Laptop, Internet und Yogalehr-Ausbildung gehen jetzt auch zusammen Teil 2/3

Eine der letzten analogen Hochburgen, die Yogalehr-Ausbildung ist nun auch digital. Ich durfte dabei sein! Dies ist Teil 2 von 3 meines Erfahrungsberichtes, aus dem sich Wertvolles und Hilfreiches für den Alltag im digitalen Zeitalter ableiten lässt.

Letzte Woche berichtete ich von der Geschichte der Yogalehrtradition und vom Intensiv-Programm des analogen Formates im Ashram und fragte:

Wie soll solch ein Intensiv-Programm nun online gehen?

Es geht super! Ich habe das Glück beide Formate vergleichen zu können. Da ich meine vier Intensiv-Wochen gesplittet habe. Ich habe 2 mal eine Woche im Ashram (klosterähnliches Meditationszentrum1 /Ort, an dem Yoga und andere spirituelle Praktiken praktiziert und gelehrt werden2) verbracht und dann kam Corona, so dass ich die letzten beiden Wochen am Stück online absolviert habe.

Die Online-Tage waren nicht ganz so lang. Sie gingen ‚nur‘ von 7 -21 Uhr, dafür waren die Pausen kürzer und es war nebenbei eine Hausarbeit zu schreiben.

Für mich sind beide Erfahrungen, Präsenz im Ashram und Online zu Hause, wundervolle Erfahrungen für die ich sehr dankbar bin und die ich nicht missen möchte.

Das Leben im Ashram ist wunderbar gesund, ruhig und entschleunigt. Man praktiziert dort sehr viel Yoga und Meditation, ist in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und hat so wenig Möglichkeit über den Alltag nachzudenken. Man kommt dort wirklich gut zur Ruhe und kann regenerieren. Auch wenn das Programm straff ist, merkt man wie die Arbeit mit Körper und Geist, die natürliche Umgebung und das gesunde Essen im Intervall einem sehr viel neue Energie geben.

Die große Herausforderung besteht dann darin, wenn man heimkommt, wenigstens einen Teil dieser sehr gesunden Verhaltensweisen und Einstellungen dauerhaft in den eigenen Alltag zu integrieren.

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Über die Notwendigkeit als Erwachsene überhaupt erst anfangen zu müssen, gesunde Verhaltensweisen und Einstellungen in den Alltag einzubauen, denke ich, gespeist aus und gespickt mit meinen Expertisen und Erfahrungen seit Jahren intensiv nach.

Mal wütend darüber, dass man uns einen gesunden Umgang mit unserem Körper, unseren Gedanken und unseren Gefühlen nicht beigebracht hat, mal besorgt, mit der Frage, was das für die Gesellschaft und das Glück jeder/jedes Einzelnen in unserer Gesellschaft bedeutet, mal handlungsorientiert mit Werkzeugen zur nachhaltig-gesunden Lebensführung.

Viele dieser Gedanken finden sich dann Anfang nächsten Jahren auch in meinem Buch über Stress in der Überstrom-Reihe für den Springer-Verlag.

Integration von Gelerntem in den Alltag

Es fällt mir seit der Ausbildung wesentlich leichter, den Tag mit Meditieren zu beginnen. Gerade morgens bin ich normalerweise voller Tatendrang und Gedanken und möchte eigentlich sofort losarbeiten, was mir die Meditation bisher immer zur Challenge gemacht hat und ich es letztlich ließ. Eine ruhige, fokussierte Morgenroutine ist aber sehr wichtig um nicht mittags schon im Stresslevel zu versinken und keine Sonne oder kein Land mehr zu sehen.

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Auch das Intervall-Fasten habe ich beibehalten. Durch die lange Pause, das Intervall von 16 Stunden zwischen der abendlichen und der vormittäglichen Mahlzeit (19 bis 11 Uhr) hat mein Körper mehr Zeit das Gegessene zu verdauen, das heißt zu verstoffwechseln, das heißt die Nährstoffe und Energieträger aus der Nahrung abzubauen, Energie zu generieren und neue, körpereigene Stoffe aufzubauen.

Die Pause dient auch dazu, dass der Körper nicht andauernd mit Verdauen beschäftigt, sozusagen friedlicher, ist. Der Körper hat so weniger Aufgaben zu erledigen und dadurch Zeit zum Entgiften und Reinigen, bevor die nächste Nahrungsaufnahme die Konzentration des Körpers wieder auf die Verdauung lenkt.

Anders als im Ashram, war es in der Online-Ausbildung nicht möglich, den Alltag komplett auszublenden und auch das habe ich als sehr positiv empfunden.

Ich höre die Nachbarn, ich reagiere auf E-Mails, der Postbote klingelt, das Essen besorgt sich nicht, wie im Ashram, von allein und auch die Wohnung macht sich nicht vollautomatisch selber sauber. All dies musste sich machen lassen und trotzdem war ein fokussiertes, von Alltagsstress-gelöstes Yoga und Meditieren möglich und damit einhergehend tiefe geistige und körperliche Entspannung und Regeneration in den eigenen vier Wänden.

Tabula Rasa mit alten Gewohnheiten

Meine Wohnung ist so auch ein wenig zu meinem Ashram geworden und ich gebe mir große Mühe die neuen Verhaltensweisen zu festen Routinen und letztlich spielerischen Gewohnheiten werden zu lassen.

Es heißt ja, nach 21 Tagen hat sich eine Gewohnheit gefestigt. Ich glaube, dass es länger dauern kann, eine ungesunde Gewohnheit gegen eine Gesunde zu ersetzen.

Wie lange das dauert, hängt auch davon ab, wie gefestigt die alte Gewohnheit ist, das heißt z.B. auch wie lange übe ich sie schon aus? Wie wichtig war mir diese Gewohnheit, d.h. welches Bedürfnis hat sie befriedigt? Und auch, wie unspezifisch sind die Reize mit der Zeit geworden, die das Verhalten (die ungesunde Gewohnheit) auslösen.

Von solchen Faktoren hängt die Größe des Gedächtnisses ab und deshalb u.a. auch die Zeit die es dauert, bis ein neues, gesünderes Gedächtnis groß genug ist um das ältere, ungesunde Gedächtnis im Verhalten automatisch abzulösen.

Ein kleines harmloses Beispiel ist das Kaffee trinken. Es ist eine unnötige Gewohnheit, basierend auf mehreren ungesunden Glaubenssätzen, z.B. „Ich bin müde, ich brauche erstmal einen Kaffee“, usw. Auch Generationsgedächtnissen spielen eine große Rolle: Das Kaffeetrinken (Verhalten / Gewohnheit) gehört über viele Generationen zur Morgenroutine und war ursprünglich ein Zeichen des Wohlstandes.

Es wird von den Eltern, inklusive der Glaubenssätze, völlig automatisiert an die nächste Generation weitergegeben. Der morgendliche Kaffee ist für viele so selbstverständlich, als gäbe es nur diese eine Option, diese eine Wirklichkeit, wie Watzlawick3 sagen würde.

Photo by Daria Shevtsova on Pexels.com

Obwohl die ersten Tassen Kaffee wohl kaum einem Jugendlichen wirklich schmecken, ist der Einstieg in das Kaffeetrinken, aufgrund des Kaffeeverbotes für Kinder, auch ein Einstieg in das Erwachsensein, mit der Hoffnung und dem Bedürfnis auf Augenhöhe behandelt zu werden.

Die Wirklichkeit endet ohne den Kaffee nicht. Kein Mensch braucht wirklich Kaffee um morgens wirklich wach zu werden. Wer morgens nicht wach wird, ist körperlich oder geistig erschöpft und sollte besser Körper und Geist erholen.

Kaffee ist dabei sogar kontraproduktiv, weil das Koffein, wenn es denn überhaupt noch eine Wirkung4 auf den habituierten (gewöhnten) Körper hat, unruhig macht, anstatt zu beleben und Körper und Geist so noch mehr erschöpft…

Das bringt den unruhigen erschöpften Geist nun auf die Idee noch mehr Kaffee zu trinken…, oder sogar ein Zigarettchen dazu zu rauchen, wenn das Rauchen Teil der Lebensgewohnheiten ist, oder auf dem frühen Abend vom Kaffee zum Bierchen überzugehen… …Feedbackloop zur morgendlichen Erschöpfung…

Die Macht solcher Gewohnheiten wird mir im Verzicht besonders deutlich, weshalb die Yogalehr-Ausbildung schon im Präsenzteil, im Online-Teil zu Hause dann noch einmal mit stärkerem Bezug zu den eigenen Alltags-Routinen so wertvoll und ‚erleuchtend‘ war.

Dieses war der zweite Streich. Im letzten Teil, nächste Woche, soll es um die soziale Komponente der Online-Yogalehr-Ausbildung gehen.

Stay tuned.

Eure Kathrin

Literaturverlinkungen

1 www.de.wikipedia.org/wiki/Aschram

2 www.wiki.yoga-vidya.de/Ashram

3 https://www.youtube.com/watch?v=zjrX5GhqWck, Ein Audio-Vortrag von Paul Watzlawick mit dem Titel “Wie wirklich ist die Wirklichkeit” ausgestrahlt von RadioKultur

4https://www.ted.com/talks/matt_walker_how_caffeine_and_alcohol_affect_your_sleep, Ein wunderschöner TED-Talk zu den Effekten von Kaffee und Alkohol auf unseren Schlaf.

Laptop, Internet und Yogalehr-Ausbildung gehen jetzt auch zusammen

Eine der letzten analogen Hochburgen, die Yogalehr-Ausbildung ist nun auch digital. Ich durfte dabei sein!

In drei Teilen berichte ich in den nächsten Wochen von meinen Erfahrungen, aus denen sich Wertvolles und Hilfreiches für den Alltag im digitalen Zeitalter ableiten lässt.

Zur Geschichte der Yogalehre

Der Yoga ist uralt. Er wurde wahrscheinlich viele Jahrhunderte lang in Indien mündlich an ausgewählte Schüler*innen weitergegeben. Die ältesten Darstelllungen von Yoga-Stellungen sollen über 5000 Jahren alt sein1,2, die ältesten Yoga-Schriften, die Veden, bzw. Teile davon sind mindestens 800-1500 v. Chr. entstanden (Auffassung der westlichen Indologie), wenn nicht sogar mehr als 3000 v. Chr. (klassische indische Auffassung) 3.

Mal sehr populär, mal fast vergessen, wurde der Yoga nur von Yoga-Meister*innen (jemand, der die Erleuchtung oder einen hohen Grad an spiritueller Verwirklichung erreicht hat) an ausgewählte Schüler*innen weitergegeben. Den Legenden nach waren diese Yoga-Schüler*innen zum Teil auch große Könige, die ihre Königreiche für die Lehre bei den großen Yoga-Meister*innen hinter sich ließen. Ein*e Yoga Meister*in war jemand, bei dem Yoga-Schüler*innen viele Jahre wohnten und dienten, um Yoga zu lernen.

Sowohl die Yoga-Meister*innen, als auch die Yoga*Schülerinnen habe ich hier bewusst gegendert. Denn es gab sie, die Frauen, in der langen Tradition des Yoga4, wenn auch nicht zu allen Zeiten und sicher eher in der Minderheit und in einer männlich dominierten Öffentlichkeit, weniger wahrgenommen.

Ihre Wahrnehmung & Akzeptanz sinkt zusätzlich, zum Beispiel auch durch ungegenderte Online-Beiträge.

In den letzten 100 Jahren bis heute gibt es einige große Yoga-Meisterinnen und heute, zumindest in der westlichen Welt mehr Yoga-Schülerinnen5 als Yoga-Schüler.

Die Gründe für die Umkehr des Geschlechtes unter den Schülerinnen und Schülern mit der Verbreitung des Yoga im Westen sind allerdings kein Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit, sondern den unterschiedlichen Assoziationen der Kulturen mit dem Yoga geschuldet:

Während der Yoga in Indien z.T. nur ausgewählten, in der Regel wohlhabenden Personenkreisen und hier im Besonderen den Männern vorbehalten war, gilt der Yoga im Westen der Entspannung, der Schulung von Achtsamkeit, der Wahrnehmung und Vereinigung von Körper und Geist. Themen, mit denen der gemeine westliche Mann leider noch nicht unbedingt etwas anfangen kann und möchte.

Photo by Magda Ehlers on Pexels.com

Auch Auszubildende gehen heutzutage sozusagen als Schüler*innen für mehrere Jahre und wenig Entlohnung in die Lehre, d.h. (eigentlich) in eine umfangreiche Betreuung zu einer*m Meister*in des jeweiligen Faches.

Während ernsthafte Aspirant*innen (spirituell Suchende) auch heute noch oder vielleicht gerade im digitalen Zeitalter auf der Suche nach einer*m Lehrenden sind, die/der auf dem spirituellen Weg unterstützt, hat sich an der Art der Ausbildung im letzten Jahrhundert vieles verändert.

So ist z.B. das Ziel des Yoga im Westen für einen Großteil der Yoga-Praktizierenden kein Spirituelles und vielleicht werden deshalb die alten Yoga-Schriften in den Grundausbildungen zunächst einmal nur angerissen. Yogalehrende, welche ihr Wissen in diese Richtung vertiefen möchten, können das in weiterführenden Seminaren und Ausbildungen tun.

Zu diesen Veränderungen des Yoga lässt sich durchaus Kritisches anmerken, wenn der Yoga nicht groß wäre und für Vielfältigkeit und Individualität stünde. So wird gesagt, das eine Jahrhunderte alte indische Tradition „aus seinem gesamten spirituellen, historischen und kulturellen Kontext“6 genommen wurde und der Westen, insbesondere über die Briten während der Kolonialzeit, sich den Yoga kulturell angeeignet habe6,7 und damit z.T. zu einer Dehnübung reduziert.

Vieles was in der Yoga-Tradition, -Philosophie, – und dem Lebensstil wichtig und heilend ist, kann, in Abhängigkeit vom Lehrenden, im Fitnessstudio verloren gehen. Wenn ich auch selbst eine Verunglimpfung der Yoga-Tradition, z.B. im Bier-Yoga sehe und manchmal auch keine Lust mehr habe, immer wieder zu erklären, dass (mein) Yoga nicht nur Sport ist, teile ich obige Ansicht nur bedingt:

Es gibt viele Quellen, so auch mein Yoga-Lehrenden-Handbuch aus der Ausbildung, die davon berichten, dass es Wunsch, Wille und Streben einiger großer indischer Meister des späten 19. Jahrhundert und des 20. Jahrhundert war, den Yoga im Westen populär zu machen und es so heute auch in Deutschland möglich ist, den Yoga in seiner Ganzheit (und nicht nur als Dehnübung) zu erlernen.

Photo by Artem Beliaikin on Pexels.com

Yogalehre im digitalen Zeitalter

Yoga dient den meisten Praktizierenden im digitalen Zeitalter zur Entspannung und zur Erhöhung der körperlichen Fitness. Der Yoga ist für sie Gegenstück zu einem sehr schnell-lebigen, reizüberflutenden, materialistischen und häufig ungesundem Alltag.

Die Ausbildungen zur/zum Yogalehrenden, so auch die 4-Wochen-Intensiv-Ausbildung, welche ich vor einigen Wochen abgeschlossen habe, versuchen die westlichen Anforderungen an den Yoga mit dem hohen Anspruch und Niveau des traditionellen Yoga anzugleichen.

Deshalb meint intensiv in der Ankündigung ‚4-Wochen-Intensiv-Ausbildung‘ auch wirklich intensiv! Intensiver, als ich es mir habe vorstellen können und ganz anders (besser, wenn auch herausfordernd) als man Aus- und Fortbildung normalerweise in Deutschland gewohnt ist.

In weiser Voraussicht und weil auch für mich ein beruflicher Alltag zu bewältigen ist, habe ich meine Ausbildung in drei Teile geteilt. Ich war zweimal eine Woche in der Präsenzausbildung im Ashram (klosterähnliches Meditationszentrum8 / Ort, an dem Yoga und andere spirituelle Praktiken praktiziert und gelehrt werden9) in Bad Meinberg und habe Corona-bedingt, die letzten beiden Wochen am Stück online zu Hause absolviert.

Intensiv bedeutet in der Präsenzausbildung im Ashram u.a., dass der Tag (das Aufstehen nicht inklusive) um 6 Uhr morgens mit Atemübungen, Meditation, gemeinsamem Singen, rituellen, hinduistischen Zeremonien und einem Vortrag zur Yoga-Philosophie bis 8:30 Uhr beginnt.

Dem schließt sich fast nahtlos die erste mehr als zwei-stündige Yoga-Praxis des Tages von 8:45 bis 11:05 Uhr an, bevor es bis 12 Uhr gesunde biologische, mindestens vegetarische Vollwertkost gibt. Dann folgen 45 Minuten Karma-Yoga (für mich Putzen in der Küche) und 45 Minuten Studienzeit. Schon ist es 14 Uhr und es geht weiter: Vortrag bis 16 Uhr, Yoga-Praxis bis 18 Uhr, Essen 18-19 Uhr, Meditation, Vortrag und gemeinsames Singen bis 22:10 Uhr.

12 Stunden jeden Tag. Und immer stehen die sogenannten ‚Türengel‘ an der Tür, bei denen man sich anwesend zeichnen lassen muss. Fehlzeiten sind nicht gestattet.

Photo by Andrey Grushnikov on Pexels.com

Wenn man allerdings einfach mal im Vortrag einschläft, so wie ich, ist das in Ordnung. Und auch, wenn man die ein oder andere Yogaübung auslässt, ist das ganz normal. Jeder achtet auf seinen Körper mit seinen aktuellen Grenzen (die sich mit der Zeit verschieben!)! Auch kritische Fragen und Diskussionen zu den Themen waren gewünscht, wurden aufgenommen und geklärt.

Es stehen auch Fasten- und Schweigetage auf dem Programm, wobei insbesondere das Fasten freiwillig ist, zumal der ‚normale‘ Rhythmus der Nahrungsaufnahme im Ashram ja schon ein Intervall-Fasten ist. (Hier zu meinem Artikel über das Fasten von Gewohnheiten…)

Der Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier, Tabak und Alkohol während der Ausbildung ist selbstverständlich, wo doch in der ‚normalen Welt‘ das Gegenteil selbstverständlich scheint.

Photo by icon0.com on Pexels.com

Für Menschen mit hohem Autonomiebedürfnis hört sich dieses Programm vielleicht schockierend an und löst Gegenwehr aus. Auch ich war manchmal ziemlich genervt, weil überfordert.

Ich habe meine (automatisierten, neuronal nicht-mehr anstrengenden) Routinen vermisst. Routinen, die Sicherheiten geben und an die auch mein Körper sich gewöhnt hat (z.B. das Kaffee trinken).

Routinen, die ich als meine bezeichne, von denen ich aber annehmen darf, dass es sich auch um Generationsgedächtnisse der Generationsgedächtnisse meiner Eltern und Großeltern und dem sozio-kulturellen Einfluss der deutschen Gesellschaft handelt.

Routinen, von denen ich mich im Yoga-philosophischen, sowie verhaltensneurobiologischem Kontext auch fragen darf (oder darüber meditieren darf), ob es denn bei der ein oder anderen erlernten Routine nicht sinnvoller wäre, sie loszulassen, weil sie nicht gesund ist und mir nicht gut tut…

Ich war vorher noch nicht im Ashram und hatte sicher eine falsche, westliche Vorstellung von der Ausbildung. Und das, obwohl sowohl Vorbereitungswochenenden zur Ausbildung angeboten werden als auch im Internet viele Informationen, insbesondere das Programm detailliert beschrieben sind. Ich hatte einfach noch keine Neuronen für diese Vorstellung.

Photo by Mudassir Ali on Pexels.com

Es war eine sehr intensive und gesunde Erfahrung und beide Male wollte ich bei der Abreise schon am Bahnhof lieber wieder zurück in den Ashram. Gleichzeitig wollte ich aber auch wieder zurück in meinen Alltag. Das waren sehr widersprüchliche Gedanken, letztlich mit dem Vorsatz, so viele gesunde Routinen wie möglich in meinen Alltag zu integrieren.

Der Kontrast ist wirklich stark. Das merkt man erst, wenn Körper und Geist durch den Yoga und das Meditieren mal richtig runtergefahren, zentriert und gestärkt sind, die Lungen vom vielen Yoga, den vielen Atemübungen und der Landluft wieder frei sind, der Körper durch das Intervall-Fasten, den Yoga und das gesunde Essen entgiftet ist und das Herz durch das Singen, die schönen, alten Geschichten und die Gemeinschaft wieder weit offen ist…

Wie solch ein Intensiv-Programm nun online gehen kann, erfahrt ihr in der nächsten Woche…

Stay tuned.

Eure Kathrin

Literaturverlinkungen

1 http://www.wiki.yoga-vidya.de/Yoga_Geschichte

2 http://www.yogaeasy.de/artikel/Die-Geschichte-des-Yoga

3 http://www.wiki.yoga-vidya.de/Veden

4 http://www.vedanta-yoga.de/yogameisterinnen-heilige-frauen-rishikas/

5 http://www.yoga.de/yoga-als-beruf/yoga-in-zahlen/yoga-in-zahlen-2018/

6 http://www.zeit.de/kultur/2019-09/yoga-geschichte-historie-sport-achtsamkeit-spiritualitaet

7 http://www.bento.de/sport/yoga-ist-mehr-als-sport-und-nicht-so-harmlos-wie-wir-denken-a-68cf3b17-8cc5-4839-a392-547e69b3bd66

8 http://www.de.wikipedia.org/wiki/Aschram

9 http://www.wiki.yoga-vidya.de/Ashram