Digitales Wohlfühlen und Verantwortung ― Tabula Rasa 2.0 für von digitalen Netzwerken Gestresste

Digitale Medien sind Teil unseres Alltags und interferieren mit unserem Privat- und Berufsleben. Digitale Netzwerke werden so entwickelt, dass sie unsere Aufmerksamkeit möglichst lange binden, mit unvorhersehbaren, variablen kleinen positiven Verstärkern, die unser intrinsisches Belohnungssystem stimulieren, hin zu unkontrolliertem, abhängigen Verhalten. Wie ist die Datenlage? Wer ist dafür verantwortlich und wer ist verantwortlich dafür, dass es mir gut geht? Was kann ich tun, damit es mir gut geht? Das sind die Fragen, auf die dieser Artikel antwortet.

Digitales Wohlfühlen: Fühle ich mich mit meinem digitalen Konsum (noch) wohl?

Der DAK Gesundheitsbericht 2019 zeigt, dass die große Mehrheit der Erwerbstätigen (85 %) soziale Medien nutzt. Unter sozialen Medien (die keineswegs „sozial“ sein müssen, d.h. „eine empathische Bedeutung im Sinne von ‚dem Gemeinwohl dienend‘ oder ‚den Schwächeren schützend‘“ (DAK Gesundheitsbericht 2019, S. 146-147) implizieren) wurden hier „digitale Medien und Plattformen gemeint, durch die Sie mit anderen Nutzerinnen und Nutzern in Austausch treten und/oder Inhalte erstellen und austauschen können. Das sind unter anderem soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder LinkedIn, Blogs und Internetforen, sogenannte Mikroblogs wie z. B. Twitter. Auch Messaging-Dienste wie WhatsApp oder Snapchat gehören dazu. Die Nutzung von E-Mail oder Web-Seiten gehört dagegen nicht dazu.“ […] „Gefragt nach den zwei wichtigsten sozialen Medien, die sie in den letzten 12 Monaten genutzt haben, geben die Befragten vor allem Facebook (51 Prozent) und WhatsApp (49 Prozent) an. Ein kleinerer Teil der Befragten zählen Instagram (18 Prozent) und Twitter (3,7 Prozent) dazu. (ebd., S. 147). Dabei sei der Anteil der Nutzer*innen sozialer Medien über alle Altersgruppen hoch, in der Altersgruppe 18-29 mit 95, 3 % am höchsten.

Schade, dass die Studie nicht zwischen den Messenger-Diensten, die ja irgendwie auch als „moderne Anrufbeantworter des geschriebenen Wortes + Emojis“ zwischen zwei einander bekannten Personen oder Kleingruppen (Study Groups, Familiengruppen) verstanden werden können und den, potentiell in die Welt projizierenden digitalen Netzwerken wie Facebook und Instagram unterscheidet.

Instagram-Fund; Quelle: Süddeutsche Zeitung Magazin

Wie scherzhaft von der Süddeutschen Zeitung auf Instagram visualisiert, geben auch 9 Prozent der in der DAK-Studie Befragten einen gewissen Kontrollverlust bei der Nutzung digitaler Medien an.

8 Prozent der in 2019 Befragten „haben oft soziale Medien genutzt, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen“ (ebd., S. 151). Digitale Medien dienen somit auch als Flucht- und Abwehrmechanismus, wenn die Realwelt vermeintlich zu schmerzhaft wird.

Knapp 4 Prozent der Befragten geben einen Interessenverlust an Hobbies und Interessen durch die Nutzung digitaler Medien an (ebd., S. 151), der häufig auch mit einen Rückzug aus physischen Kontakten einhergeht und begleitet wird durch andere Beeinträchtigungen, wie starke Ängste, Schlafstörungen, Essstörungen oder Depressionen.

Die Zahlen, sowie das Ausmaß der Erscheinungen dürften sich aufgrund fehlender physischer Kontakte und fehlender adäquater Möglichkeiten zur Stressbewältigung durch die Corona-Pandemie mit ihren Begleitmaßnahmen erhöht, bzw. verstärkt haben. So berichtet auch Uta neulich von ihrem Digital Overload und ‚Zoom Fatigue‘ und Mario von weniger überladenen und vor allem weniger überlastenden Alternativen zum World Wide Web. Wenn Sie mal schauen möchten, wie sich Ihre tatsächliche Nutzung von digitalen Medien von Ihrer Erwartung und Selbsteinschätzung unterscheiden, habe ich dafür hier eine kleine Reflexionshilfe gebaut, die sich ausdrucken und analog ausfüllen lässt (Marter, 2021).

Insbesondere die digitalen Netzwerke (ich möchte sie nicht sozial nennen) haben Suchtpotential; mindestens für solche, die ohnehin schon Suchtthematiken haben. Und auch wenn sie kein Suchtpotential hätten, so haben sie doch einen starken Einfluss auf die Art und Weiße wie wir kommunizieren, unsere Zeit verbringen, unsere physische, psychische und emotionale Gesundheit und unsere Gesellschaft.

Wer verantwortet mein intrinsisches Belohnungssystem?

Früher (als das Leben noch unbequemer war) haben Menschen mit Suchtthematiken ‚nur‘ zu viel getrunken, dann auch (zu viel) geraucht (wenn man einmal die Problematik ‚harter‘ Drogen ausklammert). Im digitalen Zeitalter nun kommen durch Digitales induzierte Dopamin-Kicks (und vieles mehr) im Belohnungssystem des Gehirns hinzu. Das Belohnungssystem schließt auch das emotionale Zentrum (das limbische System) mit ein. So kommt es, dass wir uns, wenn wir ‚gestresst‘, traurig, ängstlich oder wütend sind, eine sogenannte ‚Belohnung‘ suchen, die uns vermeintlich beruhigt und entspannt. Heute wird dafür dann recht schnell das Smartphone gezückt. Wichtig zu wissen ist, dass es sich hier nicht um eine echte, gesunde Belohnung handelt, sondern mindestens um eine Ablenkung, in der Regel einen Abwehrmechanismus, der uns der Lösung des Ursprungsproblems der leid-auslösenden Emotion nicht näher bringt.

Ein mich inspirierender und meine Message unterstützender Fund aus irgendeinem digitalen Netzwerk. Quelle unbekannt.

Wie bei Alkohol und Nikotin ist der Weg über eine ungesunde Gewohnheit in eine potentielle Abhängigkeit schleichend. Einstieg und Zugang sind niedrigschwellig und gesellschaftlich anerkannt, wenn nicht sogar anerkannter als der Verzicht. „Wie, du bist nicht bei Whatsapp!“ + Augenverdrehen. „Wie, du trinkst keinen Alkohol!“ + Bist du schwanger?“ oder „Spaßbremse!“

Für den Konsum von Tabak haben sich diese Phänomene der Gruppendynamik durch politische Regelungen drastisch geändert. So ist das Rauchen in gastronomischen Einrichtungen und Diskotheken seit 2008 verboten. Binnen kürzester Zeit sind nun die Rauchenden zu den Spaßbremsen und Spalter*innen geworden.

Ich bin allerdings überhaupt keine Freundin des Trends, überall sofort politische Lösungen zu fordern. Zumal diese ja auch sofort wieder abgelehnt und bekämpft werden und von anderen wieder neue, andere politische Lösungen gefordert werden. Viele vergessen bei all ihrer Arbeit, zwischenmenschlichen Problemen und automatisierten Ablenkungs- und Abwehrmechanismen durch Smartphone, Alkohol, Zucker, Konsum und Co., dass sie selbst eine Verantwortung für Körper, Psyche und Emotionen und ein soziales Miteinander zum Wohle aller haben.

Letztlich brauchte es ein politisches Eingreifen in Sachen Nichtrauchendenschutz, weil das Rauchen in Diskotheken und der Gastronomie ‚normaler‘ war als das Nichtrauchen. Deshalb kamen Rauchende gar nicht auf die Idee, zum Rauchen raus zu gehen, um so andere durch ihr eigenes ungesundes (Sucht-)Verhalten nicht zu schädigen. Ähnlich verhält es sich mit der Gleichstellung der Geschlechter und dem Pfandsystem für PET-Flaschen. Beim Pfandsystem gilt der politische Eingriff dem Schutz der Erde durch den sinnvollen Umgang mit Ressourcen. Er war nötig, weil wir Verbrauchenden von allein nicht ausreichend recyceln und die Produktion von neuem Plastik für die Herstellenden günstiger als Recyceln ist. (Deposy, 2021)

Ein politischer Eingriff in unseren Alltag durch Restriktion des Konsums digitaler Medien zum Schutz unserer körperlichen, psychischen und emotionalen Gesundheit ist natürlich undenkbar und nicht erstrebenswert. Zumal gut aufbereitete digitale Medien und der digitale Austausch z.B. in Lockdown-Zeiten zum Erhalt der Gesundheit beitragen können. Ich selbst bekomme durch die Kanäle, die ich abonniert habe, immer wieder wunderschöne Erinnerungen und Inspirationen zu Aspekten eines gesunden Lebens und Arbeitens oder freche Frauenpower-Kommentare, die meinen Horizont erweitert und mich über die Jahre wachsen lassen haben.

Visualisierte Daten: Ein mich inspirierender Facebook-Fund von Lena Deser über editionF.
Ein mich inspirierender Facebook-Fund. Quelle: unbekannt

Es ist an uns, an jeder und jedem einzelnen von uns Verantwortung zu übernehmen und gesund, fair, sozial und nachhaltig zu denken, zu sprechen und zu handeln. Jede*r von uns kann dabei ein strahlendes Licht für Werte sein ohne andere zu belehren, Ängste zu schüren, zu beleidigen oder Meinungen aufzudrücken. Jede*r von uns kann so zu einem gesünderen, neuen Normal beitragen. Dafür müssten wir regelmäßig aus der Eskalationsspirale des Außen (d.h. der Reizüberflutung und dem unrealistischen Leistungsdruck im beruflichen Alltag, TV und digitalen Medien), uns beruhigend, entspannend, klärend und so deeskalierend bei uns selbst ankommen. Das hilft auch gegen Sucht und jede andere Art des Versuches der ungesunden und nicht zielführenden Bedürfnisbefriedigung.

Im Selbst ankommen macht handlungsfähig und gestaltungsfrei

Aus der Sicherheit und Verankerung, die beim Ankommen bei sich selbst wieder wahrgenommen werden können, erwachsen Ruhe und Zentrierung. Das Herz kann sich wieder öffnen, der eskalierte Verstand beruhigt sich. Vertrauen in die eigenen Stärken, Vertrauen in die Welt, Geduld und Humor mit den eigenen Schwächen und denen anderer wird wieder möglich.

Umso mehr wir in Liebe und Vertrauen bei uns selbst ankommen, umso heller scheint unser Licht und der Wunsch sich nicht mehr an gesellschaftlichen Eskalationsprozessen zu beteiligen, was nicht gleichbedeutend ist, mit: keine Meinung zu haben und diese nicht auch angemessen zu vertreten.

In der Kraft, zentriert und mit offenem Herzen fällt es schwerer, Margarine mit Palmöl zu kaufen, wenn der Preis dafür die Abholzung der Regenwälder ist. Auch die Billigsalami lächelt einen nicht mehr an, ganz im Gegenteil.

Weil wir uns nicht mehr in einem Zustand des Mangels empfinden, brauchen wir auch nicht mehr 2 € ‚sparen‘, um bei den gängigsten Online-Anbietern ein neues Scrabble-Spiel zu bestellen. Auch diese Klicks stimulieren das Belohnungssystem auf eine ungesunde und manipulative Weise und der ständige Hinweis darauf, dass nur noch drei, zwei, ein Stück auf Lager sind/ist, gibt uns gezielt das Gefühl, nicht genug zu bekommen und gestresst, noch schneller und unreflektierter auf den Kauf-Button zu drücken. Danach stellt sich kurzzeitig vermeintlich belohnende Erleichterung ein, weil wir das wertvolle Stück zum Mindestpreis ergattert haben und diesmal nicht diejenigen sind, die ‚zu spät‘ kommen und leer ausgehen.

Geankert, herz-offen und zentriert, beteiligen wir uns so nicht an ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, haben die Möglichkeit im Laden in einen physischen, sozialen Kontakt zu gehen, ein Stadtbild mit kleinen Lädchen zu erhalten, die wiederum ihre Steuern im Land des Lädchens zahlen und so auch zu sehr vielem beitragen, dass uns im Wohlstand hält.

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

―Mahatma Gandhi

In diesem Zustand der Handlungsfähigkeit und Gestaltungsfreiheit fragen wir uns recht bald auch, von wem wir uns inspirieren, leiten oder manipulieren lassen möchten.

  • Möchte ich meine wertvolle Frei- und Regenerationszeit mit digitalen Medien verbringen, die es darauf anlegen, meine Aufmerksamkeit durch gezielt eingesetzte verhaltenswissenschaftliche Konzepte (z.B. Konditionierungen, Ansprache des Belohnungssystems,…) so geschickt und ungesund zu binden, dass ich selbst keine Kontrolle mehr darüber habe, was ich da eigentlich tue? (Giesler, 2018)
  • Möchte ich getrieben sein von der Angst, in der fiktiven Parallelwelt meiner digitalen Filterblase etwas zu verpassen („Fear to miss out“)? Was verpasse ich denn wirklich? Was kann ich gewinnen, wenn ich keine Angst habe? Was mache ich statt dessen? Wer kann mich unterstützen? Mit wem möchte ich spazieren gehen, mit wem Scrabble spielen?
  • Möchte ich mich, das leuchtende, geerdete, zentrierte, liebende und geliebte, wertvolle, herz-offene, sanfte Wesen, das ich bin, abhängig machen von Like-Buttons und Likes Unbekannter? Was braucht es für mich wirklich, um meine menschlichen Bedürfnisse nach Nähe und Wertschätzung zu befrieden? Wieviel davon braucht es wirklich von außen? Und wo muss ich erstmal anfangen, mich selbst zu liken? Wieviel mehr Lebensqualität kann ich wohl erlangen, wenn ich mich selber mag?
  • Wenn ich in den digitalen Medien Reize und Informationen konsumiere, welche sind das? Machen sie mir Angst, mich traurig oder wütend? Sind sie gut recherchiert und von Menschen mit Expertise geschrieben? Haben sie die Absicht mich zu schwächen oder machen sie mich handlungsfähiger?

Digitale Ruhe und Besinnlichkeit zwischen den Jahren

In Vorbereitung auf die Rauhnächte, einer Zeit der inneren Einkehr, und auf meine Rauhnächte Meditation Challenge hab ich gestern alle digitalen Netzwerke von meinem Smartphone deinstalliert. Ich faste mal wieder, d.h. ich verzichte freiwillig.

Nun brauche ich allerdings neue gesunde Routinen für die neu-gewonnene Zeit und Freiheit (in der Regel macht man*frau sich da vorher einen Plan für) und eine neue gesunde Routine, um die digitalen Netzwerke, auch für meine beruflichen Tätigkeiten weiterhin regelmäßig zu nutzen, ohne dass wertvolle Zeit und Lebensenergie unkontrolliert vergeht. Ich dachte da so an eine Stunde pro Tag am Vormittag vom Rechner aus, mit Timer.

Als nächstes wird dann auch das E-Mail-Postfach im Smartphone um sein Dasein fürchten müssen. Das braucht aber wirklich einen Plan und Zeit damit nichts verloren geht. Meine analoge Uhr hab ich auch aus den Tiefen der Verbannung befreit. Sie braucht aber eine neue Batterie und damit habe ich einen neuen Punkt auf meiner To-Do-Liste, den ich abarbeiten muss, um in die neue Freiheit (gesunde Belohnung) zu kommen. 

Gesunde intrinsische Belohnungen

Heute habe ich Wikipedia gespendet, um einen kleinen Beitrag zu daten- und literaturbasierter Informationsverbreitung zu leisten (gesunde Belohnung). Nachher geh ich noch ein Scrabble-Spiel, Milch und Kerzen kaufen (gesunde Belohnung) und auf den Weihnachtsmarkt (gesunde Belohnung), um das Privileg des Analogen zu genießen (gesunde Belohnung). Ich habe vor, alle Welt anzulächeln (gesunde Belohnung). Ich habe heute auch schon ein überraschendes Weihnachtspäckchen bekommen und freue mich sehr (gesunde Belohnung).

Drücken Sie mir die Daumen, wie ich Ihnen die Daumen drücke!

Geerdete, herz-offene und zentrierte Sonnen- und Weihnachtsgrüße,

Ihre Dr.in Kathrin Marter

Do’s & Don‘ts im Lockdown des Jahrhunderts: Ein Mutmacher und Ideengeber

In diesem Beitrag geht es um den Februar als schwierigen Monat, der mit Corona und Lockdown, nach einem schwierigen Jahr, noch schwieriger wird. Es geht darum, zu reflektieren, was wir alles haben und wofür wir dankbar sein können. Es geht um den Konsum digitaler Technologien im Arbeits-und Gammelmodus. Der Beitrag enthält eine Übersicht zur Reflexion des eigenen Konsums digitaler Technologien und bietet Ideen für analoge Alternativen, die das Potential haben, uns körperlich und psychisch in die Balance zu bringen oder zu halten, damit wir körperlich und psychisch gesund bleiben können.

Der Februar, der „übelste Mond des Winters“ im Corona-Lockdown

Zur Erinnerung, weil es momentan recht leicht ist in der eigenen Alltags-Filter-Blase das Gefühl für Zeit und Raum zu verlieren: Es ist Anfang Februar, noch mindestens zwei Wochen Lockdown liegen vor uns. Folgen wir dem Kalender, ist der Februar der kürzeste Monat, der mit den wenigsten Tagen, Stunden, … Anfühlen tut er sich länger als alle anderen:

„Er ist der übelste Mond des Winters, und dass er zu allem Überfluss gelegentlich auch noch als Frühling verkleidet daherkommt, und das auch jeweils nur für ein paar Stunden, um sich dann sogleich wieder mit einem sadistischen Lachen die Maske vom Kopf zu reißen und all den einfältigen Gesichtern Hagelkörner ins Gesicht zu spucken – ein Benehmen, das einem schnell zum Hals raushängt –, all dies macht in nur noch grausamer. Der Februar ist erbarmungslos und er ist langweilig. […]“ (Aus: PanAroma von Tom Robbins, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1985)

Privilegien-Check im Corona-Lockdown

Wohl denen, bei all der langen Weile,

Nephila spec.
  • die einen Coronakrisen-sicheren Job haben,
  • deren Arbeitgebende nicht Kontrollfreaks, Verantwortungsabschiebende und Angsthas*innen genug sind, weiterhin Home Office zu verweigern (hier hat sich für mich mit dem ersten Lockdown schon die Spreu vom Weizen getrennt und ich kann nur jedem/jeder Arbeitnehmenden, welche grundlos ins Büro mussten, raten, sich jetzt, mit der langen Weile, nach einem fleißigen erfolgreichen Arbeitstag, nach einem neuen Arbeitsplatz umzuschauen (vielleicht durften Sie ja deshalb kein Home Office machen, weil Ihre komplette Führungsriege von zu Hause arbeitete?),
  • noch wohler denen, deren Arbeitgebende ein vorbildliches, verantwortungsvolles, digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement durch engagierte Verantwortliche aufgebaut haben, damit wir als Arbeitnehmende in dieser (ohne verwurzelte gesunde Routinen außerhalb von Kino, Café und Vereinssport auch ohne Corona-Erkrankung oder auch ohne Lockdowns) nicht ganz gesundförderlichen, für Körper und Psyche ohnehin schweren Winterzeit, nun nicht noch schwerer wird. Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement, dessen Verantwortliche nicht immer noch argumentieren, dass Gesundheit nur analog möglich ist und wir erst nach Corona (Ey, wann soll das bitte sein?) wieder betrieblich beim gesund sein unterstützt werden. Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement, das uns hilft und anregt, gesunde Alternativen zur Smartphone- und Netflix- Langeweile zu entwickeln und für die eigene Salutogenese zu nutzen, damit wir auch alle irgendwann wieder körperlich und psychisch gesund zurück an den Arbeitsplatz kommen, um weiter hochmotiviert und -engagiert, mit viel Power und Ausdauer zum Erfolg des Unternehmens beizutragen.
  • Wohl uns, die wir in Deutschland leben und selbst mit Einschränkungen oder drohender Pleite (obwohl häufig anders kommuniziert, nicht gleichzusetzen mit Existenz!!!) wenigstens den schwachen Trost einer Grundabsicherung erwarten dürfen (sofern Sie nicht Schüler*in oder Studierende ohne Elternhaus mit Mittelstandseinkommen sind. Als Mitglied einer solchen ‚Randgruppe‘ sind Sie mächtig in der Patsche und brauchen unsere Unterstützung!) Immer und besonders jetzt ist das Aufgeben eines Yoga-Studios, eines Reisebusunternehmens, einer gastronomischen Einrichtung, eines Einzelhandels,… weder Schande noch Scheitern. In den USA könnten wir unter diesen Umständen mit unseren letzten 13 $ einen Greyhoundbus nach San Diego, in SunnySo(thern)Cal(ifornia) nehmen. Dort ist es für Menschen ohne festen Wohnsitz besonders attraktiv, denn es ist durchgehend warm und es regnet recht wenig. Anders als im Sunshine State Florida. Dort ist es auch warm, aber es regnet, für die Tropen typisch, täglich und deshalb gibt es giftige Spinnen, z.B. Schwarze Witwen, riesengroße Seidenspinnen der Gattung Nephila, Alligatoren gibt es auch und Schlangen, darunter auch giftige…
  • Wohl uns, die wir in Deutschland leben und ein in der Regel schnelles und qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem erfahren dürfen.
  • Wohl uns, …. Diese Liste ist trotz allem beliebig erweiterbar. Wenn Sie mögen, schicken Sie mir (oder schreiben Sie in die Kommentare) die Punkte, für die Sie dankbar sind, damit die Liste länger und länger und länger werden kann und wir uns sicherer und trotz allem in unserer Kraft fühlen können.

Danke, danke, danke!

Privilegien-Check im Corona-Lockdown

Der Februar, ein Hindernis; matschige, sumpfige Langeweile?

Der Februar „führt sich auf wie ein Hindernis, er ist ein matschiges, ein sumpfiges, ein langweiliges Zwischenstück, das sowohl Fortschritt als auch Befriedigung verhindert.“ (Aus: PanAroma von Tom Robbins, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1985)

Was nun tun, in diesem Februar, in dem uns, wie so häufig im übelsten Mond des Winters die Decke auf den Kopf fällt, im Spagat zwischen Homeschooling und Homeoffice, alleinstehend zuhause, oder mit selbst dem/der liebenswürdigsten Partner*in, der Diskussion und konflikt-belasteten Entscheidung, wer nun abwäscht und wer staubsaugt.

Ich könnte, aus Mangel an Alternativen, noch mehr arbeiten. Möglichst am Rechner, damit ich zu Ostern auch garantiert

  • chronisch eine (stärkere) Sehhilfe brauche,
  • meine Muskulatur sich auf ein Minimum reduziert hat,
  • meine Faszien maximal verklebt und
  • Nacken und Schultern chronisch verspannt sind,
  • die Halswirbelsäule blockiert ist,
  • mein Herz-Kreislauf-System soweit runter gefahren ist, dass mein Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und Umwelttoxine nicht abgebaut werden können — Toxine, die ich mit stark verarbeiteten, wenig nahrhaften Lebensmitteln (wie Pizza, Pommes, Currywurst, Chips), Zigaretten, Weichspüler und all den anderen Dingen zu mir nehme und die nicht abgebaut werden können und sich in meinen Zellen ablagern. Dinge, welche ich so vor mich hin konsumiere und dabei Amazon leer kaufe (anstatt den lokalen Handel zu unterstützen), um die Langeweile möglichst kurzfristig zu befriedigen, zu füllen. Gebongt.

Sollten sich hier zwischen den einzelnen Pflanz-, Melk- und Bauzeiten doch mal einige Minuten lange Weile ergeben, hab ich sicherheitshalber Netflix am Laufen und könnte mal bei Facebook oder LinkedIn gucken, was meine anderen digitalen Tribes so machen.

Ohne Likes und Kommentare versteht sich, muss ja keine*r wissen, was und wen ich mag. Ich bin lieber inkognito unterwegs und mag unpersonalisierte Werbung viel lieber als die Personalisierte oder gar das Persönliche. 

Digitales Wohlfühlen

Achtung! Licht am Ende des Tunnels und Hoffnung ganz unten in der Büchse der Pandora. Damit ich nicht komplett durchdrehe, mach‘ ich mir mal eine Übersicht über meinen Medien- und Digitalkonsum. Vielleicht hilft mir die nackte, faktenbasierte, in Stunden greif- und sichtbar gemachte Tatsache, den Hintern und die Lunge an die frische Luft zu befördern, so wie ich es mir vor nicht mal einem Monat zu Silvester schließlich vom Universum gewünscht habe… Wenn frau sich nicht um alles selbst kümmert, keine SMARTen Ziele macht, nicht in die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse und die eigene Gesundheit geht, dann wird das verflixt nochmal wohl nix…

Digitales Wohlfühlen, modifiziert und in Teilen aus dem Englischen übersetzt aus Material eines Kurses zum Digital Wellbeing, den ich online und for free im Dezember an der University of York gemacht habe.

Mist! Die Fakten sind, ich sag mal, unschön. Okay, was kann ich für mich tun…

Zum Jahresanfang kommt mein Krankenkassen-Bonusheft. Dort bekomme ich auch einen Stempel mitsamt Bonus für das deutsche Wanderabzeichen! Cool! Wie komm ich an das Deutsche Wanderabzeichen?

Da Gruppenwanderungen in Lockdown-Zeiten nicht möglich sind, verlängert der Deutsche Wanderverband (DWV) die Sonderregel, nach der auch individuelle Wanderungen für das Deutsche Wanderabzeichen punkten. Das ist auch deswegen wichtig, weil während der Corona-Pandemie viele andere Freizeitsport-Aktivitäten nicht mehr möglich sind. […]

Um das Bewegungsabzeichen samt Urkunde am Ende des Jahres 2021 zu bekommen, benötigen Erwachsene über das Jahr hinweg 200 Kilometer, Jugendliche 150 Kilometer und Kinder 100 Kilometer, die in mindestens zehn Einzelwanderungen gelaufen werden. […]

Der Deutsche Wanderverband möchte mit der Sonderregelung möglichst viele Menschen in Bewegung halten oder bringen. Daher werden pro Monat bis zu 20 Kilometer, die im Kreis der Familie, mit einzelnen Freunden oder auch alleine erwandert werden, für das Deutsche Wanderabzeichen gewertet. Dank der ehrenamtlichen Wegearbeit der Mitgliedsvereine im DWV ist das flächendeckend und auch abseits der Wanderhotspots möglich.“ (DWV Pressemitteilung 3/2021, Kassel, 26. Januar 2021)

Das pdf zum Sonderblatt gibt’s auf meiner Website in der Wanderabteilung und auf den Seiten des DWV. Tolle Aktion. Und mit einem Haushalt darf ich mich ja treffen. Also nix wie los! Hilft auch bei durch übermäßige Bildschirmarbeit bedingter Kurzsichtigkeit und sorgt so auch für mentale Weitsicht.

Was noch? Businesspilgern geht! Das habe ich im letzten Jahr schon mal begonnen. Es hat sich mit Weihnachten wieder aus der gesunden Routine verabschiedet und muss neu belebt werden. Also Netzwerkkarte raus (zur strategischen Netzwerkberatung hier entlang) und die Frage gestellt: Wer in meinem Netzwerk hat Bock, ist in der Nähe, zuverlässig und nett? Mit wem möchte ich Businesspilgern? Wo hab ich die Telefonnummer? Und los! Eine circa einstündige Mittagspause, ggf. eine Stunde nach Feierabend, um sich mit einer lieben Person eines anderen Haushalts zu einem Spaziergang zu treffen. Wenn alle meine Kontakte und ich verantwortungsvoll mit nur sehr wenigen Menschen Kontakt haben und wir uns nicht wild umarmen, sollte es doch möglich sein, neben einer Wanderung am Wochenende, zweimal pro Woche eine Stunde spazieren zu gehen. Das wärmt nicht nur den Körper, sondern auch das Herz und sorgt für ein ausgeglichenes Oxytocin-Level, so dass ich mich nicht einsam fühle und auch am Folgetag Lust und Elan habe, mich nochmal allein um den Block zu bewegen,… oder zum Magdeburger Dom, da bin ich sehr gerne…

Der KreisSportBund Saalekreis ruft „alle organisierten und nichtorganisierten Sportler*innen der Region auf sich im Zeitraum vom Samstag, den 23.01.2021 bis Sonntag, den 28.02.2021 an der Aktion KILOMETERSAMMLER zu beteiligen. In diesen 37 Tagen gilt es, möglichst viele Kilometer zu Fuß im Freien (Spaziergang, Walken, Joggen) zurückzulegen und die Leistung dem KreisSportBund Saalekreis zu melden. In Kooperation mit der Saalesparkasse werden die Sportvereine mit der größten Laufleistung prämiert. Nichtorganisierte Sportler*innen können ihre Laufleistung einem Verein unter dem Dach des KSB Saalekreis „spenden“.“ (Maik Heinel, stellv. Geschäftsführer, Breitensport / Sport und Gesellschaft, KreisSportBund Saalekreis e.V., 20.01.21) Hier geht es zum Aufruf. Sicher gibt es ähnliches auch in Ihrer Region. Die Vereine und Verbände hatten ja nun genug Zeit, sich Tolles auszudenken oder irgendwo abzuschauen, zu organisieren und anzubieten. Es ist eine großartige Möglichkeit, selbst in Bewegung zu kommen, zu helfen und zu unterstützen und soziale teilzuhaben.

Vielleicht hat das Unternehmen für das Sie arbeiten, ja einen Pausenexpress, in dem Sie sich angeleitet durch ein paar mobilisierende und stärkende Übungen (i.d.R. für Schultern und Nacken) arbeiten, um einen gesunden Impuls in den Körper zu geben. Hier treffen Sie auch ein paar Kolleg*innen, können sich kurz austauschen und erleben Gemeinschaftsgefühl. In meinen Online-Sport- und Yogakursen brauchen Sie auch nur wenig bis gar nicht auf den Bildschirm schauen und werden von mir auch immer wieder dazu eingeladen, auf den eigenen Körper zu hören, wie die Übung richtig ist. Und sollte die Übung doch ungesund ausgeführt werden, dann bin ich ja da, um zu unterstützen. Ich lasse meine Teilnehmenden gern mit geschlossenen Augen arbeiten, damit die Augen sich entspannen und wir die anderen Sinnesmodalitäten und z.B. unsere Atmung wieder bewusster wahrnehmen können. Das erdet, klärt, beruhigt und fokussiert ganz wundervoll und leitet Regeneration ein.

Sollte Ihr Unternehmen tatsächlich immer noch kein digitales Gesundheitsmanagement für das Home Office aufgebaut haben, könnten Sie ja höflich mal Bedarf und Unterstützung anmelden und ggf. auch Ihre Kolleg*innen darum bitten, gleiches zu tun. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und Sie dürfen hier für sich und andere in die Verantwortung gehen. Auch das fühlt sich großartig an und hilft, Körper, Psyche und emotionales System im Februar + Lockdown auszugleichen und Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Zunächst einmal nicht offline, aber motivierend und in Schwung bringend, könnte jede*r, die*der schon mal von Selbständigkeit geträumt hat (oder selbständig ist und situationsbedingt ein wenig umplanen muss, oder sowieso jede*r einfach mal so), seinen/ihren Businessplan erstellen, um sich zu positionieren und Träume wahr werden zu lassen. Es gibt da eine wunderschöne kostenfreie Website, die Gründerplattform. Sie wird auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt und bietet sehr nützliche Tipps zur Gründung und zur Erstellung von Businessmodellen durch wichtige und die richtigen Fragen zur Unternehmung im Baukastenprinzip und macht sehr viel Spaß. Offline kann man/frau dann mit Post its, Buntstiften und Vision Board kreativ weiterwirken, Ziele formulieren, Pläne schmieden, aus Träumen Wirklichkeit machen.

Ausmisten ist auch toll, komplett analog und bereitet den Frühling super vor. Sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Sich überlegen, was wirklich gebraucht wird und was seit Jahren an Ballast, z.T. auch mit Schuldgefühlen belastet, unreflektiert mitgeschleppt und aufgehoben wird. Sich von alten Klamotten, Büchern, Schnickschnack, Lohnstreifen und uralten Dokumenten zu trennen, das klärt auch die Psyche ungemein und hinterlässt ein befriedigendes Gefühl, mal wieder richtig was geschafft zu haben.

Zwischen den ungesunden zweistündigen Zoom-Meetings und ohne Pausenexpress lässt sich auch gut aufräumen, den Körper leicht mobilisieren und immer wieder mal das Auge auf Weite einstellen. Umräumen, um die eigene Wohnung gesünder zu gestalten und einen Impuls ins Neue zu geben ist auch eine fantastische Idee, um ungesunde Routinen loszulassen.

Die Steuererklärung kann auch ein schönes Spiel sein. Manch eine*r putzt aber lieber Fenster, als die Steuer zu erklären. Prokrastination. Auch in Ordnung. Fenster putzen regt auch den Stoffwechsel an und bringt Schultern und Nacken in Bewegung. Wenn Sie das Fenster aufmachen, um es auch von außen zu putzen (würde ja Sinn machen), bekommen Sie auch eine ordentliche Portion Sauerstoff in die Lungen und werden anschließend mit Durchblick belohnt. Das klingt sogar für mich attraktiv…

Wenn ich all diese Dinge als Pilotprojekt ansehe und wenigstes erstmal anfange, mit der Option, jederzeit mit dem Gesundwerden oder -sein wieder aufzuhören, sollte ich keine Lust mehr haben, sind Großprojekte wie die Entsorgung der Lohnstreifen der letzten 20 Jahre und anderer Dokumente aus etlichen Ordnern im Bettkasten auch keine unüberwindbare Hürde mehr.

Analoge Reizumgebungen — Wohlfühlatmosphäre im Corona-Lockdown

Sauerstoff durch Lüften ist eine gute Idee für körperliche und psychische Klarheit und Frische. Pflanzen reinigen und befeuchten darüber hinaus unsere Raumluft erheblich. Zusätzlich sorgt ein Diffuser oder eine Öllampe mit reinen ätherischen Ölen für gereinigte Luft und unterstützt je nach Öl ihre Grundstimmung:

In Zitrusfrüchten und deren konzentrierten Ölen sind Sonne und Sommer gespeichert. Zitrusöle in der Luft, auf der Haut, in den Getränken, in oder als Lebensmittel wirken entzündungshemmend, konzentrationssteigernd,… Das Öl der Orange z.B. wirkt belebend und erfrischend auf Körper (Entspannung der glatten Muskulatur) und Psyche (Förderung von Positivität, energetisierend) und kann so den Auswirkungen von Lichtmangel in der Winterzeit (Winterdepression) entgegenwirken; das Öl wirkt stimulierend auf die Zirbeldrüse (u.a. Ort der Melatonin-Bildung; Regulation zirkadianer Uhren im menschlichen Körper) und ausgleichend auf die Hypophyse (übergeordnete Hormondrüse, Schnittstelle Nervensystem – Hormonsystem). Es regt möglicherweise die Produktion des Hormons Enkephalin (stimmungserhellend) an.

Eukalyptusöl ist eines der stärksten Antiseptika, die natürlich wachsen. Heute wie damals gilt das Öl als eines der besten Mittel gegen Atemwegserkrankungen, Harnwegsinfektionen, Fieber, Rheumatismus, Muskelschmerzen, Wunden, Hautunreinheiten, Akne, Trägheit und Antriebsschwäche. Das Öl des Wohlbefindens hat einen frischen eindringlichen Duft, riecht etwas kampferartig, riecht ‚gesund‘. Eukalyptusöl eignet sich wegen seiner Intensität bestens zur Reinigung der Raumluft, erleichtert das Atmen bei Erkältungen und fördert so die Sauerstoffversorgung und Regeneration aller Körperzellen.

Lavendelöl stimuliert das parasympathische Nervensystems, d.h. den Teil unseres vegetativen Nervensystems, dass für Erholung, Entspannung, Regeneration und das Auftanken unserer Energiereserven zuständig ist. Das Öl der Kommunikation beruhigt das Nervensystem, lindert so Angst- und Stresszustände und macht so auch blockierte Kommunikation intra- & interpersonell wieder möglich. Durch die entspannende Wirkung ist es auch gut geeignet bei (Ein-) Schlafstörungen, Hyperaktivität, Jetlag und den unangenehmen Begleiterscheinungen von Stress (z.B. Zähneknirschen, Nägelkauen oder Verspannungen der Muskulatur). Ich könnte Ihnen noch sehr viel über die heilenden Wirkungen von ätherischen Ölen erzählen. Ich bin Fan dieser analogen, natürlichen, wohltuenden Reizumgebungen, die mich vom digitalen Ziegenmelken zurück in die Gegenwart bringen!

„Wenn dem Februar die Farbe von Schweineschmalz auf Schwarzbrot zukommt, so entspricht sein Geruch dem von nassen Wollhosen. Was den Ton angeht, so haben wir es mit einer abstrakten Melodie zu tun, die auf einer quietschenden Geige gespielt wird, jammernd wie eine seekranke Xanthippe. O Februar, du bist nicht nur klein, du bist auch bescheiden! Verfügtest du in deiner lästigen Ausdehnung über den doppelten Umfang, würden wohl nur wenige von uns überleben, um den schönen Monat Mai willkommen heißen zu können.“ (Aus: PanAroma von Tom Robbins, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1985)

Welche visuellen Reizen setzten Sie dem „Schweineschmalz auf Schwarzbrot“ entgegen, welche olfaktorischen den nassen Wollhosen? Welche akustischen Reize tun Ihnen gut, wärmen und nähren Sie durch den Februar in den Frühling? Geben Sie sich davon genug? Wie können Sie mehr davon bekommen, wenn Sie das möchten?

Eine positive, Sie ansprechende milde Reizumgebung vermittelt das Gefühl von Sicherheit. Wo ich sicher bin, bin ich weniger in der Angst, im Frust und/oder im Stress, kann mich öffnen, vertrauen, kreativ sein, fühle mich wohl. Tee, Kerzen, frische, helle Kleidung und frische und frisch zubereitete Lebensmittel, das Lesen analoger Bücher und/oder ein langes Schaumbad entstressen analog auf gleiche Weise.

„Wir festigen unsere Gedächtnisse über Nacht. Ein positiver, gesunder Input durch ein positives, gutes Buch oder Meditation am Abend verbessert unser Gedächtnis, schützt so vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, festigt positive Glaubenssätze und Gewohnheiten, lässt uns uns positiver und zufriedener fühlen, fördert unser Einfühlungsvermögen und verringert so auch die Wahrscheinlichkeit an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken.“ (aus meinem 2021 erscheinenden Buch „Du bist was dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste“)

Ich habe mir Anfang der Woche die ersten Tulpen gekauft und meiner Nachbarin auch gleich welche mitgebracht. Es sind Kleinigkeiten, die mir den analogen Tag versüßen. Um so eher ich diese Tätigkeiten, Situationen und Dinge für mich auch bewusst als positiv und mir wohltuend wahrnehme und wertschätze, um so stärker ist deren positiver und gesunder Effekt auf meinen Körper, meine Psyche und mein emotionales System!

Helfen und Hilfe annehmen

Anderen zu helfen ist ein wahnsinnig gesundes digitales und analoges Werkzeug, immer und gerade jetzt, um durch diesen Februar und die Pandemie zu kommen. Um zu geben, sollten die eigenen Ressourcen aufgefüllt sein. Das letzte Hemd zu geben, ist nicht gesund und auch für das Gegenüber nicht hilfreich. Ebenso sollte Hilfe bedingungslos sein und dem anderen tatsächlich helfen und nicht nur Ihr eigenes Bedürfnis nach Nähe und Anerkennung befriedigen.

Sollten Sie Hilfe benötigten, zögern Sie nie darum zu bitten. Suchen Sie sich Menschen in Ihrem Netzwerk, welche bereit sind zu helfen und, Ihr Anliegen betreffend, die erforderliche Kompetenz haben. Nur sehr, sehr wenige Menschen werden (und dann häufig, weil sie selbst keine Ressourcen mehr haben) Hilfe verweigern. Vor Zurückweisung brauchen Sie also keine Angst haben! Sollten Sie doch zurückgewiesen werden, dann ist das manchmal so und sagt über Sie gar nichts aus! 

Neben dem Geben von Hilfe und dem Annehmen von Hilfe, gibt es auch das Tauschen und die Synergie. Wenn ich mir für meine Wanderungen und fürs Businesspilgern Partner*innen suche, dann haben wir da beide was von.

Darüber hinaus gibt es viele tolle Initiativen, die offene Ohren und Herzen leihen, z.B. https://www.virtualsupporttalks.de/ich-biete-redezeit/. Hier wird pro bono von professionellen Coaches zugehört – wertfrei, achtsam, empathisch und vertraulich. Unabhängig von Ihrem Thema, Ihrer Herkunft, Identität, sexuellen, religiösen oder politischen Orientierung. Für 15 bis 30 Minuten. Am Telefon, auf Skype, Zoom, WhatsApp oder Facetime…

Zögern Sie nicht, Hilfetelefone in Anspruch zu nehmen. Das sind z.B.:

Sagen Sie mir gerne, was es sonst noch gibt / was Sie gerade an sich selbst oder anderen feststellen / an Möglichkeiten schon entdeckt haben:

  • zu ungesunden Denk- und Verhaltens,
  • zu Privilegien für die Dankbarkeitsliste,
  • zu analogen Ausgleichsmöglichkeiten und Angeboten für Körper, Psyche und emotionales System,
  • Unterstützungsangeboten,

Ich mache es dann hier sichtbar. Gemeinsam machen wir eine mega-riesengroße ganzheitlich gesunde Liste für die Do’s & Dont’s im Februar- dem übelsten Mond des Jahres und dem Lockdown des Jahrhunderts.

Beste Sonnengrüße

Ihre Dr.in Kathrin Marter

Raunächte — digitale Ruhe und Besinnlichkeit zwischen den Jahren

In diesem Blogbeitrag geht es um die Raunächte, ihre Bedeutung, wie wir sie gut für uns nutzen können, um das alte Jahr dankend gehen zu lassen und das neue Jahr zielorientiert willkommen zu heißen. Ganz im Sinne der Über-Strom-Reihe nutze ich Beispiele aus unserem digitalen Alltag, um Rück- und Vorschau einzuleiten. Ganz im Sinne von Tabula Rasa 2.0 frage ich, um ungesunde Glaubenssätze und Verhaltensweisen erkennbar zu machen und die Absicht der Integration neuer gesunder Verhaltens- und Denkweisen zu ermöglichen und zu stärken.

Raunächte — Tage außerhalb der Zeit

Die Raunächte, auch Rauhnächte, gehen vermutlich auf den germanischen Mondkalender zurück. Dieser hatte ein Jahr mit zwölf Mondmonaten und demnach 354 Tagen. Die zum heutigen Sonnenkalender mit 365 Tagen fehlenden elf Tage – bzw. zwölf Nächte – sind, aus Sicht des Mondkalenders, mit dem Wissen um den Sonnenkalender, Tage außerhalb der Zeit. (1)

Diese Tage außerhalb der Zeit sind für viele von uns arbeitsfreie Tage. Durch die vorbereitenden Adventsonntage, das Raunächte einleitende Weihnachten bei Kerzenlicht, Liedern, im Kreise der Familie kommen wir zur Ruhe und erleben zwischen den Jahren eine besinnliche und entschleunigte Zeit. Sie wirkt durch die kurzen Tage um die Wintersonnenwende mit dem 21.Dezember immer auch mystisch.

Analoge Tage außerhalb der Zeit?

Die Raunächte können dieses Jahr ganz besonders, auch eine Zeit sein in der Körper, Psyche und emotionales System einen Ausgleich zur Digitalisierung erfahren.

Ich liebe die Digitalisierung! Sie hat es mir ermöglicht meine YogaLehrAusbildung trotz Lockdown zu Hause zu beenden. Sie ermöglicht es mir in Kontakt zu bleiben und z.B. zu Weihnachten auch meine Schwester sehen zu können, die nicht ‚anfassbar präsent‘ bei uns sein wird. Die Digitalisierung ermöglicht es mir meine Yoga-Kurse auch weiterhin anzubieten und so viele Menschen bei ihrer Entspannung und Stressbewältigung in dieser irren Zeit zu unterstützen und ich kann sogar Formate wie die Raunächte-Meditations-Challenge anbieten, für die es vor Corona und den damit verbundenen Lockdowns keine Zielgruppe und/oder keine Bereitschaft und Vorstellungskraft gegeben hätte: Ab dem 21.Dezember werde ich nun jeden Morgen um 7 Uhr (vielleicht 6:50 Uhr) aus dem Bett kullern, den Rechner hochfahren und um 7:15 Uhr mit Gleichgesinnten meditativ die Raunächte begehen. Ebenso um 20:45 Uhr, damit ich gegen 21:30 Uhr tief verbunden mit mir selbst und absolut präsent wieder ins Bett kullern kann, um dort in der Meditation, die sich Schlaf nennt, zu regenerieren und aufzutanken. Ich wünsche mir von mir selbst, dass sich dieses Meditations-Ritual durch die Raunächte so festigt, dass ich es beibehalte, weil es mir gut tut, weil es gesund ist und ich gesund sein möchte.

Raunächte- digitale Ruhe und Besinnlichkeit zwischen den Jahren

Die Meditation, wenn hier auch digital übertragen, um im Lockdown gemeinsam zu sein, ist ein wundervolles Pendant zur Digitalisierung, weil wir uns in der Meditation von äußeren Reizen zurückziehen. Das Digitale, viele werden es spätestens in der Intensität des Home Office und der Lockdowns bemerkt haben, ist körperlich und kognitiv anstrengend:

Die Impulse der hellen Bildschirme strengen die Augen im Übermaß an, bei schlechter Verbindung der Telco muss das Gehirn sich aus abgehackten Tönen den Kontext zusammenschustern, viele Formate wollen unsere Aufmerksamkeit und einige versuchen sie über angstauslösende Titel und Artikel zu bekommen. Gleichzeitig haben wir, ob der Fülle der digitalen Angebote, Belehrungen und Informationen keine Zeit uns tief und ernsthaft mit deren Wahrheitsgehalt auseinanderzusetzen, um unsere individuelle Wirklichkeit in der aktuellen Situation überhaupt noch einschätzen zu können.

Dazu fehlt vielen Bewegung, vielen fehlen die eingefahrenen, Sicherheit-gebenden Routinen des Berufsalltag, die Gespräche auf dem Flur, das Käffchen. Zudem können digitale Formate uns nur sehr begrenzt emotional berühren, wie es ein Lächeln oder auch Nicht-Lächeln der Chefin in ‚Präsenz-Präsenz‘ könnte, so dass einigen Menschen sicher große Mengen Oxytocin fehlen und so ein Gefühl von Einsamkeit entstehen kann.

In der Summe kann der Körper am Ende dieses Corona-Jahres nicht-ausgelastet und rastlos sein, bei gleichzeitigen Gefühlen von Schwäche und/oder dem Gefühl nicht belastbar zu sein, schlecht in den Schlaf zu finden oder nicht durchschlafen zu können, eine stärkere Brille zu brauchen, Verspannungen in Hüfte, Schultern, Nacken und Gesicht, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne und diffusen Ängsten, ob der Unsicherheiten und möglichen Veränderungen der eigenen Gesundheit und der eigenen Lebensumstände.

Raunächte — Rück- und Innenschau

Mit dem Wissen, dass die Tage wieder länger werden und das neue Jahr vor der Tür steht, regt sich Hoffnung in uns. Alle Jahre wieder, wünschen sich viele, dass das nächste Jahr besser wird als das vorangegangene, häufig ohne genau zu schauen, was alles erreicht wurde, ohne Dankbarkeit und Wertschätzung für das Erreichte und die Rückschau auf die Herausforderungen, die das Leben für uns bereit gehalten hat.

Diese Dankbarkeit und Wertschätzung allerdings sind es, die uns aus unserem tiefsten Innern heraus glücklich, zufrieden, entspannt und gesund sein lassen, die uns helfen, die Herausforderungen unseres Lebens anzunehmen, ohne dauerhaft den Ist-Zustand bekämpfen zu wollen, weil er noch nicht und niemals einen dauerhaften Zustand von Euphorie, Sicherheit und Fülle in uns auslöst.

Die Einflüsse von Sonne und Mond führen eine tiefe Empfindsamkeit herbei, die sich nutzen lässt, um

  • im Innen aufzuräumen,
  • Altes, das nicht mehr gebraucht wird, das nicht mehr nährt, dankbar und wertschätzend gehen zu lassen,
  • zu regenerieren,
  • die eigenen Wünsche und Bedürfnisse abzufragen,
  • neue Ziele zu visualisieren und
  • sich fest mit den eigenen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Zielen zu verbinden,
  • Schritte zur Wunscherfüllung zu reflektieren,
  • sich zu fokussieren und
  • zu erden.

In Bezug auf den stark digitalisierten, bewegungs- und kontaktarmen Home Office-(Lockdown)-Alltag lässt es sich fragen:

  • Welche digitalen Medien und Werkzeuge nutze ich stündlich, täglich, wöchentlich? Wie viele Stunden bin ich auf diese Weise täglich online? Möchte ich das so?
  • Welche Regenerationsmöglichkeiten möchte ich meinem Körper, meiner Psyche, meinem emotionalem System vor / nach einen digitalen Tag geben? Ist das smart, d.h. ist das Ziel
    • simpel genug, um es auch anzugehen?
    • messbar? (spätestens hier fällt das Ziel, dauerhaft glücklich sein zu wollen raus)
    • für mich attraktiv? Hab ich da Bock drauf?
    • realistisch? (hier können wir auch nochmal über das Glück nachdenken…)
    • Ist der Startpunkt terminiert? Ein Zeitraum? (hier können wir auch nochmal über das Glück nachdenken…)
  • Wovon habe ich gerade zu viel in meinem Leben? Wo von zu wenig? Wie kann ich das ändern?

Raunächte — Tabula Rasa 2.0 pur

Wie in einem Karriere- und Persönlichkeitsentwicklungsprozess in einem Workshop oder Coaching fragen uns die Raunächte nach unseren Bedürfnissen, persönlichen Motiven, Zielen und Werthaltungen. Unsere Wünsche und Bedürfnisse sind natürlich und menschlich (siehe auch Artikel zur Maslowschen Bedürfnisse-Pyramide in Corona-Zeiten). Nicht immer ist allerdings die Art und Weise, wie wir uns unsere Wünsche erfüllen und Bedürfnisse befriedigen wollen, sinnvoll und zielführend. So kann ich mir und anderen zum neuen Jahr Gesundheit und Glück wünschen (lassen); daran zu glauben, dass ich durch das Aussprechen dieser Sätze allein dauerhaft gesund und glücklich bin, ist allerdings ziemlich esoterisch.

Um z.B. dauerhaft gesund zu sein, muss ich/musst Du Verantwortung für deine Gesundheit übernehmen.

Es braucht die Rückschau:

  • Was hab ich alles schon probiert?
  • Was hat gut funktioniert?
  • Was hat nicht so gut funktioniert?
  • Warum hat es nicht gut funktioniert?
  • Warum hat das, was gut funktioniert hat, gut funktioniert? …

Es braucht die Innenschau:

  • Wie zufrieden bin ich mit dem IST-Zustand?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was brauche ich und warum?
  • Wie kann ich bekommen, was ich brauche?
  • Ist das wirklich wahr?
  • Was hindert mich daran, mein Ziel zu erreichen?

Und es braucht den Blick in die Zukunft:

  • Wie fühlt es sich an, wenn ich mein Ziel erreicht habe?
  • Wer teilt meine Werte, Bedürfnisse und/oder Ziele und wie können wir uns gegenseitig unterstützen ?
  • Wie sieht mein Plan aus? Was sind meine ersten Schritte hin zur Zielverwirklichung?
  • Was/wer/wo sind meine Reminder?

12 Tage und Nächte für diese und weitere Fragen lassen uns uns tief bei uns selbst ankommen und den ein oder anderen Wunsch, das ein oder andere Gefühl, als kontra-produktiv entlarven und im alten Jahr lassen. 12 Tage und Nächte in Verbindung, in Achtsamkeit und Wertschätzung mit uns selbst, ermöglichen es uns Achtsamkeit, Wertschätzung und Dankbarkeit zu üben und als Routine, als neue gesunde Verhaltensweise mit ins neue Jahr zu nehmen und in den Alltag zu integrieren.

Und wenn Dich im neuen Jahr das Hamsterrad nach einiger Zeit doch wieder einholt, dann hast Du mit dem Fasten zu Ostern und spätestens mit den Raunächten in 2021  wieder die Gelegenheit, rauszupurzeln.

Tipp: Um in Verbindung mit Dir selbst und Deinen Zielen, Wünschen und Bedürfnissen zu bleiben, bietet sich eine regelmäßige Yogapraxis an. Der Yoga ist vor 1000nden Jahren dafür entwickelt worden, dass wir unseren wahren Wesenskern entdecken können. Er bietet daher immer wieder die Innenschau an, verbindet Dich wärmend und umarmend mit Dir und schafft einen sanft-bewegenden, ent-spannenden Ausgleich zum wahnsinnig coolen und an-spannenden digitalen Zeitalter!

Herzlichst frohe Weihnachten, besinnliche Raunächte und ein zufriedenes neues Jahr,

wünscht Dir

Kathrin

Laptop, Internet und Yogalehr-Ausbildung gehen jetzt auch zusammen Teil 2/3

Eine der letzten analogen Hochburgen, die Yogalehr-Ausbildung ist nun auch digital. Ich durfte dabei sein! Dies ist Teil 2 von 3 meines Erfahrungsberichtes, aus dem sich Wertvolles und Hilfreiches für den Alltag im digitalen Zeitalter ableiten lässt.

Letzte Woche berichtete ich von der Geschichte der Yogalehrtradition und vom Intensiv-Programm des analogen Formates im Ashram und fragte:

Wie soll solch ein Intensiv-Programm nun online gehen?

Es geht super! Ich habe das Glück beide Formate vergleichen zu können. Da ich meine vier Intensiv-Wochen gesplittet habe. Ich habe 2 mal eine Woche im Ashram (klosterähnliches Meditationszentrum1 /Ort, an dem Yoga und andere spirituelle Praktiken praktiziert und gelehrt werden2) verbracht und dann kam Corona, so dass ich die letzten beiden Wochen am Stück online absolviert habe.

Die Online-Tage waren nicht ganz so lang. Sie gingen ‚nur‘ von 7 -21 Uhr, dafür waren die Pausen kürzer und es war nebenbei eine Hausarbeit zu schreiben.

Für mich sind beide Erfahrungen, Präsenz im Ashram und Online zu Hause, wundervolle Erfahrungen für die ich sehr dankbar bin und die ich nicht missen möchte.

Das Leben im Ashram ist wunderbar gesund, ruhig und entschleunigt. Man praktiziert dort sehr viel Yoga und Meditation, ist in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und hat so wenig Möglichkeit über den Alltag nachzudenken. Man kommt dort wirklich gut zur Ruhe und kann regenerieren. Auch wenn das Programm straff ist, merkt man wie die Arbeit mit Körper und Geist, die natürliche Umgebung und das gesunde Essen im Intervall einem sehr viel neue Energie geben.

Die große Herausforderung besteht dann darin, wenn man heimkommt, wenigstens einen Teil dieser sehr gesunden Verhaltensweisen und Einstellungen dauerhaft in den eigenen Alltag zu integrieren.

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Über die Notwendigkeit als Erwachsene überhaupt erst anfangen zu müssen, gesunde Verhaltensweisen und Einstellungen in den Alltag einzubauen, denke ich, gespeist aus und gespickt mit meinen Expertisen und Erfahrungen seit Jahren intensiv nach.

Mal wütend darüber, dass man uns einen gesunden Umgang mit unserem Körper, unseren Gedanken und unseren Gefühlen nicht beigebracht hat, mal besorgt, mit der Frage, was das für die Gesellschaft und das Glück jeder/jedes Einzelnen in unserer Gesellschaft bedeutet, mal handlungsorientiert mit Werkzeugen zur nachhaltig-gesunden Lebensführung.

Viele dieser Gedanken finden sich dann Anfang nächsten Jahren auch in meinem Buch über Stress in der Überstrom-Reihe für den Springer-Verlag.

Integration von Gelerntem in den Alltag

Es fällt mir seit der Ausbildung wesentlich leichter, den Tag mit Meditieren zu beginnen. Gerade morgens bin ich normalerweise voller Tatendrang und Gedanken und möchte eigentlich sofort losarbeiten, was mir die Meditation bisher immer zur Challenge gemacht hat und ich es letztlich ließ. Eine ruhige, fokussierte Morgenroutine ist aber sehr wichtig um nicht mittags schon im Stresslevel zu versinken und keine Sonne oder kein Land mehr zu sehen.

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Auch das Intervall-Fasten habe ich beibehalten. Durch die lange Pause, das Intervall von 16 Stunden zwischen der abendlichen und der vormittäglichen Mahlzeit (19 bis 11 Uhr) hat mein Körper mehr Zeit das Gegessene zu verdauen, das heißt zu verstoffwechseln, das heißt die Nährstoffe und Energieträger aus der Nahrung abzubauen, Energie zu generieren und neue, körpereigene Stoffe aufzubauen.

Die Pause dient auch dazu, dass der Körper nicht andauernd mit Verdauen beschäftigt, sozusagen friedlicher, ist. Der Körper hat so weniger Aufgaben zu erledigen und dadurch Zeit zum Entgiften und Reinigen, bevor die nächste Nahrungsaufnahme die Konzentration des Körpers wieder auf die Verdauung lenkt.

Anders als im Ashram, war es in der Online-Ausbildung nicht möglich, den Alltag komplett auszublenden und auch das habe ich als sehr positiv empfunden.

Ich höre die Nachbarn, ich reagiere auf E-Mails, der Postbote klingelt, das Essen besorgt sich nicht, wie im Ashram, von allein und auch die Wohnung macht sich nicht vollautomatisch selber sauber. All dies musste sich machen lassen und trotzdem war ein fokussiertes, von Alltagsstress-gelöstes Yoga und Meditieren möglich und damit einhergehend tiefe geistige und körperliche Entspannung und Regeneration in den eigenen vier Wänden.

Tabula Rasa mit alten Gewohnheiten

Meine Wohnung ist so auch ein wenig zu meinem Ashram geworden und ich gebe mir große Mühe die neuen Verhaltensweisen zu festen Routinen und letztlich spielerischen Gewohnheiten werden zu lassen.

Es heißt ja, nach 21 Tagen hat sich eine Gewohnheit gefestigt. Ich glaube, dass es länger dauern kann, eine ungesunde Gewohnheit gegen eine Gesunde zu ersetzen.

Wie lange das dauert, hängt auch davon ab, wie gefestigt die alte Gewohnheit ist, das heißt z.B. auch wie lange übe ich sie schon aus? Wie wichtig war mir diese Gewohnheit, d.h. welches Bedürfnis hat sie befriedigt? Und auch, wie unspezifisch sind die Reize mit der Zeit geworden, die das Verhalten (die ungesunde Gewohnheit) auslösen.

Von solchen Faktoren hängt die Größe des Gedächtnisses ab und deshalb u.a. auch die Zeit die es dauert, bis ein neues, gesünderes Gedächtnis groß genug ist um das ältere, ungesunde Gedächtnis im Verhalten automatisch abzulösen.

Ein kleines harmloses Beispiel ist das Kaffee trinken. Es ist eine unnötige Gewohnheit, basierend auf mehreren ungesunden Glaubenssätzen, z.B. „Ich bin müde, ich brauche erstmal einen Kaffee“, usw. Auch Generationsgedächtnissen spielen eine große Rolle: Das Kaffeetrinken (Verhalten / Gewohnheit) gehört über viele Generationen zur Morgenroutine und war ursprünglich ein Zeichen des Wohlstandes.

Es wird von den Eltern, inklusive der Glaubenssätze, völlig automatisiert an die nächste Generation weitergegeben. Der morgendliche Kaffee ist für viele so selbstverständlich, als gäbe es nur diese eine Option, diese eine Wirklichkeit, wie Watzlawick3 sagen würde.

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Obwohl die ersten Tassen Kaffee wohl kaum einem Jugendlichen wirklich schmecken, ist der Einstieg in das Kaffeetrinken, aufgrund des Kaffeeverbotes für Kinder, auch ein Einstieg in das Erwachsensein, mit der Hoffnung und dem Bedürfnis auf Augenhöhe behandelt zu werden.

Die Wirklichkeit endet ohne den Kaffee nicht. Kein Mensch braucht wirklich Kaffee um morgens wirklich wach zu werden. Wer morgens nicht wach wird, ist körperlich oder geistig erschöpft und sollte besser Körper und Geist erholen.

Kaffee ist dabei sogar kontraproduktiv, weil das Koffein, wenn es denn überhaupt noch eine Wirkung4 auf den habituierten (gewöhnten) Körper hat, unruhig macht, anstatt zu beleben und Körper und Geist so noch mehr erschöpft…

Das bringt den unruhigen erschöpften Geist nun auf die Idee noch mehr Kaffee zu trinken…, oder sogar ein Zigarettchen dazu zu rauchen, wenn das Rauchen Teil der Lebensgewohnheiten ist, oder auf dem frühen Abend vom Kaffee zum Bierchen überzugehen… …Feedbackloop zur morgendlichen Erschöpfung…

Die Macht solcher Gewohnheiten wird mir im Verzicht besonders deutlich, weshalb die Yogalehr-Ausbildung schon im Präsenzteil, im Online-Teil zu Hause dann noch einmal mit stärkerem Bezug zu den eigenen Alltags-Routinen so wertvoll und ‚erleuchtend‘ war.

Dieses war der zweite Streich. Im letzten Teil, nächste Woche, soll es um die soziale Komponente der Online-Yogalehr-Ausbildung gehen.

Stay tuned.

Eure Kathrin

Literaturverlinkungen

1 www.de.wikipedia.org/wiki/Aschram

2 www.wiki.yoga-vidya.de/Ashram

3 https://www.youtube.com/watch?v=zjrX5GhqWck, Ein Audio-Vortrag von Paul Watzlawick mit dem Titel “Wie wirklich ist die Wirklichkeit” ausgestrahlt von RadioKultur

4https://www.ted.com/talks/matt_walker_how_caffeine_and_alcohol_affect_your_sleep, Ein wunderschöner TED-Talk zu den Effekten von Kaffee und Alkohol auf unseren Schlaf.

Gesunde Mindsets zur Differenzierung von neuem Alltag und akutem persönlichen Corona-Krisenmanagement

Wir alle haben in den letzten Wochen und Monaten auf sehr vielen Ebenen sehr viele Veränderungen erlebt, die uns körperlich, mental und emotional stark gefordert haben, fordern und weiter fordern werden: Im Rahmen des politischen Corona-Krisenmanagements hat sich für uns vieles verändert, ebenso im Rahmen des unternehmerischen/betrieblichen Krisenmanagements, zum Teil als direkte Folge der Auflagen, z.T. als individuelle unternehmerische Maßnahme im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Letztlich landen alle politischen, betrieblichen, und individuellen betrieblichen Maßgaben auf unserer persönlichen Agenda und treffen auf unsere individuelle Persönlichkeit mit all ihren schillernden Farben!

Ich habe gestern Abend eine Mindmap zu den verschiedenen Maßgaben gebastelt, um meine Gedanken zu den Veränderungen und vor allem den daraus entstehenden Belastungen zu sammeln und zu ordnen.

Mit meiner Mindmap zeige ich spezifisch die individuellen Komponenten der Corona-Krisensituation auf. Die politische und wirtschaftliche Komponente sind deshalb absichtlich kurz gehalten und bilden die Komplexität des Einflusses von COVID19 auf beide Systeme nicht vollständig ab.

Sie verdeutlichen aber den Einfluss von Politik und Wirtschaft auf unsere individuelle Situation. Sie zeigen auch, dass wir, da wir die Maßgaben ja letztlich auf unserer eigenen Agenda haben, auch nur in Eigenverantwortung damit umgehen können, um unser eigenes Stress- und Krisenmanagement in den Griff zu bekommen.

Ich darf erschöpft sein!

Eigenverantwortliches Handeln im Sinne der eigenen Gesundheit bei voller Agenda ist ganz sicher nicht einfach, insbesondere wenn die Kinder zu Hause zu beschulen sind; die Arbeitgebenden Forderungen haben; die Vorgesetzten nicht erreichbar sind; der Arbeitsvertrag auszulaufen droht; das Einkommen ausbleibt; und so weiter und so weiter… Die individuelle Komponente des Corona-Krisenmanagements lässt sich durch Sie selbst und Ihre Herausforderungen deshalb beliebig ergänzen.

Die Mindmap dient dabei aber nicht der Eskalation von Angst und/oder Wut, sondern der konstruktiven Lösungsfindung: Durch die Mindmap wird auf den ersten Blick deutlich, dass die Veränderungen, Herausforderungen und Belastungen enorm sind, auf allen Ebenen: körperlich, mental und emotional.

Da Veränderungen immer Energie kosten, ist es (mindestens) deshalb völlig in Ordnung, nach Wochen und Monaten des akuten Krisenmanagements jetzt körperlich, mental und emotional erschöpft zu sein.

Trotz Frühling mit sommerlichen Temperaturen dürfen wir auf der Couch bingewatchen, wenn wir das brauchen. Wir dürfen Dinge vergessen und Fehler machen. Das dürfen wir immer und jetzt noch mehr, auch wenn das aktuelle Gefühl (aus der Erziehung und dem Stresslevel heraus) oder das System, in dem wir uns bewegen, etwas anderes behaupten!

Ich wünsche mir, dass wir Erschöpfung, Vergessen und Fehler für uns als Anzeichen von Überlastung erkennen, nicht weil wir schwach sind (das ist nie der Grund für Überlastung), sondern weil die Belastungen hoch sind.

Grobe, unfreiwillige Veränderungen versetzen uns in der Regel erst einmal in einen akuten Stresszustand: das ist ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit, Konzentration und erhöhten Leistungsvermögens. Das ist auch gut so!

Akut bedeutet laut Duden ‘im Augenblick‘, ‚brennend‘, ‚schnell und heftig‘. Unser aktueller Stresszustand ist mittlerweile aber nicht mehr ‚im Augenblick‘, er beinhaltet schon eine Vergangenheit von Wochen bis Monaten. Er ‚brennt‘ sozusagen seit Wochen ‚schnell und heftig‘. Es handelt sich deshalb um einen chronischen Stresszustand, der uns, wenn wir nicht auf uns aufpassen, ausbrennt.

Ich bin für mein Wohlbefinden verantwortlich!

Die Systeme Politik und Wirtschaft können gegen unser persönliches Ausbrennen gerade nur wenig tun. Nur die wenigsten Arbeitgebenden sorgen sich gerade darum, die Mitarbeitenden im Home Office mit betrieblichem Gesundheitsmanagement zu versorgen. Und ganz ehrlich, viele Betriebe und Unternehmen haben ganz andere Sorgen.

Eigentlich immer, aber jetzt unbedingt, wünsche ich mir, dass jeder akut und chronisch Gestresste/Belastete für die eigene körperliche, mentale und emotionale Gesundheit selbst Verantwortung übernimmt.

Dabei dürfen Fragen aufkommen wie: „Was tut mir gut?“, „Was tut mir nicht gut?“, „Wovon habe ich gerade zu wenig in meinem Leben?“, „Wovon habe ich gerade zu viel in meinem Leben?“.

Unter Berücksichtigung der Pandemie-Maßgaben stellen sich anschließend Fragen wie „Wie / wo / von wem bekomme ich was ich brauche?“, „Was kann ich jetzt sofort für mich tun?“, „Wen kann ich mir ins Boot holen, um mein Ziel zu erreichen?“.

Bedürfnis und Bedürfnisbefriedigung können dann manchmal ganz nah beieinander liegen, zum Beispiel: „Ich brauche Bewegung“ und verabrede mich deshalb fürs Wochenende mit meiner besten Freundin zum Wandern.

In diesem Fall werden dabei eine ganze Reihe anderer Bedürfnisse und Work-Life-Balance-Aspekte mit abgedeckt; das Bedürfnis nach sozialem Kontakt, nach Sonne und Wärme, nach Zeit in der Natur. Die Augen erholen sich von den Videokonferenzen, die Lunge kann sich weiten und saubere Luft atmen um den Körper gut mit Energie zu versorgen…

Die Belastungen auf unserer Agenda lösen sich auf diese Weise nicht in Luft auf. Wir unterstützen uns aber dabei Sie besser angehen zu können und leisten einen extrem wertvollen und unbedingt nötigen Beitrag zu unserer körperlichen, mentalen und emotionalen Gesundheit.

Auch professionelle Hilfssysteme: Beratende und Coaches, je nach Stressor, z.B. Unternehmensberatende, Karriereberatende, Gesundheitscoaches oder Yogalehrende sind gute Ansprechpartner*innen um beim Lösen akuter Spannungen zu unterstützen und Entlastung zu begleiten.

Allerdings, wenn Sie massiv erschöpft sind, es Ihnen körperlich und/oder psychisch nicht gut geht, wenn Sie sich in einem körperlich oder psychisch ungesunden Umfeld befinden, zögern Sie bitte nicht Ihren Arzt anzurufen und/oder die Hilfesysteme in Anspruch zu nehmen, z.B. Nummer gegen Kummer: 116 111, www.nummergegenkummer.de, Telefonische Seelsorge: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222, www.telefonseelsorge.de, Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016, www.hilfetelefon.de, NINA – Hilfetelefon: 0800-22 55 530, www.nina-info.de.

„Ich trenne mein Krisenmanagement von meinem gesunden Alltag!“

Es ist gerade sehr wichtig, bewusst das kurzfristige Krisenmanagement zu verlassen, in welchem wir uns angetrieben durch die Gegend peitschen (lassen) und eigene körperliche und psychische Bedürfnisse zurückstellen.

Die aktuellen Lockerungen mögen den Eindruck erwecken, dass der Spuk demnächst vorbei ist, wir bis dahin nur noch etwas ‚durchhalten müssen‘ und wir dann wieder wie gewohnt im Büro in unseren gut eingestellten Bürostühlen sitzen und Käffchen trinkend mit unseren Kolleg*innen schnattern.

Realistischer ist jedoch, dass es (1) noch dauert und sich (2) Home Office, (3) Online-Weiterbildungen und (4) Home Schooling etablieren, weil sie – in Balance – auch gut funktionieren können.

Wir tun deshalb gut daran, unsere Heimarbeitsplätze aufzuwerten, gemütlich und ergonomisch einzurichten, um nicht weiterhin den ganzen Tag total verdreht auf dem Küchenstuhl am Küchentisch zu sitzen. Es bedarf dafür nicht unbedingt einer teuren Büroausstattung. Seien wir kreativ!

Es ist nötig lange Mittagspausen mit Bewegung in unseren Alltag einzubauen, in denen sich (besonders, aber nicht nur) unsere Augen vom Bildschirm erholen können. Auch Videokonferenzen sind sehr anstrengend und stressig für Körper und Geist. Zum einen ist Information dabei stärker komprimiert, zum anderen lässt sie sich schlechter abspeichern, auch weil die persönliche Komponente fehlt. Außerdem braucht unser Gehirn viel Energie und Zeit, um die Pixel und Töne zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Noch mehr, wenn Bild und/oder Ton ruckeln oder wackeln. Vielleicht haben Sie sich dabei auch schon mal gefühlt, als würde gleich der Kopf platzen.

Jede Stunde Videokonferenz braucht danach eine analoge Pause zum Gitarre spielen, singen, tanzen, Wäsche waschen, Abwasch machen, Staubsaugen, Essen kochen, essen, Pause im Grünen, handschriftliches Arbeiten… Wir sollten nicht mehr als vier Stunden am Tag in Videokonferenzen verbringen und eigentlich auch keine acht Stunden vor dem Computerbildschirm… Eine liebe Kollegin, Jasmin Döhling-Wölm, hat speziell dazu kürzlich einen sehr lesenswerten und hilfreichen Artikel geschrieben: Wie man zoomt, ohne auszubrennen.

Fazit

Auch wenn die akute Krisen-Management-To-do-Liste nach wie vor lang ist und gefühlt nicht kürzer wird, verlassen Sie bitte bewusst das kurzfristige Krisenmanagement. Es ist niemandem geholfen, wenn wir in einem Monat so erschöpft sind, dass nichts mehr funktioniert und wir, sofern vorhanden, unsere Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen müssen…

Regelmäßige Affirmationen wie: „Ich verlasse das akute Krisenmanagement“, „Ich gehe in eine gesündere Form meines Krisenmanagements über!“ oder „Ich trenne mein Krisenmanagement von meinem gesunden Alltag“ hilft, mit neuem Mindset in diese neue Phase überzugehen.

Es hilft, die Fragen in der Mindmap für sich selbst zu beantworten und mit Herz, Kreativität und ein wenig Verstand (in dieser Reihenfolge) Gesundheit, Regeneration und Freude mit oberster Priorität in den neuen Alltag zu integrieren.

Und es wird helfen, die Mindmap hinsichtlich positiver Veränderungen neu aufzubauen und Dinge zu sammeln, die jetzt besser funktionieren oder für die man dankbar ist! Es gibt auch davon eine ganze Menge!

Viel Erfolg, viel Freude, alles Gute und herzliche Sonnengrüße!

Fasten und Verzicht vor Ostern, nach Ostern und in der Corona-Krise

Zur Bedeutung des Fastens vor Ostern

Die Fastenzeit, im christlichen Sinne der bewusste Verzicht auf feste Nahrung, ist mit Ostern zu Ende gegangen. In allen Religionen praktiziert, beginnt die wichtigste Fastenzeit im Christentum in der Nacht von Faschingsdienstag auf Aschermittwoch. Sie endet 40 Tage später am späten Nachmittag des Gründonnerstag bzw. je nach Auslegung und Zählweise am Karsamstag (40 Tage, weil Jesus, höchstwahrscheinlich nur mit Wasser, in der Wüste auf Nahrung verzichtete und betete).

Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls, der Tag vor der Kreuzigung. Am darauf-folgenden Karfreitag stirbt Jesu am Kreuz, am Karsamstag gilt die Grabesruhe. Am Ostersonntag feiern wir die Auferstehung Jesu Christi und das eigentlich drei Tage lang: Ostersonntag, Ostermontag und -dienstag.

Die 40 Tage vor Ostern, Ostern selbst (Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu Christis) und die mit dem Ostersonntag beginnende fünfzigtägige Freudenzeit (Osterzeit) bis einschließlich Pfingsten ist dabei in unseren Breiten die Zeit des Frühlings – eine Zeit des Neubeginns, in der alles Leben nach dem (grauem, kalten) Winter wieder erwacht (aufersteht).

Eine Freudenzeit, in der die Tage spürbar länger und lichtvoller werden; in der die Sonne wieder wärmende Kraft entwickelt und in der es uns langsam wieder mehr nach draußen treibt.

Fastenzeit – Leidenszeit?

Die Fastenzeit ist aus der christlichen Liturgie heraus häufig mit Leiden (den Leiden Christi) assoziiert. In anderen Religionen gibt es andere Sichtweisen auf und Gründe für das Fasten.

Muslime fasten einen ganzen Monat (Ramadan) von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang sowohl Nahrung als auch Getränke.

Im Judentum gibt es religiöse Fastentage, an denen Nahrung und Getränke für maximal 25 Stunden gefastet werden.

Im Buddhismus sind weder Völlerei noch Hunger empfehlenswert. Beides schadet Körper und Geist, genauso wie Alkohol, Nikotin, große Mengen und/oder täglicher Fleischkonsum und vieles mehr. Bei den buddhistischen Mönchen und Nonnen ist das Ziel einer einzigen, täglichen Mahlzeit um zwölf Uhr mittags die Beruhigung von Körper und Geist für die Meditation auf dem Weg zum inneren Frieden und der Erleuchtung.

In den hinduistischen Religionen und den Yoga-Philosophien wird unterschiedlich intensiv gefastet. Manch ein*e (spirituelle) Yogin*i fastet regelmäßig, z.B. einmal pro Woche, andere zu Vollmond, wieder andere an Ehrentagen der Gottheiten. Von strengem Nahrungsverzicht bis zu leichten Einschränkungen bei der Ernährung sind alle Abstufungen zu finden.

In Ashrams (das sind klosterähnliche spirituelle Meditationszentren) ist das Intervall-Fasten fest in den Alltag integriert. Beispielsweise wird in den deutschen Yoga Vidya-Ashrams der Swami Sivananda-Tradition nur zwei Mal am Tag gegessen: vormittags um 11 Uhr und abends um 18 Uhr, rein biologisch, mit möglichst regionalen Zutaten, vegetarisch und z.T. vegan.

Schon der Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten wie tierische Produkte, Kaffee und Süßigkeiten bedeutet für viele Menschen ein Fasten, sofern der Verzicht bewusst und freiwillig geschieht.

Dazu kommt die lange Pause, das Intervall von 16 Stunden zwischen der abendlichen und der vormittäglichen Mahlzeit (19 bis 11 Uhr). Die Pause dient dazu, dass der Körper nicht andauernd mit dem Verdauen beschäftigt, sozusagen friedlicher, ist. Der Körper hat so weniger Aufgaben zu erledigen und dadurch Zeit zum Entgiften und Reinigen, bevor die nächste Nahrungsaufnahme die Konzentration des Körpers wieder auf die Verdauung lenkt.

Wenn die Ziele des Fastens nun nicht das Leiden und der Verzicht selbst sein müssen, sondern eine Entlastung, Entgiftung und Reinigung von Körper und Geist zum eigenen Wohlergehen, dann lässt sich, aus meiner Sicht, vieles fasten, und jederzeit!

Vor allem und zuerst die Dinge, die uns eh nicht gut tun: Im digitalen Zeitalter sind das z.B. Stress, Selbstoptimierung, viel sitzen, viel quatschen, viel Fernsehen, viele digitale Medien, viele Computerspiele, viel Alkohol, viel Zucker, viel Plastik, viel Lärm, viel künstliches Licht, viel Salz, viel Weizen, viel materieller Besitz…

Der Verzicht aus Liebe zu sich Selbst

Das tolle am Fasten, am bewussten, freiwilligen Verzicht, ist, dass man die Gelegenheit bekommt, sich sehr genau zu beobachten und zu hinterfragen.

So muss man sich vor dem Fasten überlegt haben, was man den mit dem Fasten erreichen möchte. Dabei dürfen Fragen aufkommen wie: „Was tut mir gut?“, „Was tut mir nicht gut?“, „Wovon habe ich zu wenig in meinem Leben?“, „Wovon habe ich zu viel in meinem Leben?“.

Anschließend stellt sich die Frage, wie und wie lange möchte ich fasten, wann möchte ich damit anfangen und was möchte ich tun, wenn ich mein Fasten breche oder brechen muss?

Spätestens wenn das Fasten dann beginnt, lohnt es sich ein Fasten-Tagebuch zu schreiben, um die Beobachtungen und die Reflexionen zu verschriftlichen. Es ist etwas anderes, Gedanken und Gefühle, Empfindungen (des Körpers) und Bedürfnisse niederzuschreiben, als sie nur mal kurz zu denken. Dann sind sie im nächsten Moment wieder weg bzw. kommen unkontrolliert immer wieder und belasten so den Geist, ohne Lösungen zu generieren.

Wenn sie niedergeschrieben sind, sind sie fester, manifest, können besser hinterfragt und losgelassen werden. Das Aufschreiben funktioniert ähnlich wie das Denkarium aus Harry Potter, in dem Professor Dumbledore mit seinem Zauberstab seine Gedanken & Erinnerungen aus dem Kopf herausziehen und außerhalb abspeichern konnte. Unser Zauberstab dafür ist der Stift zum Schreiben.

Beim Fasten geht es zwar auch um Selbstdisziplin, aber nicht in der Weise, in der wir es in der westlichen Welt gewohnt sind. Wir fasten ja bewusst und freiwillig, um uns etwas Gutes zu tun, um gesund und glücklich zu sein.

Das darf auch unser Antrieb sein: „Ich verzichte heute (bzw. einmal pro Woche) auf Salz, weil der Verzicht meinem Körper gut tut und ich gesund sein möchte“. Gesprochene oder gedachte Worte wie „Sollen“, „Müssen“, „Nicht dürfen“ sind dabei kontraproduktiv. Sie verstärken eine negative Perspektive des Verzichts, lösen Stress in uns aus und erschweren oder behindern so das Fasten ungemein.

Auch wenn ich im Fasten merke, dass ich auf das, was ich gerade fasten möchte, nicht verzichten kann, und es mir mit dem Verzicht nicht gut geht, dann ist es möglicherweise wichtig für meinen Körper und es liegt vielleicht eine organische Ursache vor, die es abzuklären gilt.

Seinen Körper und Geist unter diesen Umständen mit „Sollen“, „Müssen“, „Nicht dürfen“ unter Druck zu setzen, kann dann gesundheitsschädigend sein. Das Schwierige ist, das eine (die Gewohnheit) vom anderen (das körperliche Bedürfnis) zu unterscheiden. Das Fasten ist ein Weg, nicht das Ziel. Das Ziel ist Erkenntnis.

Das Fasten, also der bewusste, freiwillige Verzicht auf Dinge, die uns nicht gut tun, kann durch das Selbstliebe-Prinzip hervorragend geübt werden.

Wir kommen unseren Konditionierungen auf die Spur, wir lernen unseren Körper und Geist und auch die Abwehrmechanismen unseres Geistes kennen und können uns langsam in Enthaltsamkeit und Abstinenz üben, wenn wir das wollen. Die eigenen Abwehrmechanismen kennenzulernen, herzlichst anzunehmen und zu lösen, hilft dann auch, langfristig schwierige Projekte wie Ängste und Sucht in den Blick zu nehmen.

Verzicht in der Corona-Krise

Auch in der Corona-Krisenzeit müssen wir auf vieles verzichten und auch das kann, wenn wir die Situation aus der entsprechenden Perspektive betrachten, ein Fasten sein. Für die meisten Menschen ist es das jedoch nicht, weil der Verzicht nicht freiwillig ist.

Der Virus zwingt uns z.B. die Kontaktsperre auf. Viele leiden unter dem Verzicht auf bestimmte Gewohnheiten, aber auch wichtige Bedürfnisse werden nicht oder nur unzureichend befriedigt.

Das natürliche, menschliche Bedürfnis nach Nähe und persönlichem Kontakt steht dabei, denke ich, auf Platz 1. Für mich kommt die regelmäßige körperliche Betätigung, das Bewegen und Durchbluten meiner Muskulatur, das gesunde und gewohnte Kalorien- und Energieverbrennen gleich danach.

Dass dieser Verzicht nicht freiwillig ist, drückt auch auf unser Autonomie-Bedürfnis und verstärkt momentan spürbar den Widerstand in manchen Menschen. Die Maßnahmen werden z.T. kritisch hinterfragt und diskutiert, z.T. wird der Blick für den Grund der Einschränkungen und das Vertrauen in die zuständigen Systeme verloren und lautstark durch die digitalen Medien geschrien. Wie immer, ein breites Portfolio an Verhaltens- und Ausdrucksmöglichkeiten.

Ich mache den Perspektivwechsel, ich faste weiter. Ich beobachte und reflektiere, was das Sozial- und Bewegungsfasten mit mir macht.

Ich lebe und feiere die Traurigkeit und Unausgeglichenheit, die dieses spezielle Fasten an einigen Tagen mit sich bringt und heile sie in Yoga und Meditation, mit tollen ätherischen Ölen und mit, was immer ich meine, was mir in diesen Momenten gut tut.

Da sind sie wieder, diese wichtigen Fragen: „Was tut mir gut?“, „Was tut mir nicht gut?“, „Wovon habe ich gerade zu wenig in meinem Leben?“, „Wovon habe ich zu viel in meinem Leben?“.

Ich spiele in Gesellschaft online Gitarre und schnattere was das Zeug hält, spiele lustige Ratespiele, schreibe und schaue Fernsehen.

Letzteres ist ein Kompensations- und Verdrängungsmechanismus aus vergangenen Tagen, der mich kurzfristig abschalten und zur Ruhe kommen lässt, der mir durch vermeintliche Normalität Stabilität gibt, weil ich das ja seit vielen, vielen Jahren so gewohnt bin.

Ich spüre aber auch immer wieder, dass das Fernsehen eigentlich nur unnötig Kraft und neuronale Energie kostet und mich letztlich eher frustriert als nährt.

Ich könnte dem Sozial- und dem Bewegungsfasten jetzt noch TV-Fasten hinzufügen. Mach‘ ich aber nicht! Denn diese Zeit ist ereignisreich, anstrengend und lehrreich genug und, wie gesagt, Fasten muss nicht zum Leiden werden, sondern darf auch ein Akt der Selbstliebe und Selbsterkundung sein!

Atmend durch die Corona-Krise

Während einige Menschen in Zeiten des Kontaktverbotes der Corona-Pandemie von mehr Zeit und Ruhe berichten, berichten viele andere von Stress und Unausgeglichenheit.

Letztere können mindestens noch einmal unterteilt werden, in die, die Veränderungen grundsätzlich als etwas Negatives empfinden und ohne ihre Routinen in Unsicherheiten geraten, welche ihnen Stress verursachen und die, deren Belastungen, z.B. durch Sorgen wegen fehlenden Einkommens, und vieler anderer Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit dem Virus, oder der Kinderbetreuung neben dem Home Office tatsächlich gestiegen sind.

Beide brauchen neue Strukturen, Rituale, Regeln, Absprachen und Handlungsweisen um das neue Chaos zu bändigen und den eigenen Stress (und damit eventuell auch den des Umfeldes) zu reduzieren.

Ob und wie wir Stress haben, wird in unserem Körper durch unser Nervensystem reguliert

Unser vegetatives Nervensystem, bestehend (neben dem Darmnervensystem) aus dem parasympathischen Nervensystem (Parasympathikus) und dem sympathischen Nervensystem (Sympathikus) reguliert, kurz- und langfristig, über Hormonausschüttungen u.a. in Gehirn, Nebennieren und Nebennierenmark, unsere Körperfunktionen.

Stark vereinfacht, ‚feuern‘ die Nervenzellen des sympathischen Nervensystems in Stresssituationen, und erhöhen auf diese Weise die Stoffwechselrate vieler Organe (andere Organe die in der Stressreaktion primär eher nicht gebraucht werden, werden gehemmt), die mit Bewegung und erhöhter Leistungsbereitschaft in Zusammenhang stehen.

Dazu gehören unter anderem

  • unser Gehirn zur kurzfristigen Erhöhung von Konzentration, Aufmerksamkeit und Denkvermögen,
  • unser Herz pumpt in Stresssituationen schneller Blut und unsere Blutgefäße werden verengt (der Blutdruck erhöht), so dass mehr Nährstoffe und Sauerstoff durch unseren Körper transportiert werden, damit u.a. Muskelzellen gut versorgt sind und schnell arbeiten können,
  • unsere Pupillen werden durch die sympathische Innervation geweitet (damit wir besser sehen können), auch die anderen Sinnesorgane werden ‚geschärft‘,
  • die Leber (zur Aktivierung von Energiereserven),
  • und unsere Bronchien werden erweitert, unsere Atmung beschleunigt, damit wir mehr Sauerstoff zur Verfügung haben.

Den Sauerstoff brauchen wir unbedingt, um in den Körperzellen Energie zu produzieren, auf diese Weise alle in diesem Moment ‚systemrelevanten‘ Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, Aufnahme-, denk- und handlungsfähig zu sein.

All dies passiert unbewusst. Wir müssen uns nicht darum kümmern. Weil unsere Körper ziemlich coole Socken sind!

Nun ist es aber so, dass wir im digitalem Zeitalter auch im Zeitalter des chronischen Stresses leben und dieser wiederum Ursache vieler körperlicher und seelischer Erkrankungen unserer Zeit ist. Die Gründe dafür sind vielfältig und werden in meinem Buch für die Über/Strom Reihe beim Springer-Verlag ausführlich und vertiefend erläutert (Erscheinungsdatum Anfang 2021). Die Lebensumstände, Gedanken und Gefühle, die die Corona-Krise mit sich bringt, erhöhen das Stresslevel vieler Menschen allerdings noch einmal zusätzlich, dass Gedanken-Karussell dreht und dreht sich und der Körper kommt nicht zur Ruhe.

Obwohl der Sympathikus autonom handelt und wir unsere Herzfrequenz, Pupillengröße etc. nicht bewusst steuern können, können wir doch Einfluss nehmen auf unsere Atmung, auf unsere Gedanken durch, z.B. die Art und Menge der Medien mit denen wir unsere Sinnesorgane und unsere Nervenzellen fluten.

Das Stresslevel darin ungeübter Menschen lässt sich nicht mal eben auf Knopfdruck ausschalten. Das ist ein Lernprozess. Und Lernen bedarf Training.

Atmen gegen den Stress

Der erste und wichtigste Schritt zur Kontrolle unseres Stresssystems ist unsere Atmung. So einfach ist das! Weil gerade alles neu ist, haben wir gerade die Möglichkeit uns neue Rituale zu schaffen und das Atmen, darüber die Kontrolle des Gedanken-Karussells und darüber unsere Gesundheit besser in den Griff zu bekommen und vor allem die neuen Handlungsweisen und Programme dann langfristig in unseren Alltag einzubauen.

Wenn wir uns vornehmen, uns in den nächsten Wochen jeden Tag 2-3x 5 Minuten mit unserer Atmung zu beschäftigen, haben wir gute Chancen, kurzfristig auf unser Stresslevel einzuwirken und langfristig und nachhaltig etwas für unsere Gesundheit zu tun:

  • Wir können morgens voller Dankbarkeit und Liebe für uns selbst aufwachen und uns mit der Hand auf dem Herzen und emotional aus tiefstem Herzen bei uns selbst, unserem Körper, unserem Nervensystem, unserer Atmung dafür bedanken, dass wir die ganze Nacht völlig mühelos und automatisch weitergeatmet haben.
  • Mit ebenso viel Liebe können wir uns abends dafür bedanken, dass unser Körper uns mit knapp 20.000 Atemzügen pro Tag durch den Tag gebracht hat, damit wir tun können, was wir tun wollen.
  • Wir können im Laufe des Tages immer wieder mal unserer Atmung folgen, spüren wie die Bauchdecke sich hebt und senkt und die Dauer einer Ein- und Ausatmung zählen. Wir können visualisieren, wie der Sauerstoff in unserem Körper zirkuliert, die Energie spüren, die durch unsere Arterien fließt und/oder wie diese Energie in den Körperzellen pulsiert.
  • Wir können einen Frühlingsspaziergang machen (achten Sie bitte auf die momentanen Bestimmungen ihres Bundeslandes im Zusammenhang mit der Kontaktsperre) und den Spaziergang, oder immer wieder mal Teile davon, ganz bewusst unserer Atmung schenken. Die Luft wird gerade so schön warm und ist sauberer als sonst. Wir können uns bewusst machen, wie diese wundervolle gesunde Frühlingsluft unseren Körper und Geist nährt. Wir können uns den Frühling bewusst machen, ihn riechen, schmecken und fühlen und womöglich können wir in diesen Momenten der Ruhe, Acht- und Dankbarkeit tiefes Glück empfinden.
  • Wir können versuchen, unsere Atmung zu verlangsamen, indem wir Ein- und Ausatmung mitzählen. Für Anfänger empfehlen sich 4-6 Sekunden lang durch die Nase einzuatmen und anschließend 4-6  Sekunden lang durch die Nase auszuatmen. Fortgeschrittene Anfänger bauen 2-3 Sekunden Atempausen in der Atemfülle und Atemleere ein.

Wer regelmäßig übt, kann sein Atemvolumen so enorm erhöhen, Körper und Geist enorm beruhigen, den Körper regelmäßig in die nötige Regeneration bringen und aus diesem Gefühl des Versorgt-Seins, tiefes Glück erfahren.