenverzeichnisse.

Klickt man sich da durch, findet man neben inoffiziellen Spiegelungen von Nachrichten-Websites vor allem eine Menge Seiten, auf denen Leute ihre Kochrezepte, Lieblingsbücher, Musikvorlieben, Linklisten und persönliche Tagebucheinträge teilen. Viele Kapseln sind sehr techniklastig, mitunter mischt sich darunter ein anti-kapitalistischer bis anarchistischer Vibe.

Sinnsuche

Das alles erinnert an die Frühzeit des Internet. Man fragt sich durchaus, welchen konkreten Zweck Gemini erfüllen soll und kann. Zwar lassen sich darüber Textdokumente ressourcensparend verteilen und lesen, und das kann aus klimatechnischer Sicht ein Argument sein. Aber den Ansprüchen unserer hyperkommunikativen Zeit, wo es oft nicht um den Text geht, sondern um die Reaktion darauf (Klick, Like, Share), wird das nicht gerecht. Und will es ja auch nicht. Auch ein „Darknet“ kann Gemini nicht werden, denn es ist ja öffentlich.

Wozu also?

Vielleicht einfach, „weil man es kann“. Weil Erschöpfung vom normalen WWW nicht bedeutet, ganz auf Vernetzung verzichten zu wollen. Und technischer Spieltrieb Ziele braucht. Inhaltlich erscheint der Geminispace aber vor allem als Versuch, sich diese seltsame Halböffentlichkeit zurückzuholen, die das WWW anfangs ausgezeichnet hat:

„Ich habe jetzt eine eigene Homepage!“

„Aha. Hast du schon Hausaufgaben gemacht?“

Magie und Computerspiele

Mein Vortrag auf der Future and Reality of Gaming (FROG) vom 26.11. ist mittlerweile auch online verfügbar. Auf der Tagung ging es um Magie und Computerspiele. Ich spreche über die sogenannte Magiergilde in der Spielreihe The Elder Scrolls, und welche Funktion solche Gilden für die Narration und die Strukturierung des Spielablaufs besitzen. Hier das Video:

„Schreiben“ in Gesellschaft. Carolin Amlingers große „Soziologie literarischer Arbeit“

Heute kann ja echt jeder ein Buch schreiben“, hieß es noch lange nach der Wende bei uns zu Hause oft, kopfschüttelnd und aus vielerlei Gründen enttäuscht. Andererseits war da die Sehnsucht nach dem eigenen „Bestseller“. Zum Teil bezogen sich solche Aussagen auf die wahrgenommene Masse neuer Bücher und deren mitunter fragwürdige literarische Qualität (wie auch immer die definiert war). Aber es ging auch um die veränderte Rolle, die Schriftsteller*innen nun einnahmen.

Im „Leseland DDR“ erlaubte die herausgehobene Stellung einiger Autor*innen auch eine Vermittlerfunktion zwischen Einzelnen und Staat — wenn etwa durch einen Brief an eine angesehene Schriftstellerin eine Eingabe beim Staat mehr Gewicht erhielt und so der gewünschte Effekt früher oder stärker eintreten konnte (ich erinnere hier ein konkretes Beispiel aus unserer eigenen Familie).

Nach der Wende hingegen erschienen Schriftsteller*innen nun auch im Osten als das, was sie im Westen schon jahrzehntelang waren: als Teil einer Kulturindustrie, die nach kapitalistischen Gesetzen funktioniert. Ein Buch musste nicht mehr allein künstlerischen (oder ideologischen, wie man hinzufügen sollte) Ansprüchen genügen, sondern sich vor allem erstmal verkaufen können (oder der Verlag musste das zumindest annehmen), sonst wurde es nicht publiziert. „Jeder“ war damit in der Wahrnehmung des eingangs zitierten Satzes vor allem jede*r mit Verkaufstalent, während die literarische Qualität zweitrangig schien.

Inwieweit diese Wahrnehmung nach der Wende mehr persönliche Enttäuschung, Verbitterung vielleicht, darstellte, denn realistische Beschreibung der geänderten Verhältnisse, sei mal dahingestellt. Dass aber ohne die Macht über Produktionsmittel in einer kapitalistischen Gesellschaft kein Buch entstehen kann, das dann gelesen werden könnte, ist einer der Ausgangspunkte von Carolin Amlingers Dissertation „Schreiben. Eine Soziologie literarischer Arbeit“ (Suhrkamp, 2021, 800 S., 32,90 EUR).

Die Entwicklung des literarischen Marktes

Carolin Amlinger fragt im ersten Teil ihrer Arbeit, „wie es um den Status der Literatur in der modern-kapitalistischen Gesellschaft bestellt ist und wie die Gesellschaft der Literatur beschaffen ist“ (S. 51, Hervorh. i. O.). Dies untersucht Amlinger anhand des Literaturmarkts der Jahre 1871-1918, der Kulturindustrie 1948-1990 und schließlich der Zeit nach der Wende ab 1990, als sich die „Literatur zwischen Boom und Krise“ (Kapitelüberschrift) bewegte.

Die Auswahl der Zeiträume wird damit begründet, dass es sich jeweils um Zeiten des Umbruchs und in der Folge der Ungewissheiten handelte, was Produktionsweisen, „neuartig[e] Publikationsstrategien“ und „soziale Verwerfungen“ (ebd.) betraf. Explizit ausgeklammert werden die beiden deutschen Diktaturen. Amlinger weist darauf hin, dass sie keine durchgängige Literaturgeschichte bieten kann (S. 55) und „keinesfalls einer historischen Verdrängung Vorschub leisten [möchte]“ (ebd.).

Vor meinem zu Beginn geschilderten Hintergrund hätte ich eine kontrastive Darstellung vor allem der DDR-Zeit natürlich spannend gefunden, jedoch hätte Amlingers Arbeit dadurch eventuell den klaren Fokus auf die kapitalistische Gesellschaft verloren. Außerdem kann man im zweiten und dritten Teil des Buches dann doch einige Unterschiede erkennen, weil Amlinger diesen Kapiteln die Auswertung ihrer Befragungen von Schriftsteller*innen zugrundelegt.

„Eine Kunst, die sich über die von Mir bezeichneten Gesetze und Schranken hinwegsetzt, ist keine Kunst mehr, sie ist Fabrikarbeit, ist Gewerbe […]“

Wilhelm II., „Die wahre Kunst“, zit. n. amlinger 2021, S. 86

Von diesem Zitat des deutschen Kaisers Wilhelm II. aus dem Jahr 1901 — das neben der kaiserlichen Anmaßung, Kunst definieren zu wollen, erstmal auch die Beobachtung ausdrückt, dass Kunstwerke auf einmal zu einem Wirtschaftsgut werden –, bildet sich in einer äußerst lesenswerten Darstellung ein Bogen zur heutigen turbokapitalistischen, von Unternehmensberatungen geprägten Situation:

„Da guckt dich ein neues, großes Ungeheuer jeden Tag an […] Und dieses Ungeheuer ist ein Markt mit zwei gigantischen Glubschaugen, die mich fixieren und sagen: Hast du heute eine zweistellige Rendite mit den Projekten erwirtschaftet, die du verantwortest?“

ein befragter ehem. Lektor, in: Amlinger 2021, S. 314.

So wörtlich ein von Amlinger befragter ehemaliger leitender Lektor eines Verlages, und man möchte vermuten, er ist froh, dem Hamsterrad entkommen zu sein. Es sind Zitate wie dieses, die Amlingers sehr umfangreichem Werk Lebendigkeit verleihen und es auch für Nicht-Soziolog*innen greifbar machen.

Autor*in auf dem Markt

Die Befragung von Menschen des Literaturbetriebs, zuvorderst Schriftsteller*innen, prägt den zweiten und dritten Teil der Arbeit. Im zweiten Teil geht es um die Praxis literarischen Arbeitens, nämlich das Berufsbild Schriftsteller*in, den Literaturbetrieb und das Schreiben als solches. Im dritten Teil werden die Spannungsfelder von Autorschaft und Autonomie ausgelotet. Die zahlreichen Unterkapitel dieser Teile stellen jeweils einen Aspekt in den Vordergrund, beispielsweise die Schritte des Schreibprozesses, das Problem prekärer Einkommensverhältnisse und sozialer Absicherung (das beileibe nicht nur unbekannte Nachwuchsautor*innen haben), oder der Inszenierung von Autorschaft durch die Autor*innen.

Methodisch nutzt Amlinger das episodische Interview als eine Form qualitativer empirischer Sozialforschung. Das Vorgehen wird im Anhang kurz skizziert und reflektiert, drängt sich aber sonst nicht in den Vordergrund; ich vermute, dass sich die Aufteilung und Benennung der Unterkapitel im Wesentlichen an der Kodierung mit MAXQDA und den dabei ermittelten Kategorien orientiert.

In deren Zusammenschau ergibt sich ein vielschichtiges Bild der Praxis des professionellen Schreibens — eine Praxis, die immer vor dem Hintergrund der kapitalistischen Marktwirtschaft stattfindet bzw. diese zu berücksichtigen hat. Auch Konkurrenzdruck und die Angst vor dem ‚Abgehängt werden‘ gehören dazu:

„Die haben am Anfang Preise bekommen, wurden gehypt, mit 30, 35 oder so, und dann mit 50 will kein Mensch mehr was von ihnen drucken, sie kriegen keine Stipendien mehr. Sie leben von Hartz IV. Das muss man so sagen.“

Eine befragte Autorin, In: Amlinger 2021, S. 390.

Letztlich geht es dabei um „Innvoation“. Diese, so Amlinger, „ist für das ästhetische Wirtschaften konstitutiv. Autor:innen konkurrieren […] um Aufmerksamkeit, indem sie eine distinkte Position einnehmen — um sich damit von dem Alten oder eben dem Neuen abzugrenzen“ (S. 390). Das Generieren von Aufmerksamkeit ist für die Identität als Autor*in entscheidend. Denn „[d]er Anspruch auf Autorschaft ist eng verwoben mit Akten des Anerkennens“ (S. 570). Ohne Aufmerksamkeit gibt es keine Chance auf Anerkennung, und wenn Anerkennung dauerhaft ausbleibt, wird die Identität als Autor*in prekär.

Aus dieser Perspektive muss man Inszenierungsstrategien sehen, die ebenfalls zum Problem werden können. Gerade in heutigen sozialen Medien wird das Authentische gesucht — man denke an den perfekten Instagram-Schnappschuss, der scheinbar spontan wirkt, aber vor dem es in Wahrheit zahlreiche misslungene Versuche gab. Echtheit wird gesucht, aber gerade nicht präsentiert. „So wie das Schreiben ein Ausdruck künstlerischer Subjektivität ist, soll auch die öffentliche Darstellung echt und unverfälscht wirken“ (S. 596). Aber „[i]ndem das Authentische mit einem Zwang zu ‚Neuem‘ und ‚Jungen‘ zu einer Anforderung medialer Öffentlichkeit erhoben wird, verkehrt es sich in sein Gegenteil: das ‚Klischee'“ (S. 597).

Es wird deutlich, dass es alles andere als leicht ist, die eigene Identität als Autor*in zu finden und zu bewahren — vor dem wirtschaftlichen Zwang, für einen Markt zu produzieren, sich für den Markt zu inszenieren und dabei oft materielle Existenznöte zu haben, denn bezahlt wird man eben nur, wenn man regelmäßig Neues abliefert. Gelingt dies nicht, ist die Autor*in-Identität gefährdet, wie in folgendem Beispiel:

„Nachdem sie nach einer längeren Krankheit ihre Ersparnisse […] aufgebraucht hatte, war sie nicht nur angewiesen auf Arbeitslosengeld II, sondern befand sich auch in einer beruflichen Krise: Ein längerfristiges Buchprojekt zu planen, konnte sie sich schlicht nicht leisten, sie brauchte Geld — und das sofort.“

S. 632.

Die Autorin konnte es sich also nicht leisten, ihrer Arbeit nachzugehen. Solche Aussagen zur wirtschaftlichen Situation von Autor*innen sind traurig und ernüchternd, auch wenn sie sicher nicht völlig überraschen können.

Über die individuellen Bearbeitungsweisen solcher und weiterer Herausforderungen zu lesen, ist hochspannend. Und (um zum Anfang dieses Artikels zurückzukommen), vielleicht kann zwar „heute ja echt jeder ein Buch schreiben“, aber über das Bestehen vor dem Markt ist damit nichts gesagt — zumindest vor dem traditionellen Literaturmarkt und den ihm verbundenen Institutionen (Wettbewerbe, Stipendien, Feuilleton, usw.). (Dass es daneben auch den Bereich des Self-Publishings gibt, der traditionell nicht anerkannt ist, aber ggf. eigene Formen der Anerkennung entwickelt, zeigt Amlinger in einem eigenen Kapitel.)

Fazit

Carolin Amlinger hat eines der interessantesten soziologischen Bücher der letzten Zeit geschrieben. Die zahlreichen Ungewissheiten unserer Gesellschaft, die bei den ‚großen‘ deutschsprachigen Soziologen der letzten Jahre (etwa Hartmut Rosa / „Resonanz“; Andreas Reckwitz / „Die Gesellschaft der Singularitäten“; Armin Nassehi / „Muster“ und „Unbehagen“) immer etwas abstrakt bleiben, werden durch Amlingers umfassende qualitative Untersuchung eines Teilsystems sehr konkret — eines Teilsystems zumal, zu dem viele von uns direkten Bezug haben, als Leser*in, als Fan, als Literaturwissenschaftler*in, und vielleicht selbst als Schreibende*r.


(Titelbild: Shuang Li / Shutterstock.com)

Magdeburgs neuer „Blauer Bock“

Nachdem der alte, aus DDR-Zeiten stammende „Blaue Bock“ in Magdeburg 2016 abgerissen wurde, begannen die Arbeiten am Neubau, und die sind jetzt wohl fast abgeschlossen, wie ich heute eher zufällig bemerkt habe. Hier vier schnelle Schnappschüsse:

Für die Gestaltung des Platzes hätte ich mir Grün statt diese völlige Versiegelung der Flächen gewünscht. Außerdem gibt es schon genug schmucklose Zweckbauten in der Umgebung, und nur eine weitere Fast-Food-Kette als Gastronomie ist jetzt auch eher phantasielos. Dennoch ist der neue Zustand natürlich eine Verbesserung zu vorher, und es ein befreiendes Gefühl, hier nach so vielen Jahren wieder langgehen zu können und relativ viel Platz zu haben (das war heute auch ganz praktisch, weil ich so dem Weihnachtsmarkt ausweichen konnte).

Zum Schluss noch zwei Bilder von den Bauarbeiten im Herbst 2019:

Das Privileg des Analogen

Auf Grundlage einiger früherer Skizzen (u.a. 2019 zum Zeitunglesen, so richtig auf Papier, an den Orten, wo diese Zeitungen erscheinen) und Beobachtungen im Alltag habe ich ein neues Schreibprojekt begonnen, in dem ich mich mit dem „Privileg des Analogen“ (als scheinbarer Kontrast zum „Digitalen“) auseinandersetzen will. Ich weiß noch nicht genau, ob das eine Artikelsammlung wird, oder ein neuer Band der Über/Strom-Reihe, oder noch was anderes, aber auf jeden Fall treibt mich das Thema jetzt schon lange um.

Der Grundgedanke ist, dass digitale Medien sowie digital umgesetzte Arbeits- und Lernszenarien einerseits Teilhabemöglichkeiten bieten, die rein analoge Formen nicht haben – dass das Analoge dabei aber noch mehr als vielleicht früher schon zu einem Privileg, vielleicht einem Luxus, wird. Im 2. Coronajahr 2021 erlebe ich dieses Spannungsfeld gleich mehrfach.

Beispiel Wissenschaft: Aus dem gesellschaftlichen Teilsystem Wissenschaft bin ich seit 2015 eigentlich raus (und in Hinblick auf #IchBinHanna möchte ich fast sagen: Gott sei dank), insofern ich seitdem keine institutionelle Zugehörigkeit mehr zu einer Hochschule habe und auch nicht mehr gesucht habe. Stattdessen arbeite ich in verschiedenen Zusammenhängen, 25 h/Woche unbefristet angestellt, Rest der Zeit tätig als „ich schreib so Texte“-Mensch aka „freier Autor“ von Sachtexten („Und, was machst du so?“). Ich werde nicht reich, aber meistens reicht es.

Die Themen meines Schreibens leiten sich zwar großteils aus meiner früheren wissenschaftlichen Tätigkeit her (Kommunikationswissenschaft; in mehr soziologischer und linguistischer Ausprägung, weniger medienwissenschaftlich). Meine Bücher richten sich aber an die Allgemeinheit oder an Praktiker*innen, die z.B. beruflich mit Softwareentwicklung oder technischem Kundendienst zu tun haben (da ist auch der Link zu meinem Angestelltenjob).

Jedoch habe ich in mir immer noch eine gewisse … wehmütige Sehnsucht nach nicht verwertungsgebundenem wissenschaftlichen Austausch. Ironisch sage ich manchmal, ich würde gerne mal ein Jahr lang einfach nur das Wortfeld „Baum“ erforschen. Oder sowas. Nur findet wissenschaftlicher Austausch halt nicht im Kundendienst statt und auch nicht beim Schreiben von Sachtexten, sondern, naja, im Teilsystem Wissenschaft. Daran zu partizipieren, setzt tradtionell nicht nur Zeit und Netzwerke voraus, sondern auch Geld. Denn zu Tagungen zu fahren (wo man Netzwerke knüpft), muss man bezahlen können. Wenn man keine Uni oder Firma hat, die das übernimmt, sieht’s düster aus. Und genau da war Corona dieses Jahr eine Möglichkeit, wieder Anknüpfungspunkte zu finden. Denn so schal das in sozialer Hinsicht auch ist: Viele Konferenzen wurden online durchgeführt und dabei auch die sonst oft hohen Teilnahmegebühren stark reduziert oder ganz fallengelassen. Auch Fahrt- und Übernachtungskosten entfielen. Und so sind es dieses Jahr drei Tagungen, an denen ich teilnahm/teilnehme (die letzte ist die Future and Reality of Gaming in Wien am 26./27.11., eine Games Studies-Tagung, wo ich auch selbst einen Beitrag vorstelle). Zu normalen Bedingungen wäre das weder zeitlich noch finanziell möglich gewesen, und insofern hat mir das Digitale einen länger beiseite geschobenen Teil meiner Identität zurückgebracht.

Man könnte jetzt sagen, dass das doch eher das Privileg des Digitalen ist. Ich kann ja eigentlich froh sein, dass mir das Internet eine Teilhabe an solchen Formen erlaubt. Aber das sind, wie erwähnt, Corona-Bedingungen und ich bin mir relativ sicher, dass beim Ende der Pandemie wieder mehr auf analoge Formen der Komunikation umgestellt wird. Und das ist gut so – mir tun junge Student*innen so so leid, die ihr Studium unter Corona-Bedingungen begonnen haben, jetzt endlich ein wenig Präsenzluft schnuppern konnten, aber nun sicher bald wieder (wo noch nicht geschehen) zurück in virtuelle Räume müssen. Aber dann werden eben auch wieder Zeit und Geld entscheidende Parameter sein, die eine Teilhabe ermöglichen oder ausschließen. Darum das Privileg des Analogen.

Ähnliche Beobachtungen mache ich in Bezug auf Medienkonsum (Kino vs. Stream, gedrucktes Buch vs. eBook, gedruckte Zeitungen vs. Paywall usw.), Spiele (Computerspiele vs. Brettspiele), Kundendienst (Menschen vs. Bots, Entscheidungsbefugnis vs. starre Prozesse), Einkaufen (online vs. Geschäft) usw. Ich habe nun vor, diese Beobachtungen jeweils zunächst zu beschreiben und dann gesellschaftlich einzuordnen (da ich nix anderes kann, vermutlich wieder vor systemtheoretischen Hintergründen). Wie genau, wird man dann sehen.

#Coronaµdigkeit #NeunMonateTwitter #Grounded

Ich habe echt langsam keine Lust mehr auf Corona, und bin überzeugt, dass durch mehr Vernunft und Rationalität der derzeitige Anstieg der Zahlen vermeidbar gewesen wäre. Als generell vorsichtiger, oft sogar ängstlicher Mensch habe ich durchaus Verständnis für irrationale Sorgen. Ich verstehe auch, dass es für Leute, die kein naturgegebenes Talent für Mathe haben (auch so wie ich), schwer ist, statistische Zusammenhänge (Einordnung von Impfquoten, Beurteilung von Impfdurchbrüchen, usw.) zu durchdenken oder sich – immer noch, nach fast zwei Jahren Corona – exponentielle Anstiege von Fallzahlen vorzustellen. Aber das kann man alles lernen.

Ich hatte zum Beispiel sehr lange Flugangst, mit den typischen irrationalen Befürchtungen: „Gerade weil es so selten Abstürze gibt, muss es doch mich treffen!“ Durch Fliegen lernen, also nicht nur theoretisch oder am Simulator zu verstehen, wie ein Flugzeug fliegt, sondern durch das Erfahren am eigenen Leibe, ist es mir gelungen, diese Angst einzudämmen und zu kontrollieren.

[Leider bin ich aus finanziellen Gründen derzeit #Grounded, also erst mal für längere Zeit nicht mehr in der Luft, was mit einer für mich überraschenden Traurigkeit und einem echten Gefühl der Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf nur noch zwei Dimensionen einhergeht, aber das ist ein anderes Thema und ließe sich auch gut unter Privilegienchecks diskutieren.]

Genauso jedenfalls kann man sich mit Corona-Tools (wie der Impfung) befassen und verstehen, warum sie nicht schlimm, sondern hilfreich ist. Aber sowas trifft mittlerweile häufig sofort auf Abwehr. Guckt man sich halt nicht an, versucht es nicht mal. Ein bisschen wie in Brechts „Leben des Galilei“, wenn man halt bei festen Überzeugungen bleibt, ohne empirische Fakten dagegen auch nur als potenziell gültig zu prüfen.

Vielleicht braucht es daher den Druck der Masse? #allesindenArm ist gerade ein Twitter-Trend, bei dem alle möglichen Leute dazu aufrufen, sich endlich impfen zu lassen. Zurzeit ist er bei 68.400 Tweets, was sehr viel ist, vor allem im Vergleich zu impfkritischen Hashtags (die ich nicht verlinke, was wiederum durch das Hashtag #FalseBalance begründet werden könnte). Es ist in gewisser Weise beruhigend zu sehen, dass ‚die Mehrheit‘ ähnlich denkt wie ich. Natürlich ist letzteres kein Wert an sich. Aber vor dem Hintergrund der rationalen Beschäftigung mit der Corona-Thematik macht es doch Hoffnung.

Seit Januar 2021 übrigens habe ich einen Twitter-Account, …

[Edit: äh … was dann 11 Monate sind, nicht 9 wie in der Überschrift … so viel zu meinem Mathetalent 😀 ]

… um auszuprobieren, wozu das gut ist und wie sich das anfühlt. Uta Buttkewitz hat ja in ihrem Buch kritisiert, dass es kurze folgenlose Kontakte sind, um die es in ’sozialen‘ Medien geht, aber das ist nicht immer so. Ich hatte auch positive Twittererlebnisse: Wenn Wissenschaftler*innen Erklärthreads zu diversen Themen posten; wenn (wie beim Historikertag neulich) parallel auf Twitter diskutiert werden kann, was ein schönes Gefühl der Teilhabe erzeugt; oder wenn man über interessante Veröffentlichungen und Veranstaltungen informiert wird. Auch als simpler Newsfeed der üblichen Zeitungen und Nachrichtensendungen lässt sich Twitter benutzen.

Aber, ja, wesentlich sind immer auch Selbstdarstellung (persönlich oder zu Werbezwecken), Affektentladung als Einzelne*r oder hinter Hash-getaggte Twitter-Trends versammelte Gruppe, sowie das kurzfristige Belohnungsgefühl eines „Likes“ (nett) oder gar eines „Retweets“ (viel besser). Gerade letzteres ist mir selten vergönnt, was vermutlich heißt, dass die Dinge, die ich dort schreibe oder verlinke, nicht relevant genug für meine derzeit 55 „Follower“ sind. 🙂

Spiele und Geschichtswissenschaft auf dem 53. Deutschen Historikertag

Unter dem Titel „Deutungskämpfe“ findet seit Dienstag und noch bis 8. Oktober in München und digital der 53. Deutsche Historikertag statt. Zwei Sessions habe ich mir dazu heute im Rahmen eines Tagestickets (40 EUR) online angeschaut. Von 9:15 bis 11:00 ging es in vier Beiträgen um das Geschichtsbild in Computerspielen („Geschichte spielen, wie es eigentlich gewesen ist – Das digitale Spiel im Spiegel seiner Authentizitätsdebatten“). Und von 11:15 bis 13:00 war in drei Vorträgen die Geschichte der Computertechnik und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft Thema („Deutungskämpfe um das Digitale. Selbstverständigungsprozesse in der digitalen Wirklichkeit“). Eigentlich könnte man zu beiden Sektionsthemen je eigene mehrtägige Konferenzen veranstalten, doch ist es für die Geschichtswissenschaft ein schönes Zeichen, dass das Digitale im Allgemeinen und doch recht spezifische Themen wie Computerspiele mittlerweile auch auf der großen Konferenz der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft angekommen sind.

Es war sehr schön, wenn auch etwas zwiespältig, wohl vor allem wegen Corona so eine bequeme Online-Teilnahmemöglichkeit zu haben. Unter normalen Umständen hätte ich nicht teilnehmen können. Natürlich fehlt allein zu Hause die typische Tagungsatmosphäre; die kann einfach nicht über Zoom & Co. vermittelt werden.

Im Folgenden gebe ich nun einen kurzen Bericht zur Spiele-Session.

Computerspiele und Authentizität

Geschichtliche Themen sind in Computerspielen ein beliebtes Thema. Als historische Herrscher*innen erobern wir die Welt, als Kämpfer*in nehmen wir aktiv an längst vergangenen Kriegen teil, und in Techniksimulationen erlernen wir den Umgang mit alten Fahrzeugen. Dass das in Spielen vorherrschende Geschichtsbild eher naiv ist und irgendwo zwischen Schulbuch und historischem Roman liegt, wurde in der Diskussion heute nochmal betont.

Tobias Winnerling (Uni Düsseldorf) wies darauf hin, dass, wenn Historiker*innen überhaupt mal bei der Entwicklung von Spielen einbezogen würden, sie lediglich „Beglaubigungsautomaten“ oder Lieferanten von Faktenwissen seien. Winnerling (der mit Eugen Pfister, Uni Wien auch Organisator der Session war) brachte damit auf den Punkt, was wir uns im Alltag von der Wissenschaft erhoffen: Klare ‚Wahrheiten‘ – statt komplexer Diskurse, die womöglich nur Ungewissheit bringen würden.

Dass Spieler*innen mit historischen Ungewissheiten durchaus ihre Probleme haben, wurde in allen Vorträgen der Session deutlich. Besonders in Erinnerung bleibt mir aber Kathrin Trattners (Uni Bochum) Vortrag, in dem es um die Reaktionen auf das 2018 erschienene Spiel Battlefield V ging. Battlefield ist eine Shooter-Serie, der fünfte Teil spielte im zweiten Weltkrieg – und erlaubte es, als Frau an den Kämpfen teilzunehmen.

Das wurde von offenbar männlichen „Gamern“ (übrigens ein mittlerweile „verbrannter Begriff“, wie auf der Tagung betont wurde, siehe dazu auch eine Diskussion bei videospielgeschichten.de sowie einen sehr guten Text bei Language at Play) geradezu als Affront gesehen. Unter dem Hashtag #NotMyBattlefield sammelte sich damals die Aufregung.

Kathrin Trattner untersuchte nun die entsprechende Twitter-Kommunikation und fand u.a. heraus, dass es den Gamern gar nicht mal nur um das Spiel an sich ging. Nein, bei der ganzen Aufregung ging es auch darum, dass sich diese Gamer scheinbar selbst in der Tradition der männlichen Soldaten des 2. Weltkriegs sahen und durch die Einführung einer optionalen weiblichen Protagonistin in diesem ‚Erbe‘ angegriffen sahen. Das ist der eigentliche Kern der damaligen Kritik, die sich oberflächlich an einem Fakt (‚es gab kaum Frauen an der Front‘) festbiss, aber eigentlich ein Identitätsproblem betraf, das letztlich auch die Abgrenzung der ‚wahren‘ Gamer vor anderen Spielenden bedingte – den angenommenen „real customers“ des Herstellers.

Die Frage der historischen Authentizität ist also beileibe nicht nur eine des ’so ist es gewesen‘, sondern Spiele als Medium werden immer auch an Lebenswelt und Wahrnehmung der Spieler*innen angebunden. Spiele bestätigen oder beunruhigen Erwartungen und Annahmen.

Zielgerichtete Geschichte

Die meisten Spiele vertreten ein traditionelles Bild von Geschichte als Entwicklung von einem Ausgangs- und zu einem Endzustand, wie Eugen Pfister in seinem Vortrag darlegte. Teleologische Vorstellungen passen natürlich gut zu Computerspielen, die oft als Problemlöseprozesse angelegt sind. Ein Problem zu lösen heißt ja, einen Ausgangs- in einen erwünschten Endzustand zu überführen, unter Überwindung gewisser Hindernisse.

Spiele wie die Civilization-Serie legen die Menschheitsgeschichte als stetigen Fortschritt von der Antike bis in die Moderne und Zukunft an, wo es trotz gewisser Variation immer nur ein „Vorwärts“ gibt. Zivilisatorische Entwicklungsschritte, historische Ereignisse, politische Konflikte und wissenschaftlich-technische Entwicklungen sind nur Zwischenschritte auf dem Weg zum Endzustand (z.B. die militärische, wirtschaftliche oder kulturelle Dominanz). Programmtechnisch lässt sich sowas gut umsetzen und es bietet befriedigende Spielerfahrungen, aber das zu Grunde liegende Geschichtsbild ist auf dem Stand des 19. Jahrhunderts, wie Eugen Pfister betonte.

Nun ist es durchaus nicht so, dass von Seiten der Geschichtswissenschaft keine Kritik an vereinfachten, falschen oder veralteten Geschichtsbildern geübt würde. Wie Tobias Winnerling jedoch am Beispiel der „Anno“-Reihe zeigte, verhallt so eine Kritik oft ungehört. Es geht Spieler*innen und dem traditionellen Spielejournalismus i.d.R. nicht um ein reflektiertes Bild von Geschichte. Wenn in der „Anno“-Reihe Kolonialismus im Zentrum steht, Sklaverei ausgeblendet wird und zudem ein ahistorisches Bild von spätkapitalistischer Ökonomie in einer scheinbar frühneuzeitlichen Umgebung gezeichnet wird – dann ist das für die Wissenschaft vielleicht Problem, aber „Spieler*innen wollen in die Lage versetzt werden, sich als Kolonialherren zu fühlen“, so Winnerling. Man will sich eben nicht beunruhigen lassen und ‚es ist doch nur ein Spiel‘.

Echte Atmosphäre

Und da will man oft einfach nur die historisch anmutende „Wohlfühlatmosphäre“ genießen. Im vierten Vortrag der Session stellte Felix Zimmermann (Uni Köln) heraus, dass Atmosphären ein wichtiges Element für die Wahrnehmung von scheinbarer Authentizität sind. Der Atmosphärebegriff, den man in der Phänomenologie u.a. bei Gernot Böhme und Hermann Schmitz detailliert ausgearbeitet findet, wird von Zimmermann so operationalisiert, dass er Elemente der Spielumgebung und der Benutzeroberfläche als wirksam für das Entstehen von Atmosphären identifizieren kann.

Die vorbewusste, ganzheitlich wahrgenommene Situation zerlegt Zimmermann dabei in ihre analysierbaren Komponenten (wie Landschaftsdarstellung, Spielfigur bzw. Avatar, Interface u.a.), um deren Wirkung ausmachen zu können. Mit Hermann Schmitz könnte man hier darauf hinweisen, dass das Besondere der tatsächlich wahrgenommenen Situation bei so einer Analyse verloren geht und nur eine Konstellation der Einzelteile übrig bleibt, was bestenfalls eine Spur, ein Schatten der eigentlichen Atmosphären wäre. Das aber ist immer noch mehr, als gemeinhin bei der Untersuchung von Spielen berücksichtigt wird, zumindest in systematischer Weise.

Und im Alltag, aber auch in vielen Texten der Spielepresse, gehen wir mit Spielen auf recht intuitive, vorreflexive Weise um. Gerade bei solchen problematischen Wahrnehmungen wie im Beispiel Battlefield V halte ich es für plausibel, wenn sich die „Gamer“ auch an einer veränderten historischen Atmosphäre des Spiels störten, ohne dass dies für sie aber verbalisierbar gewesen wäre. Die Wahrnehmung einer veränderten, ungewünschten Atmosphäre könnte jedoch der Impuls sein, sich dann im nächsten Schritt in einer zwar fehlgehenden, aber in gewisser Weise reflexiven Weise mit dem Spiel auseinanderzusetzen. Die Untersuchung von Atmosphären bzw. phänomenologisch relevanter Aspekte von Spielen könnte entsprechende Zusammenhänge herausarbeiten.