„Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ von Kathrin Marter jetzt erhältlich (Über/Strom-Buchreihe, Band 3)

Der dritte Band unserer Buchreihe ist endlich erhältlich, sowohl als gedrucktes Buch als auch als e-Book. In „Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ zeigt Über/Strom-Autorin, Verhaltensneurobiologin, Yoga-Lehrerin und Coach Dr.in Kathrin Marter, was digitaler Stress mit uns macht und wie wir damit umgehen können. Hier einmal die Verlagsbeschreibung:

Viele Menschen nutzen täglich die Vorteile des digitalen Zeitalters: wenn sie mal eben ihr Zugticket mit dem Smartphone buchen, sich von ebendiesem zum vereinbarten Treffpunkt navigieren lassen und dann per Textnachricht erfahren, dass die werten Kolleg*innen ein paar Minuten zu spät kommen, der Tisch im Restaurant online schon reserviert wurde und das „Tisch-Ticket“ per QR-Code gleich mitsenden. Viele Menschen erfahren sich bei aller Erleichterung zunehmend reizüberflutet, überfordert und in der Folge gestresst.

Buchumschlag "Du bist, was Dich stresst!" von Kathrin Marter
Cover von „Du bist, was Dich stresst!“

Der Begriff und Zustand „Stress“ (heutzutage im Sprachjargon als diffus definierter Normalzustand verankert und schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen) ist allerdings tatsächlich ein Zustand, der vielfältigen Leidensdruck verursacht und krank macht.

Die Autorin unterstützt allgemeinverständlich, anschaulich sowie naturwissenschaftlich und psychologisch fundiert bei der Auseinandersetzung mit Stress, Stressoren und Prozessen der Langzeitgedächtnisbildung. Letztere sind nicht unwesentlich an unserem chronischen Stresslevel beteiligt. Langzeitgedächtnisse, die, häufig schon in der Kindheit geformt, starke negative Glaubenssätze beinhalten. Diese negativen Glaubenssätze erfahren durch die Herausforderungen der digitalen Welt permanente Verstärkung und begünstigen dadurch chronischen Stress – mit seinen für viele Menschen spürbaren Folgen.

Das Buch lädt ein, klärt auf und gibt fundierte, anschauliche und handlungsorientierte Ansätze zur Selbstreflexion und Entwicklung einer gesunden Handlungskompetenz gegenüber dem eigenen Stresslevel, folglich der eigenen Gesundheit und dem eigenen Glück.

Die Autorin Frau Dr.in rer. nat. Kathrin Marter ist promovierte Verhaltensneurobiologin, systemische Coach, Wissenschaftsautorin, Dozentin, Pädagogin, Yogalehrerin und Trainerin. Als Wissenschaftlerin hat sie die psychologischen, neuro- und verhaltensbiologischen und molekularen Grundlagen von Verhalten, Lernen und Gedächtnis erforscht. Heute bringt sie ihr ganzheitliches Expertinnenwissen über Lernen und Gedächtnis, Gesundheit und Krankheit sowie Verhaltensänderungen in Lernumgebungen, beratenden Settings und der Gesundheitsbranche erfolgreich in die praktische Anwendung.

Bald: „Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ (Band 3 der Über/Strom-Buchreihe)

Dass unser digitales Zeitalter ganz schön anstrengend sein kann und Stress verursacht, ist keine Neuigkeit mehr, aber immer noch eine Herausforderung für den persönlichen Umgang mit digitalen Medien. Wie viel davon möchten wir uns selbst zumuten, wie hilfreich oder hinderlich sind Twitter, LinkedIn, Blogs & Co. für unser Wohlbefinden, und was tun wir, wenn wir wie gefangen von Stresserfahrungen sind? Dieses Problems nimmt sich die Neurobiologin und Über/Strom-Autorin Dr. Kathrin Marter in ihrem in Kürze erscheinenden Buch „Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ an.

Cover von „Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ von Kathrin Marter (erscheint 2021)

„Du bist, was Dich stresst!“ ist der 3. Band der Über/Strom-Buchreihe. Nachdem in Band 1 Uta Buttkewitz das Phänomen der kontaktlosen, aber trotzdem stressenden Nicht-Kommunikation in digitalen Medien untersucht hat, und ich in Band 2 eher eskapistische Auswege im Computerspiel suchte, widmet sich Kathrin nun der Frage, wie wir das Problem des Stresses der digitalen Zeit direkt am Schopfe packen.

Ein paar Wochen dauert es noch, bis alles gesetzt und gedruckt ist (und ich bin sehr freudig aufgeregt 😀 es ist so schön, wenn ein Projekt wächst und fertig wird), aber hier ist schon mal der Klappentext:

Viele Menschen nutzen täglich die Vorteile des digitalen Zeitalters: wenn sie mal eben ihr Zugticket mit dem Smartphone buchen, sich von ebendiesem zum vereinbarten Treffpunkt navigieren lassen und dann per Textnachricht erfahren, dass die werten Kolleg*innen ein paar Minuten zu spät kommen, der Tisch im Restaurant online schon reserviert wurde und das „Tisch-Ticket“ per QR-Code gleich mitsenden. Viele Menschen erfahren sich bei aller Erleichterung zunehmend reizüberflutet, überfordert und in der Folge gestresst.

Der Begriff und Zustand „Stress“ (heutzutage im Sprachjargon als diffus definierter Normalzustand verankert und schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen) ist allerdings tatsächlich ein Zustand, der vielfältigen Leidensdruck verursacht und krank macht.

Die Autorin unterstützt allgemeinverständlich, anschaulich sowie naturwissenschaftlich und psychologisch fundiert bei der Auseinandersetzung mit Stress, Stressoren und Prozessen der Langzeitgedächtnisbildung. Letztere sind nicht unwesentlich an unserem chronischen Stresslevel beteiligt. Langzeitgedächtnisse, die, häufig schon in der Kindheit geformt, starke negative Glaubenssätze beinhalten. Diese negativen Glaubenssätze erfahren durch die Herausforderungen der digitalen Welt permanente Verstärkung und begünstigen dadurch chronischen Stress – mit seinen für viele Menschen spürbaren Folgen.

Das Buch lädt ein, klärt auf und gibt fundierte, anschauliche und handlungsorientierte Ansätze zur Selbstreflexion und Entwicklung einer gesunden Handlungskompetenz gegenüber dem eigenen Stresslevel, folglich der eigenen Gesundheit und dem eigenen Glück.

Ich bin Kathrin. Ich bin Biologin. Und #IchBinHanna. Eine prekäre „Verstopfung“ des Wissenschaftssystems?

2018 stellte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein „Erklärvideo“ zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz ins Internet. Das ist das Gesetz, das es Hochschulen erlaubt, junge Wissenschaftler*innen vor und nach der Promotion für je max. sechs Jahre einzustellen, ohne Aussicht auf Entfristung. Das soll, so das BMBF wörtlich, die „Verstopfung“ des Systems verhindern.

Dazu gab es in den letzten Tagen unter dem Hashtag #IchBinHanna einen heftigen Twitter-Aufschrei und entsprechende Medienberichte. Mario hat in den letzten zwei Tagen sowohl das Hashtag als auch die Resonanz darauf beobachtet und berichtet. Ich bin auch eine Hanna. Mit ein wenig mehr als einem Twitter-Post berichte ich hier von meinen Erfahrungen.

Vertragliches

#IchbinHanna, naja stellvertretend; Ich bin auch eine Hanna. Ich bin Kathrin. Ich bin Biologin wie Hanna. Ich habe eine Doktorarbeit geschrieben. Mein Vertrag an der Universität war zunächst auf drei Jahre befristet. Da trotz massenhafter Daten und einiger Manuskripte in den Schubladen meiner Betreuerin noch keines veröffentlicht war, konnte ich nicht gehen und mein Vertrag wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Die Beschäftigung erfolgte wie üblich vorbehaltlich der Mittelfreigabe des Projektträgers.

Mein Vertrag war für eine halbe Stelle. Von Promovierenden, insbesondere in den Naturwissenschaften, wird erwartet, dass sie mindestens 50 % ihrer Arbeit unbezahlt machen. Schließlich handelt es sich ja um eine Qualifizierungsstelle, das heißt, die Arbeit dient ihnen am Ende selbst. In den Geisteswissenschaften wird häufig ohne Entlohnung, sozusagen neben dem Vollzeitjob, möglichst in Vollzeit promoviert, während Ingenieur*innen aufgrund der guten Arbeitsmarktbedingungen in der freien Wirtschaft nur durch volle Stellen gelockt werden können.

Mit meinem 50 %-Drei + (ungewollt) Ein-Jahres-Vertrag hatte ich Glück. Werte Kolleg*innen meiner Branche hatten Verträge über 6 Monate und waren so permanent der Willkür ihres -mit Schlüsseln nach ihnen werfenden- Vorgesetzten ausgesetzt. Immer wieder mal haben sie auf Arbeitslosengeld gearbeitet. Da bleiben mitunter am Ende auf Steuergeldern produzierte Daten für immer unpubliziert in Schubladen und vervielfachen sich Existenzängste, weil z.B. Studienkredite nicht zurück gezahlt werden können. Das passiert Menschen, die sich nach Ausbildung und/oder Studium entschieden haben, die höchste Qualifizierungsebene des deutschen Bildungssystems zu erreichen!

Aufgeschnapptes, das sich auch im Diskriminierungs-, Belästigungs- und Gewaltkontext wiederfindet:

  • ‚Lehrjahre sind keine Herren-Jahre, Kathrin!‘
  • ‚Wenn man es wirklich will, dann muss man schon investieren, Kathrin!‘
  • ‚Jetzt Kinder zu bekommen, ist keine gute Idee, Kathrin!‘
  • ‚Jetzt Kinder zu bekommen, ist eine gute Idee, Kathrin, dann hast du während des Mutterschutzes in der Arbeitslosigkeit genug Zeit, in Ruhe deine Arbeit zu schreiben und kannst jetzt noch ein bisschen ranklotzen.‘
  • ‚Promovierende brauchen kein Wochenende, Kathrin!‘
  • ‚Promovierende brauchen keinen Urlaub, Kathrin!‘
  • ‚Wie schade, dass du jetzt in den Urlaub gehst, Kathrin. Ich wollte mir gerade Zeit für deine Manuskripte nehmen.‘
  • ‚Jetzt hab dich doch nicht so!‘
  • ‚Du willst es doch auch!‘

#LieberLars

„„Ich bin Hanna, wäre aber lieber Lars“, schreibt eine Twitter-Nutzerin. Lars ist in dem BMBF-Video nämlich der Labormitarbeiter, der einen ’normalen‘ Arbeitsvertrag hat, für den das gewöhnliche Arbeitsrecht gilt. „Augen auf bei der Berufswahl“, mag man da zynisch denken.“

Mario Donick, 2021: hier

Dass Hanna mit ihrer Promotion später auf einem Vertrag für Lars (aka technische*r Assistent*in) arbeitet, ist nicht möglich. Das ist irgendwo gesetzlich geregelt. Da würde ja dann durch die Hannas das System für die Larse verstopft. Außerdem gäbe es dann tausende frustrierte promovierte Hannas, die für weniger Geld auf TA-Stellen weiterforschen, um nicht wieder wegziehen zu müssen oder um nicht arbeitslos zu sein oder um ihre Kinder versorgen zu können, … Wenn die Hannas das System durch die Stellen der Larse infiltrierten, dann bräuchte es ja auch gar keine Postdoc-Stellen mehr. Dulcolax her! Und wer macht dann den äußerst wertvollen Job der TAs? Kriegen die dann weniger Geld? Oder sollten sie dann auch promovieren? Dann bräche ja der Elfenbeinturm auseinander. Das will doch keine*r.

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Inspiration zum Elfenbeinturm
Photo by Magda Ehlers on Pexels.com

BottleNeck-Supporters

BottleNeck-Systeme wie das Wissenschaftssystem, welche sich nach oben (lediglich anatomisch) stark verjüngen, verstopfen natürlich leicht.

Da braucht es dann größere, ungesunde Mengen Abführmittel o.ä. und Ausdrücke wie ‚Doktorvater‘, ‚Nachwuchs‘ oder ‚Junior-Professor‘, um gestandenen Diplomer*innen, Promovierte, Post-Docs, Müttern und Vätern uvm. immer wieder auf die Nase zu binden, dass sie Teil des Hamsterrades und weder erwachsen noch mündig sind.

Neben den oben genannten Titeln haben auch Maßnahmen wie das Aufdrucken des Befristungsdatums auf die Hochschul-Mitarbeiter*innen-Karte oder das Einnähen selbigen Datums in die Laborkittel (damit wir unsere Stellung nicht vergessen) täglich die Wirkung des Wirkstoffbeschleunigers Lysin, nur ohne die schmerzstillende Wirkung. Ganz im Gegenteil. Die Burnout-Depression ist so auch eine Möglichkeit, das System nicht zu verstopfen. Angst, Frust und/oder Traurigkeit fördern belegbar weder Innovation noch Kreativität. Die Förderung letzterer soll allerdings, laut BMBF-Erklärvideo, durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz erreicht werden.

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Keine Zeit zu verlieren!
Photo by incusion on Pexels.com

#LieberHannes?

Ich bin Kathrin. Ich bin auch eine Hanna. Wie alle anderen Hannas wollte ich es wirklich! Wäre ich Hannes (fiktiver Name!) und käme noch dazu aus einem Akademiker*innenhaushalt, hätte ich heute wohl eine andere Geschichte zu erzählen.

Hannes hat alles richtig gemacht. Er hat nach der Promotion Frau aus geliebtem Job und Familien-Unterstützungssystem und Kind aus Kindergarten und Familien-Unterstützungssystem genommen und ist an eine renommierte Universität im Ausland gedüst. Einige erfolgreiche Jahre später ist er dann mit Rückenwind an die nächste renommierte Universität im Ausland gedüst, um eine Nachwuchsgruppe zu gründen. Ob Frau und Kind wieder bzw. noch an Bord sind, weiß ich nicht.

Hannes, selbst Professorenkind, hat schon viel von zu Hause mitbekommen; hatte schon früh einen eher professoralen Habitus, konnte seine Ressourcen besser nutzen, hatte immer schon ein breites Netzwerk und eine solide finanzielle Absicherung.

Wenn ich mir die Twitter-Posts zum Hashtag #IchBinHanna anschaue, sind da allerdings viele, viele Hannes dabei, auch solche, die vermeintlich ‚alles richtig gemacht‘, es vermeintlich ‚geschafft‘ und die Entfristung erreicht haben, die sich trotz ggf. bester Voraussetzungen in ebenso prekärer Lage befinden wie die Hannas und die #Arbeiterkinder, uvm., und körperlich, psychisch und emotional mindestens angeschlagen, wenn nicht erkrankt sind. Dazu aus meinen Buch:

„Wir gönnen uns häufig weder Lob, noch Ruhe oder eine (innerliche) Feier, wenn wir einen Meilenstein erreicht haben. So habe ich z. B. einen Professor erlebt, welcher, als er endlich die ‚Möhre der Vertragsentfristung‘ in den Händen hielt, weder mit seinem Team oder der Familie feierte, noch sich einige Tage Ruhe gönnte, sondern Schmerzmedikamente einnahm, mir „The show must go on“ von Queen zitierte und weitermachte.

Ich war damals nicht in der Position, ihm zu sagen, dass der Liedtext mit „mein Herz zerbricht,…“ weitergeht und Freddy Mercury, als er den Text schrieb, nach langjährigen regelmäßigen Alkohol-, Drogen- und Sexexzessen an den Folgen seiner HIV-Infektion und der daraus resultierenden AIDS-Erkrankung litt. (u. a. Bohemian Rhapsody: King et al., 2018)“

in Marter, K. 2021. Springer-Verlag)

Leaky Pipelines

Für Hannas und Kathrins und #Arbeiterkinder und Studierende, Promovierende und Postdocs mit Migrationshintergrund, sowie Ostdeutsche existieren allerdings diverse Leaky Pipelines und Gegenwinde, die von der erbrachten Leistung völlig unabhängig, durch noch mehr Leistung nicht zu kompensieren und für die entsprechende Zielgruppe ohne Unterstützung nicht greifbar sind.

Aus ‚Recruiting for Excellence‚ Universität Zürich, Faculty of Science, Stand April 2017

Deshalb erklärt uns das BMBF auch (realitätsfern und frech): „Hanna weiß, dass man eine Karriere in der Wissenschaft frühzeitig planen muss. Deswegen nimmt sie regelmäßig das Betreuungsangebot für Promovierende an ihrer Hochschule in Anspruch.“ (Erklärvideo des BMBF: „Wozu dient das Wissenschaftszeitvertragsgesetz?“ 30. Juli 2018).

Als ich noch Hanna war und promovierte, gab es diese Angebote nicht. Heute unterstütze ich mit solchen Beratungsangeboten selbst vor allem Frauen im Wissenschaftssystem. Freiberuflich und an einer Hochschule. Letzteres tue ich un-witzigerweise und aufgrund meiner Qualifikation und Promotion auf einem befristeten Zeitvertrag, welcher dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz unterliegt, d.h. leistungs- und erfolgsunabhängig ohne Aussicht auf Verlängerung.

Diese projektbasierte und Arbeitgeber-gebundene Unterstützung mache ich dann wohl in vier Jahren so nicht mehr. Ich mache den Weg frei, bzw. werde vom Wissenschaftszeitvertragsgesetz frei gemacht, bzw. die Verstopfung aka ich wird bereinigt, für die nächste Verstopfung aka Hanna, die andere Hannas dann auf ihrem Weg an die Spitze des Elfenbeinturms für die restlichen Jahre, bis zum Auslaufen ihres Wissenschaftszeitvertragsgesetz unterstützen darf.

Das fördert meine Kreativität und Innovationskraft jetzt nicht so.

Meine Ideen gegen Verstopfungen und für ein nachhaltig gesundes, zufriedenes, erfolgreiches chancengerechtes Miteinander

Wenn mich gerade etwas motiviert, dann dass die Frauen, die ich unterstütze, durch mich Rückenwind bekommen und andere Möglichkeiten haben.

Diese Motivation ist getrieben von dem Wunsch langfristig etwas zu ändern. In diesem Zusammenhang hätte ich hier auch noch ein paar kreative, anschauliche und innovative (zugegebenermaßen [aufgrund der emotionalen Narben] zynische) Vorschläge im Zusammenhang mit Verstopfungen:

Idee 1

Könnte der Quatsch nicht wenigstens aufhören, wenn Hanna nicht mehr als Wissenschaftlerin an einer Hochschule arbeitet, sondern sich für eine sogenannte Parallelkarriere entschieden hat, in der weniger Verstopfungen zu befürchten sind?

Idee 2

Auf einer 50 %-Stelle — verstopfe ich da nicht auch nur 50 % des Systems? Könnte ich da nicht noch ein wenig länger den Job machen, den ich so gerne und mit so viel Aufopferung und Begeisterung, Innovationskraft (#IchBinHanna aka Kathrin ist Hugo-Junkers-Preis-Trägerin für Forschung und Innovation des Landes-Sachsen-Anhalt!) und selbst eingeworbenen Mitteln mache? Dann könnte ich mir vielleicht mal einen Schrebergarten pachten, weil ich wüsste, wo ich die nächsten Jahre meines Lebens verbringe.

Idee 3

Beim Bafög gibt es doch auch so eine Regelung, wenn man*frau XY Kinder bekäme, müsste das Bafög nicht mehr zurückgezahlt werden? Wie viele Kinder bräuchte ich denn für eine Entfristung? Das würde ja ggf. auch das Problem mit der Geburtenrate unter Akademikerinnen lösen.

Ja, ja, ich versteh schon; das Problem mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs allerdings nicht:

Ich hätte dann wohl Kinder und einen Schrebergarten, könnte endlich ankommen, müsste nicht mehr so viele Existenzängste und Selbstzweifel haben, wäre aber Ursache diverser Verstopfungen (hätte also doch wieder Selbstzweifel).

Welche gut ausgebildete, innovative, mega-power Hanna oder Kathrin möchte nach Jahren harter Arbeit schon aus dem System getrieben werden oder es zum Kollabieren bringen …

Idee 4

Wenn nun das System in der Mitte verstopft ist, durch unkreative, nicht-innovative alternde Wissenschaftler*innen und diese Verstopfung abfließen soll, wo soll sie denn hin? Unten sind die Nachrücker*innen und scharren mit den Hufen, oben schwingen die Vorgesetzten ihre (Damokles-) Schwerter.


Als promovierte Biologin mit einem sehr guten Verständnis für den menschlichen Körper und Gesund- und Krankheit, stelle ich mir gerade das menschliche Darmsystem vor.

#IchBinHanna und das menschliche Verdauungssystem. Abbildung erstellt mi canva.com

Eine Verstopfung im Mittelbau des Darmsystems ließe sich vermeiden, indem das jeweilige System weniger isst. Das würde bedeuten, es würden weniger Stellen für Promovend*innen geschaffen. Eine solche Entwicklung wird durch die Projektträger bereits dadurch gesteuert, dass Promovierende heute bei voller Arbeitsleistung (eigentlich) mehr als 50 % entlohnt werden müssen, so dass die Antragstellenden sich überlegen müssen, ob sich der Betreuungsaufwand überhaupt lohnt, oder eine 100 % Stelle für ein*e Postdoc nicht angebrachter wäre… Reicht allerdings nicht. Die Verstopfung durch die vielen Hannas ist noch da. Also Dulcolax her:

Die gelöste Verstopfung im Mittelbau des Darmsystems ergießt sich schwallartig über den Enddarm / das Nadelöhr / das Bottleneck des professoralen Personals und nimmt alles mit, was ihr im Weg steht. Ist das eine schöne Idee? : Befristete Professuren, deren Inhaber*innen nach einer gewissen Zeit in Forschung und Lehre die Wirtschaft oder Politik mit ihrer Kreativität und Innovationskraft beglücken dürften und ein stetiger Zufluss neuen Wissens, neuer Kraft, Kreativität, Diversität und Innovation in Lehre und Forschung durch die Hannas im Mittelbau. Mit dieser Idee sind die Entscheidungsträger*innen sicher nicht so d’accord.

Okay, die Verstopfung, biologisch gesehen, kann also weder nach oben noch nach unten so richtig gut abfließen. Oben und unten sind systemisch unüberwindbar verstopft. Da bleibt nur die Explosion, das Platzen des Darmes, ein Magendurchbruch oder eben ein operativer Bypass, wie der des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Das habt ihr euch wirklich gut überlegt, ihr professoralen, überwiegend männlichen, weißen, in allen Bundesländern aus der ehemaligen BRD stammenden Berater der Politik mit ihrer ebenfalls überwiegend männlichen, weißen, in allen Bundesländern aus der ehemaligen BRD stammenden Politikern und Vertretern des Patriachats, die ihr es geschafft habt und den natürlichen Abfluss besetzt haltet und neue Anträge für neue Promovierende schreibt, die ihr gar nicht angemessen betreuen könnt oder wollt. 

Idee 5

95 vermutlich weniger zynische Vorschläge gibt es hier.

Wer bin ich und wenn ja wie viele? Selbstportrait 1. Erstellt mit canva.com.

LieberKathrin

Ich bin Kathrin. Ich bin auch eine Hanna. Heute bin ich glücklich. Meine Geschichte lässt sich durchaus als Erfolgsgeschichte erzählen. Da ich selbst emotional mit ihr verbunden bin, fühlt sie sich für mich allerdings immer noch manchmal wie eine Leidensgeschichte an. Ich arbeite daran…

‚50 Fakten über mich selbst‘ sind dafür eine gute Übung. Ich mache sie nicht nur selbst gerne, sondern auch mit Studentinnen und Promovendinnen und zu Recht frustrierten, verzweifelten oder ohnmächtigen Aussteiger*innen und zum Empowerment bei Konflikten oder vor Verhandlungen mit meinen Coachees aus dem Hochschulbusiness…

  1. #queenofbrain
  2. #conquereeofhabit
  3. #tabularasa2punkt0
  4. Dr.in rer. nat. Kathrin Marter
  5. Promovierte Verhaltensneurobiologin
  6. Wissenschaftlerin
  7. Hugo-Junkers-Preisträgerin für Forschung und Innovation
  8. Systemische Beraterin
  9. Systemtherapeutische Beraterin
  10. Strategische Netzwerkberaterin
  11. Freiberuflerin
  12. Selbständige
  13. Unternehmerin
  14. Expertin für ganzheitliche Karriere- und Persönlichkeitsentwicklung
  15. Autorin
  16. Ressourcenmanagerin
  17. Referentin
  18. Berufsschulpädagogin
  19. Bloggerin
  20. Yogalehrerin
  21. Pilates-Trainerin
  22. Trainerin für Wirbelsäulengymnastik
  23. Entspannungstrainerin
  24. Faszientrainerin
  25. Wanderführerin
  26. Gesundheitswanderführerin
  27. Natur- und Landschaftsführerin
  28. Empathie
  29. Kreative
  30. Lebensstil-Integratorin
  31. Aktive Zuhörerin
  32. Gewaltfrei Kommunizierende
  33. Feministin
  34. Aktivistin
  35. #Arbeiterkind
  36. kritische Kritikerin
  37. Singende
  38. Gitarre-Spielerin
  39. Große Schwester
  40. Bester Freundin
  41. Entschleunigerin
  42. buntes Zebra
  43. Koordinatorin
  44. Organisationstalent
  45. Zuverlässig
  46. Lösungsorientiert
  47. Radfahrerin
  48. ganzheitlich gesund
  49. Radfahrerin
  50. Team-Playerin
  51. Deutsche Meisterin im Rudern im Kinder- und Jugendbereich
  52. Landesmeisterin im Triathlon im Jugendbereich
Wer bin ich und wenn ja wie viele? Selbstportrait 2. Erstellt mit mentimeter.com.

2020 >> 2021

Ich weiß nicht, ob es am allgemeinen Älterwerden liegt, dass das Jahr 2020 für mich subjektiv sehr sehr schnell vergangen ist, oder an den drei medialen Pfeilern Corona, Brexit und Trump, die zwar mit zeitweise unterschiedlicher Gewichtung, aber doch zu jeder Tages- und Nachtzeit die großen Zeitungen, Nachrichtensendungen und Internetportale dominierten, andere Themen an den Rand drängten (etwa die Flüchtlingssituation in Moria oder die starken Wald- und Buschbrände in den USA und in Australien) und so keine Pause, kein zur-Ruhekommen zuließen, oder doch nur eines, zu dem ich mich wirklich zwingen musste.

Die Idee, doch einfach entsprechenden Medienkonsum zu reduzieren, ist nicht einfach umzusetzen, wenn man medientheoretisch-kommunikationssoziologisch geprägt ist. Das gehört dann nicht nur zur (frei)beruflichen Identität, sondern zum ganzen Selbstbild. Immerhin, im Lauf des Jahres gelang es mir, nicht mehr bis nachts zwischen Spiegel, Zeit, Süddeutscher, taz und FAZ hin und her zu „zappen“, und im Spätsommer war ich dann so weit, mich nur noch morgens auf den aktuellen Stand zu bringen. Und seit Weihnachten habe ich fast gar nicht mehr ins Internet geschaut, selbst E-Mails nur sporadisch gecheckt.

2020

Auf der aktiven, Medien produzierenden, Seite verging das Jahr ebenfalls sehr schnell. Vier große Projekte dominierten 2020. Zum einen kam mein Fachbuch „Nutzerverhalten verstehen — Softwarenutzen optimieren“ auf den Markt. Darin erkläre ich kurz und knapp, wie sich spätere Probleme der Softwarenutzung abfangen lassen, wenn man stärker als allgemein üblich qualitative Beobachtungen von Nutzer*innen während der Entwicklung einbezieht und dies vor bestimmten system- und differenztheoretischen Ansätzen auswertet. Im Allgemeinen findet sowas auch in sogenannten agilen Methoden nur in kleinem Rahmen statt; ich plädiere dafür, das auszuweiten. Kontext des Buches sind auch Gedanken zu mehr Transparenz, was Prozesse und Ergebnisse des Einsatzes von Software angeht, und zu denen ich im Januar zwei längere Artikel im Über/Strom-Blog veröffentlichen möchte.

Das zweite große Projekt war im August das GameStar-Sonderheft zum neuen Microsoft Flight Simulator, das einen großen Teil des Sommerurlaubs einnahm. Wir waren zu der Zeit gerade im Schwarzwald, im „Haus Rehblick“ in Saig, wo „zufällig“ auch Sitz des VST-Verlags und des FS MAGAZINs (der einzigen deutschsprachigen Fachzeitschrift zur Flugsimulation) ist. Die Tage teilten sich in schreiben (vormittags) und wandern (nachmittags). Ich habe ca. 48 der 146 Seiten des Hefts verfasst, vor allem Anleitungen/Tutorials. Das war alles ziemlich aufregend und stressig, weil wir nur wenig Zeit zur Verfügung hatten; gleichzeitig freue ich mich sehr, dass ich daran mitarbeiten konnte, weil mir gerade die Sonderhefte immer sehr gefallen (… die sind auch sehr hochwertig gedruckt).

Kurz vor dem Urlaub gelang es mir noch, mein Sachbuch „Let’s Play! Was wir aus Computerspielen über das Leben lernen können“ abzugeben. Im Gegensatz zu meinen anderen Büchern habe ich „Let’s Play“ auch selbst layoutet. Nicht, dass mir das Standardlayout meines Verlags nicht gefallen würde, aber ich wollte gerne zweispaltigen Satz, farbige Überschriften und Flexibilität bei der Bildgestaltung. Für den Satz habe ich die Open-Source-Software Scribus verwendet, was einige Einarbeitung benötigte. Das Endergebnis halte ich für recht gelungen, zumindest scheine ich keine ganz krassen Fehler gemacht zu haben. Als das Buch dann im November 2020 endlich erschien und ich meine drei Freiexemplare in der Hand hielt, war ich daher doppelt zufrieden.

Das vierte große Projekt schließlich ist die Buchreihe „Über/Strom“, in der „Let’s Play“ erschien und zu der auch dieses Blog gehört. Der erste Band der Reihe war im Frühjahr „Smiley, Herzchen, Hashtag. Zwischenmenschliche Kommunikation im Zeitalter von Facebook, WhatsApp, Instagram @ Co.“ von Dr. Uta Buttkewitz (Uni Rostock), die ebenfalls Herausgeberin der Reihe ist. Zwei Gedanken aus dem medientheoretisch fundierten Band haben es mir besonders angetan: die These, dass Kommunikation im Internet oft nur ein kurzer, folgenloser Kontakt ist, der mehr der Selbstbestätigung dient als einem ‚echten‘ Austausch, und dass wir deshalb in einem „Zeitalter des Verschwindens“ leben würden (siehe dazu auch das Interview, das ich mit der Autorin vor einiger Zeit führte).

Neue Über/Strom-Bücher 2021

Und es geht weiter — 2021 erscheinen unter anderem folgende Bände:

Das Buch „Wer sehen will, muss spüren“ beschäftigt sich aus vorwiegend leibphänomenologischer Sicht sowie mit Bezügen zur Psychologie mit dem Schauen von Filmen und Serien. Die Germanistin, Philosophin und Lehrerin an einer berufsbildenden Schule Wiebke Schwelgengräber fragt darin, wie wir leiblich (als Abgrenzung zur Körperlichkeit der üblichen Sinnensorgane) von Filmen/Serien betroffen sind, wenn es etwa um die Entstehung und Wahrnehmung von Atmosphären und Gefühlen geht.

Im Buch „Tabula Rasa 2.0“ geht die Neurobiologin Dr. Kathrin Marter dem Stress in unserer digitalen Welt nach. Sie zeigt anschaulich, was Stress ist und wie er entsteht, und gibt vielfältige Anregungen zu einem bewussteren Umgang mit dem Phänomen im Alltag. Leser*innen des Über/Strom-Blogs kennen die Autorin bereits aus mehreren Beiträgen.

Weitere Bände der Reihe sind bereits in Planung; mehr dazu zu gegebener Zeit.


Soweit mein kleiner Jahresrückblick bzw. -vorgriff.

Möge das Jahr 2021

ruhiger

gesünder und

(zwischen)menschlicher sein.

Raunächte — digitale Ruhe und Besinnlichkeit zwischen den Jahren

In diesem Blogbeitrag geht es um die Raunächte, ihre Bedeutung, wie wir sie gut für uns nutzen können, um das alte Jahr dankend gehen zu lassen und das neue Jahr zielorientiert willkommen zu heißen. Ganz im Sinne der Über-Strom-Reihe nutze ich Beispiele aus unserem digitalen Alltag, um Rück- und Vorschau einzuleiten. Ganz im Sinne von Tabula Rasa 2.0 frage ich, um ungesunde Glaubenssätze und Verhaltensweisen erkennbar zu machen und die Absicht der Integration neuer gesunder Verhaltens- und Denkweisen zu ermöglichen und zu stärken.

Raunächte — Tage außerhalb der Zeit

Die Raunächte, auch Rauhnächte, gehen vermutlich auf den germanischen Mondkalender zurück. Dieser hatte ein Jahr mit zwölf Mondmonaten und demnach 354 Tagen. Die zum heutigen Sonnenkalender mit 365 Tagen fehlenden elf Tage – bzw. zwölf Nächte – sind, aus Sicht des Mondkalenders, mit dem Wissen um den Sonnenkalender, Tage außerhalb der Zeit. (1)

Diese Tage außerhalb der Zeit sind für viele von uns arbeitsfreie Tage. Durch die vorbereitenden Adventsonntage, das Raunächte einleitende Weihnachten bei Kerzenlicht, Liedern, im Kreise der Familie kommen wir zur Ruhe und erleben zwischen den Jahren eine besinnliche und entschleunigte Zeit. Sie wirkt durch die kurzen Tage um die Wintersonnenwende mit dem 21.Dezember immer auch mystisch.

Analoge Tage außerhalb der Zeit?

Die Raunächte können dieses Jahr ganz besonders, auch eine Zeit sein in der Körper, Psyche und emotionales System einen Ausgleich zur Digitalisierung erfahren.

Ich liebe die Digitalisierung! Sie hat es mir ermöglicht meine YogaLehrAusbildung trotz Lockdown zu Hause zu beenden. Sie ermöglicht es mir in Kontakt zu bleiben und z.B. zu Weihnachten auch meine Schwester sehen zu können, die nicht ‚anfassbar präsent‘ bei uns sein wird. Die Digitalisierung ermöglicht es mir meine Yoga-Kurse auch weiterhin anzubieten und so viele Menschen bei ihrer Entspannung und Stressbewältigung in dieser irren Zeit zu unterstützen und ich kann sogar Formate wie die Raunächte-Meditations-Challenge anbieten, für die es vor Corona und den damit verbundenen Lockdowns keine Zielgruppe und/oder keine Bereitschaft und Vorstellungskraft gegeben hätte: Ab dem 21.Dezember werde ich nun jeden Morgen um 7 Uhr (vielleicht 6:50 Uhr) aus dem Bett kullern, den Rechner hochfahren und um 7:15 Uhr mit Gleichgesinnten meditativ die Raunächte begehen. Ebenso um 20:45 Uhr, damit ich gegen 21:30 Uhr tief verbunden mit mir selbst und absolut präsent wieder ins Bett kullern kann, um dort in der Meditation, die sich Schlaf nennt, zu regenerieren und aufzutanken. Ich wünsche mir von mir selbst, dass sich dieses Meditations-Ritual durch die Raunächte so festigt, dass ich es beibehalte, weil es mir gut tut, weil es gesund ist und ich gesund sein möchte.

Raunächte- digitale Ruhe und Besinnlichkeit zwischen den Jahren

Die Meditation, wenn hier auch digital übertragen, um im Lockdown gemeinsam zu sein, ist ein wundervolles Pendant zur Digitalisierung, weil wir uns in der Meditation von äußeren Reizen zurückziehen. Das Digitale, viele werden es spätestens in der Intensität des Home Office und der Lockdowns bemerkt haben, ist körperlich und kognitiv anstrengend:

Die Impulse der hellen Bildschirme strengen die Augen im Übermaß an, bei schlechter Verbindung der Telco muss das Gehirn sich aus abgehackten Tönen den Kontext zusammenschustern, viele Formate wollen unsere Aufmerksamkeit und einige versuchen sie über angstauslösende Titel und Artikel zu bekommen. Gleichzeitig haben wir, ob der Fülle der digitalen Angebote, Belehrungen und Informationen keine Zeit uns tief und ernsthaft mit deren Wahrheitsgehalt auseinanderzusetzen, um unsere individuelle Wirklichkeit in der aktuellen Situation überhaupt noch einschätzen zu können.

Dazu fehlt vielen Bewegung, vielen fehlen die eingefahrenen, Sicherheit-gebenden Routinen des Berufsalltag, die Gespräche auf dem Flur, das Käffchen. Zudem können digitale Formate uns nur sehr begrenzt emotional berühren, wie es ein Lächeln oder auch Nicht-Lächeln der Chefin in ‚Präsenz-Präsenz‘ könnte, so dass einigen Menschen sicher große Mengen Oxytocin fehlen und so ein Gefühl von Einsamkeit entstehen kann.

In der Summe kann der Körper am Ende dieses Corona-Jahres nicht-ausgelastet und rastlos sein, bei gleichzeitigen Gefühlen von Schwäche und/oder dem Gefühl nicht belastbar zu sein, schlecht in den Schlaf zu finden oder nicht durchschlafen zu können, eine stärkere Brille zu brauchen, Verspannungen in Hüfte, Schultern, Nacken und Gesicht, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne und diffusen Ängsten, ob der Unsicherheiten und möglichen Veränderungen der eigenen Gesundheit und der eigenen Lebensumstände.

Raunächte — Rück- und Innenschau

Mit dem Wissen, dass die Tage wieder länger werden und das neue Jahr vor der Tür steht, regt sich Hoffnung in uns. Alle Jahre wieder, wünschen sich viele, dass das nächste Jahr besser wird als das vorangegangene, häufig ohne genau zu schauen, was alles erreicht wurde, ohne Dankbarkeit und Wertschätzung für das Erreichte und die Rückschau auf die Herausforderungen, die das Leben für uns bereit gehalten hat.

Diese Dankbarkeit und Wertschätzung allerdings sind es, die uns aus unserem tiefsten Innern heraus glücklich, zufrieden, entspannt und gesund sein lassen, die uns helfen, die Herausforderungen unseres Lebens anzunehmen, ohne dauerhaft den Ist-Zustand bekämpfen zu wollen, weil er noch nicht und niemals einen dauerhaften Zustand von Euphorie, Sicherheit und Fülle in uns auslöst.

Die Einflüsse von Sonne und Mond führen eine tiefe Empfindsamkeit herbei, die sich nutzen lässt, um

  • im Innen aufzuräumen,
  • Altes, das nicht mehr gebraucht wird, das nicht mehr nährt, dankbar und wertschätzend gehen zu lassen,
  • zu regenerieren,
  • die eigenen Wünsche und Bedürfnisse abzufragen,
  • neue Ziele zu visualisieren und
  • sich fest mit den eigenen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Zielen zu verbinden,
  • Schritte zur Wunscherfüllung zu reflektieren,
  • sich zu fokussieren und
  • zu erden.

In Bezug auf den stark digitalisierten, bewegungs- und kontaktarmen Home Office-(Lockdown)-Alltag lässt es sich fragen:

  • Welche digitalen Medien und Werkzeuge nutze ich stündlich, täglich, wöchentlich? Wie viele Stunden bin ich auf diese Weise täglich online? Möchte ich das so?
  • Welche Regenerationsmöglichkeiten möchte ich meinem Körper, meiner Psyche, meinem emotionalem System vor / nach einen digitalen Tag geben? Ist das smart, d.h. ist das Ziel
    • simpel genug, um es auch anzugehen?
    • messbar? (spätestens hier fällt das Ziel, dauerhaft glücklich sein zu wollen raus)
    • für mich attraktiv? Hab ich da Bock drauf?
    • realistisch? (hier können wir auch nochmal über das Glück nachdenken…)
    • Ist der Startpunkt terminiert? Ein Zeitraum? (hier können wir auch nochmal über das Glück nachdenken…)
  • Wovon habe ich gerade zu viel in meinem Leben? Wo von zu wenig? Wie kann ich das ändern?

Raunächte — Tabula Rasa 2.0 pur

Wie in einem Karriere- und Persönlichkeitsentwicklungsprozess in einem Workshop oder Coaching fragen uns die Raunächte nach unseren Bedürfnissen, persönlichen Motiven, Zielen und Werthaltungen. Unsere Wünsche und Bedürfnisse sind natürlich und menschlich (siehe auch Artikel zur Maslowschen Bedürfnisse-Pyramide in Corona-Zeiten). Nicht immer ist allerdings die Art und Weise, wie wir uns unsere Wünsche erfüllen und Bedürfnisse befriedigen wollen, sinnvoll und zielführend. So kann ich mir und anderen zum neuen Jahr Gesundheit und Glück wünschen (lassen); daran zu glauben, dass ich durch das Aussprechen dieser Sätze allein dauerhaft gesund und glücklich bin, ist allerdings ziemlich esoterisch.

Um z.B. dauerhaft gesund zu sein, muss ich/musst Du Verantwortung für deine Gesundheit übernehmen.

Es braucht die Rückschau:

  • Was hab ich alles schon probiert?
  • Was hat gut funktioniert?
  • Was hat nicht so gut funktioniert?
  • Warum hat es nicht gut funktioniert?
  • Warum hat das, was gut funktioniert hat, gut funktioniert? …

Es braucht die Innenschau:

  • Wie zufrieden bin ich mit dem IST-Zustand?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was brauche ich und warum?
  • Wie kann ich bekommen, was ich brauche?
  • Ist das wirklich wahr?
  • Was hindert mich daran, mein Ziel zu erreichen?

Und es braucht den Blick in die Zukunft:

  • Wie fühlt es sich an, wenn ich mein Ziel erreicht habe?
  • Wer teilt meine Werte, Bedürfnisse und/oder Ziele und wie können wir uns gegenseitig unterstützen ?
  • Wie sieht mein Plan aus? Was sind meine ersten Schritte hin zur Zielverwirklichung?
  • Was/wer/wo sind meine Reminder?

12 Tage und Nächte für diese und weitere Fragen lassen uns uns tief bei uns selbst ankommen und den ein oder anderen Wunsch, das ein oder andere Gefühl, als kontra-produktiv entlarven und im alten Jahr lassen. 12 Tage und Nächte in Verbindung, in Achtsamkeit und Wertschätzung mit uns selbst, ermöglichen es uns Achtsamkeit, Wertschätzung und Dankbarkeit zu üben und als Routine, als neue gesunde Verhaltensweise mit ins neue Jahr zu nehmen und in den Alltag zu integrieren.

Und wenn Dich im neuen Jahr das Hamsterrad nach einiger Zeit doch wieder einholt, dann hast Du mit dem Fasten zu Ostern und spätestens mit den Raunächten in 2021  wieder die Gelegenheit, rauszupurzeln.

Tipp: Um in Verbindung mit Dir selbst und Deinen Zielen, Wünschen und Bedürfnissen zu bleiben, bietet sich eine regelmäßige Yogapraxis an. Der Yoga ist vor 1000nden Jahren dafür entwickelt worden, dass wir unseren wahren Wesenskern entdecken können. Er bietet daher immer wieder die Innenschau an, verbindet Dich wärmend und umarmend mit Dir und schafft einen sanft-bewegenden, ent-spannenden Ausgleich zum wahnsinnig coolen und an-spannenden digitalen Zeitalter!

Herzlichst frohe Weihnachten, besinnliche Raunächte und ein zufriedenes neues Jahr,

wünscht Dir

Kathrin