Fehlende Bilder

Das Jahr 2022 beginne ich mit einer Notiz in eigener Sache: Aus Finanzierungsgründen (knapp 30 EUR / Monat für den Business-Tarif haben sich für diese Website nicht wirklich gelohnt) habe ich das WordPress.com-Abo auf eine günstigere Variante umgestellt. Dabei kam es leider zu ganz ‚interessanten‘ Datenbankverwerfungen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Beiträge nicht mehr im WordPress-Reader erscheinen.

Zunächst: Alle Postings sind weiterhin vorhanden. Aber: Irgendwelche Uralt-Entwürfe waren nach dem Downgrade wieder da, während gleichzeitig diverse Fotos und Bilder, die im Laufe des letzten Jahres hochgeladen wurden, scheinbar willkürlich gelöscht sind. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass das Downgrade von Business nicht auf das nächstniedrige Premium erfolgte (was genug Speicherplatz geboten hätte), sondern auf Free, was nicht genug Speicher für Bilder bietet. Scheinbar wurden deshalb nach irgendeinem mir nicht ersichtlichem Prinzip Bilder gelöscht. Das darauf folgende Upgrade von Free auf Premium hat sie nicht wiederhergestellt.

Das bedeutet, dass Sie beim Stöbern durch die Seite möglicherweise auf Beiträge stoßen werden, bei denen Bilder fehlen. Das tut mir leid. Mir war nicht bewusst, dass das passieren würde. Sofern möglich, versuche ich wichtige Bilder zu rekonstruieren, da ich sowieso vorhabe, jeden einzelnen Beitrag durchzugehen, aber wenn das zu viel Aufwand macht, kann es sein, dass ich das zumindest bei meinen eigenen Texten auch einfach lasse.

Durchgehen will ich die Beiträge übrigens, um sie, was das Gendern angeht, kompatibler zu Screenreadern zu machen. Weder das Sternchen noch der Doppelpunkt werden dafür von Verbänden wie dem DBSV als geeignet angesehen. Je nach Typ oder Konfiguration eines Screenreaders funktionieren Sternchen und Doppelpunkt mal, aber mal auch nicht.

Daher möchte ich künftig und rückwirkend die Formulierungen an sich genderneutraler gestalten, anstatt einfach die Wörter durch Sonderzeichen anzupassen. Also zum Beispiel im Kontext von Literatur kein „Autor*innen“ mehr verwenden, sondern etwa „Menschen, die beruflich schreiben“ oder „Personen, die Sachbücher verfassen“ oder „Menschen, die Romane veröffentlichen“ — so in dem Sinne. Oder wenn es um die Teilnahme an einer Veranstaltung ginge, kein „… hatte so und so viel Teilnehmer*innen“ mehr, sondern „so und so viel Menschen nahmen teil“. Die Sätze werden dadurch eventuell etwas länger werden, und es wird auch eine ganze Weile dauern, bis ich alles seit 2019 angepasst habe, aber ich denke, dass das inklusiver ist als bisher. Feedback gerne.

Update zu den Bildern: Die Bilder sind scheinbar nicht gelöscht, sondern noch vorhanden, aber teilweise unter völlig falschem Datum in der Mediathek hinterlegt und scheinbar auch anderer URL. Aber immerhin kann ich es so doch einfacher rekonstruieren.

„Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ von Kathrin Marter jetzt erhältlich (Über/Strom-Buchreihe, Band 3)

Der dritte Band unserer Buchreihe ist endlich erhältlich, sowohl als gedrucktes Buch als auch als e-Book. In „Du bist, was Dich stresst! Tabula Rasa für chronisch Gestresste im digitalen Zeitalter“ zeigt Über/Strom-Autorin, Verhaltensneurobiologin, Yoga-Lehrerin und Coach Dr.in Kathrin Marter, was digitaler Stress mit uns macht und wie wir damit umgehen können. Hier einmal die Verlagsbeschreibung:

Viele Menschen nutzen täglich die Vorteile des digitalen Zeitalters: wenn sie mal eben ihr Zugticket mit dem Smartphone buchen, sich von ebendiesem zum vereinbarten Treffpunkt navigieren lassen und dann per Textnachricht erfahren, dass die werten Kolleg*innen ein paar Minuten zu spät kommen, der Tisch im Restaurant online schon reserviert wurde und das „Tisch-Ticket“ per QR-Code gleich mitsenden. Viele Menschen erfahren sich bei aller Erleichterung zunehmend reizüberflutet, überfordert und in der Folge gestresst.

Buchumschlag "Du bist, was Dich stresst!" von Kathrin Marter
Cover von „Du bist, was Dich stresst!“

Der Begriff und Zustand „Stress“ (heutzutage im Sprachjargon als diffus definierter Normalzustand verankert und schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen) ist allerdings tatsächlich ein Zustand, der vielfältigen Leidensdruck verursacht und krank macht.

Die Autorin unterstützt allgemeinverständlich, anschaulich sowie naturwissenschaftlich und psychologisch fundiert bei der Auseinandersetzung mit Stress, Stressoren und Prozessen der Langzeitgedächtnisbildung. Letztere sind nicht unwesentlich an unserem chronischen Stresslevel beteiligt. Langzeitgedächtnisse, die, häufig schon in der Kindheit geformt, starke negative Glaubenssätze beinhalten. Diese negativen Glaubenssätze erfahren durch die Herausforderungen der digitalen Welt permanente Verstärkung und begünstigen dadurch chronischen Stress – mit seinen für viele Menschen spürbaren Folgen.

Das Buch lädt ein, klärt auf und gibt fundierte, anschauliche und handlungsorientierte Ansätze zur Selbstreflexion und Entwicklung einer gesunden Handlungskompetenz gegenüber dem eigenen Stresslevel, folglich der eigenen Gesundheit und dem eigenen Glück.

Die Autorin Frau Dr.in rer. nat. Kathrin Marter ist promovierte Verhaltensneurobiologin, systemische Coach, Wissenschaftsautorin, Dozentin, Pädagogin, Yogalehrerin und Trainerin. Als Wissenschaftlerin hat sie die psychologischen, neuro- und verhaltensbiologischen und molekularen Grundlagen von Verhalten, Lernen und Gedächtnis erforscht. Heute bringt sie ihr ganzheitliches Expertinnenwissen über Lernen und Gedächtnis, Gesundheit und Krankheit sowie Verhaltensänderungen in Lernumgebungen, beratenden Settings und der Gesundheitsbranche erfolgreich in die praktische Anwendung.

Zwei Jahre Über/Strom

Fast vergessen: Über/Strom hatte schon wieder Geburtstag. Seit zwei Jahren gibt es jetzt diese Mischung aus Blog und Online-Zeitschrift, immer noch auf der Suche nach der Beziehung von Mensch und Digitalisierung.

Das Design der Seite hat sich immer mal wieder verändert; auch habe ich vor ein paar Monaten die Kategorie „Interview“ eingeführt, weil das ja doch ein recht wichtiger Bereich geworden ist.

Ich könnte nun langweilige Statistiken benennen; auswerten, was für Artikel und Themen „gut liefen“ und welche weniger gut, aber ich denke nicht, dass das wirklich von Interesse ist. Ich möchte viel lieber Uta Buttkewitz, Kathrin Marter und Jessica Kathmann für ihre Beiträge danken, und allen Leser*innen für Ihr Interesse! 🙂 Mal sehen, was das nächste Jahr so bringt.

Die Buchreihe

Die Über/Strom-Website begleitet die gleichnamige Buchreihe, deren erste zwei Bände 2020 erschienen sind:

Und bald erscheint der nächste Band:

Weitere Bände sind in Arbeit.

Eine Auswahl interessanter Artikel

Wie schon letztes Jahr, folgt auch hier wieder eine unvollständige Auswahl interessanter Artikel, die seit Beginn veröffentlicht wurden. Die Liste habe ich teils so gelassen wie 2020, teils etwas angepasst, damit sie nicht zu lang wird.

Gesellschaft / Medien / Kommunikation

Leben mit Technik

Umwelt und Nachhaltigkeit

Leben mit (und ohne) Corona

Bücher und Filme

Neben den hier aufgeführten Artikeln gibt es noch eine ganze Menge mehr — über das Kategorien-Menü, das Archiv auf der rechten Seite und die Schlagwort-Wolke kann man sie durchstöbern.

Rezension zu „Let’s Play“ bei Spektrum.de

Auf der Wissenschaftsseite spektrum.de hat Adrian Lobe eine Rezension zu „Let’s Play! Was wir aus Computerspielen über das Leben lernen können“ geschrieben. Der Autor und Journalist findet den zweiten Band unserer Buchreihe „aufschlussreich und differenziert“. Das Buch mache Lust, selbst zu Spielen wie Sim City oder einem Flugsimulator zu greifen. Hier geht es zum Artikel: https://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-lets-play/1805897

2020 >> 2021

Ich weiß nicht, ob es am allgemeinen Älterwerden liegt, dass das Jahr 2020 für mich subjektiv sehr sehr schnell vergangen ist, oder an den drei medialen Pfeilern Corona, Brexit und Trump, die zwar mit zeitweise unterschiedlicher Gewichtung, aber doch zu jeder Tages- und Nachtzeit die großen Zeitungen, Nachrichtensendungen und Internetportale dominierten, andere Themen an den Rand drängten (etwa die Flüchtlingssituation in Moria oder die starken Wald- und Buschbrände in den USA und in Australien) und so keine Pause, kein zur-Ruhekommen zuließen, oder doch nur eines, zu dem ich mich wirklich zwingen musste.

Die Idee, doch einfach entsprechenden Medienkonsum zu reduzieren, ist nicht einfach umzusetzen, wenn man medientheoretisch-kommunikationssoziologisch geprägt ist. Das gehört dann nicht nur zur (frei)beruflichen Identität, sondern zum ganzen Selbstbild. Immerhin, im Lauf des Jahres gelang es mir, nicht mehr bis nachts zwischen Spiegel, Zeit, Süddeutscher, taz und FAZ hin und her zu „zappen“, und im Spätsommer war ich dann so weit, mich nur noch morgens auf den aktuellen Stand zu bringen. Und seit Weihnachten habe ich fast gar nicht mehr ins Internet geschaut, selbst E-Mails nur sporadisch gecheckt.

2020

Auf der aktiven, Medien produzierenden, Seite verging das Jahr ebenfalls sehr schnell. Vier große Projekte dominierten 2020. Zum einen kam mein Fachbuch „Nutzerverhalten verstehen — Softwarenutzen optimieren“ auf den Markt. Darin erkläre ich kurz und knapp, wie sich spätere Probleme der Softwarenutzung abfangen lassen, wenn man stärker als allgemein üblich qualitative Beobachtungen von Nutzer*innen während der Entwicklung einbezieht und dies vor bestimmten system- und differenztheoretischen Ansätzen auswertet. Im Allgemeinen findet sowas auch in sogenannten agilen Methoden nur in kleinem Rahmen statt; ich plädiere dafür, das auszuweiten. Kontext des Buches sind auch Gedanken zu mehr Transparenz, was Prozesse und Ergebnisse des Einsatzes von Software angeht, und zu denen ich im Januar zwei längere Artikel im Über/Strom-Blog veröffentlichen möchte.

Das zweite große Projekt war im August das GameStar-Sonderheft zum neuen Microsoft Flight Simulator, das einen großen Teil des Sommerurlaubs einnahm. Wir waren zu der Zeit gerade im Schwarzwald, im „Haus Rehblick“ in Saig, wo „zufällig“ auch Sitz des VST-Verlags und des FS MAGAZINs (der einzigen deutschsprachigen Fachzeitschrift zur Flugsimulation) ist. Die Tage teilten sich in schreiben (vormittags) und wandern (nachmittags). Ich habe ca. 48 der 146 Seiten des Hefts verfasst, vor allem Anleitungen/Tutorials. Das war alles ziemlich aufregend und stressig, weil wir nur wenig Zeit zur Verfügung hatten; gleichzeitig freue ich mich sehr, dass ich daran mitarbeiten konnte, weil mir gerade die Sonderhefte immer sehr gefallen (… die sind auch sehr hochwertig gedruckt).

Kurz vor dem Urlaub gelang es mir noch, mein Sachbuch „Let’s Play! Was wir aus Computerspielen über das Leben lernen können“ abzugeben. Im Gegensatz zu meinen anderen Büchern habe ich „Let’s Play“ auch selbst layoutet. Nicht, dass mir das Standardlayout meines Verlags nicht gefallen würde, aber ich wollte gerne zweispaltigen Satz, farbige Überschriften und Flexibilität bei der Bildgestaltung. Für den Satz habe ich die Open-Source-Software Scribus verwendet, was einige Einarbeitung benötigte. Das Endergebnis halte ich für recht gelungen, zumindest scheine ich keine ganz krassen Fehler gemacht zu haben. Als das Buch dann im November 2020 endlich erschien und ich meine drei Freiexemplare in der Hand hielt, war ich daher doppelt zufrieden.

Das vierte große Projekt schließlich ist die Buchreihe „Über/Strom“, in der „Let’s Play“ erschien und zu der auch dieses Blog gehört. Der erste Band der Reihe war im Frühjahr „Smiley, Herzchen, Hashtag. Zwischenmenschliche Kommunikation im Zeitalter von Facebook, WhatsApp, Instagram @ Co.“ von Dr. Uta Buttkewitz (Uni Rostock), die ebenfalls Herausgeberin der Reihe ist. Zwei Gedanken aus dem medientheoretisch fundierten Band haben es mir besonders angetan: die These, dass Kommunikation im Internet oft nur ein kurzer, folgenloser Kontakt ist, der mehr der Selbstbestätigung dient als einem ‚echten‘ Austausch, und dass wir deshalb in einem „Zeitalter des Verschwindens“ leben würden (siehe dazu auch das Interview, das ich mit der Autorin vor einiger Zeit führte).

Neue Über/Strom-Bücher 2021

Und es geht weiter — 2021 erscheinen unter anderem folgende Bände:

Das Buch „Wer sehen will, muss spüren“ beschäftigt sich aus vorwiegend leibphänomenologischer Sicht sowie mit Bezügen zur Psychologie mit dem Schauen von Filmen und Serien. Die Germanistin, Philosophin und Lehrerin an einer berufsbildenden Schule Wiebke Schwelgengräber fragt darin, wie wir leiblich (als Abgrenzung zur Körperlichkeit der üblichen Sinnensorgane) von Filmen/Serien betroffen sind, wenn es etwa um die Entstehung und Wahrnehmung von Atmosphären und Gefühlen geht.

Im Buch „Tabula Rasa 2.0“ geht die Neurobiologin Dr. Kathrin Marter dem Stress in unserer digitalen Welt nach. Sie zeigt anschaulich, was Stress ist und wie er entsteht, und gibt vielfältige Anregungen zu einem bewussteren Umgang mit dem Phänomen im Alltag. Leser*innen des Über/Strom-Blogs kennen die Autorin bereits aus mehreren Beiträgen.

Weitere Bände der Reihe sind bereits in Planung; mehr dazu zu gegebener Zeit.


Soweit mein kleiner Jahresrückblick bzw. -vorgriff.

Möge das Jahr 2021

ruhiger

gesünder und

(zwischen)menschlicher sein.

1 Jahr Über/Strom – 100 Beiträge zwischen Mensch und Technik

„Über/Strom: Wegweiser durchs digitale Zeitalter“: Im Mai 2020 ist unsere kleine Online-Zeitschrift ein Jahr alt geworden und gestern wurde der 100. Artikel veröffentlicht. In unserer Zielsetzung schrieben wir vor einem Jahr:

„Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft – das ist nicht bloß eine Behauptung von Wissenschaft und Medien, sondern wir alle erleben das jeden Tag. Die Welt scheint in rasendem Tempo zu drehen, und wir sind mittendrin in diesem Flirren. Aber wo genau?“

Diese Website und unsere Buchreihe, deren erster Band ebenfalls 2020 erschienen ist,

„sollen Wege durch das Dickicht der ständig neuen technologischen Entwicklungen gefunden werden, um souverän und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen – ohne sich durch die digital entstandene neue Komplexität der Welt aus der Ruhe bringen zu lassen.“

Einige unserer Artikel sind eher typische Blogbeiträge, andere haben eher einen feuilletonistischen Charakter. Einige sind theoretischer, andere sollen praktische Tipps geben. Daneben gibt es immer mal wieder Interviews mit interessanten Personen. Im Folgenden möchte ich einige Artikel noch einmal besonders hervorheben.

Eine Auswahl interessanter Artikel

Gesellschaft / Medien / Kommunikation

Leben mit Technik

Umwelt und Nachhaltigkeit

Leben und Corona

Bücher und Filme

Neben den hier aufgeführten Artikeln gibt es noch eine ganze Menge mehr — über das Kategorien-Menü, das Archiv auf der rechten Seite und die Schlagwort-Wolke kann man sie durchstöbern.

Am anderen Ende der Hotline – Kafka lässt grüßen

Sicher hat sich jede*r schon mal über die berühmten Warteschleifen in Hotlines geärgert genauso wie über die Tatsache, dass man ständig neue Mitarbeiter*innen an der Strippe hat, denen man zum x-ten Mal sein Anliegen vorbeten muss – auch wenn es das so genannte Ticketsystem gibt und jede*r Mitarbeiter*in immer wieder Notizen zum jeweiligen Fall macht, so dass die*der nächste Mitarbeiter*in mit Hintergrundwissen den Fall bearbeiten kann.

Vor zwei Wochen war es dann wieder soweit: Die Corona-Krise war da, die ersten Videokonferenzen verliefen holprig – ich musste also endlich ein Upgrade meines Internetvertrages vornehmen lassen, damit ich im Home Office gut arbeitsfähig bin und auch aktiv an Videokonferenzen teilnehmen kann und nicht nur zugucken muss, wenn Gespräche nicht so verlaufen wie ich es möchte, mich aber nicht zu Wort melden kann, weil mich keiner hört. Ich hatte schon lange über ein Upgrade nachgedacht, es aber immer wieder verschoben – nicht zuletzt aus Angst vor Hotlines und den daraus resultierenden Schwierigkeiten. Leider kam es wie befürchtet, obwohl es am Anfang scheinbar ganz gut lief.

Ich rief also bei meinem Internetanbieter vor Ort an, der für ein großes Telekommunikationsunternehmen Servicedienstleister ist. Sofort konnte ich auch mit einem Mitarbeiter telefonisch sprechen, der mich auch bis jetzt noch gut und schnell berät. Aber er machte mich auf ein entscheidendes Detail nicht aufmerksam – nämlich, dass mein neuer Vertrag kein WLAN enthielt.

Das neue Modem kam dann also pünktlich innerhalb von zwei Tagen nach Vertragsabschluss – ich war erleichtert und dachte bei mir, jetzt easy das Modem anschließen und alles ist gut. Der Anschluss verlief auch problemlos; nur: ich hatte zwar Internet, aber kein WLAN. Mmh, an meinem nagelneuen Rechner konnte es nicht liegen – also den Technischen Service des Telekommunikationsunternehmens anrufen – es war Wochenende und der Service vor Ort nicht erreichbar.

Da es Wochenende war und kurz nach Beginn der Coronakrise – hing ich teilweise bis zu einer Stunde in der Warteschleife. Der erste Mitarbeiter sagte mir, dass der neue Vertrag erst ab 00:00 Uhr gilt. Also schlief ich beruhigt ein und wartete gespannt auf den nächsten Morgen: Kein WLAN weit und breit– also wieder die Hotline anrufen. Jetzt sagte mir der gleiche Mitarbeiter, dass er gerade sieht, dass in meinem Vertrag gar kein WLAN gebucht wurde. Ich war erstaunt, war ich doch wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass WLAN heutzutage immer inklusive ist, zumal ich auch vorher WLAN hatte – allerdings mit einem selbst gekauften Modem. Und mein neuer Rechner besitzt auch gar keinen LAN-Anschluss mehr. Und ich hatte auch keine Lust, mir einen teuren Adapter zu kaufen. Also was folgte? Richtig, ein erneuter Anruf bei der Hotline, diesmal beim Kundenservice. Der Mitarbeiter vom Technischen Service gab mir nämlich den Tipp, dort anzurufen und das Problem zu schildern, dass er übrigens selbst unmöglich fand – ich war also an einen kritischen Mitarbeiter geraten, immerhin. Die Mitarbeiter*innen dort würden mir das wahrscheinlich kostenlos dazubuchen – das Problem schien also öfter vorzukommen.

Ich rief also beim Kundenservice an und nach einer Stunde Wartezeit sagte mir dort eine Mitarbeiterin, dass sie jetzt bei meinem neuen Vertrag WLAN kostenlos dazugebucht hätte, obwohl sie das eigentlich nicht dürfe. Die neuen Verträge würden über Nacht freigeschaltet – spätestens am nächsten Vormittag hätte ich mein WLAN. Es wurde eine aufregende Nacht – am nächsten Morgen würde endlich alles gut sein, hoffte ich. Aber täglich grüßt das Murmeltier – wieder kein LED-Blinken am Modem. Sie können sich sicher vorstellen, was nun folgte… Ein netter Mitarbeiter vom Technischen Service sagte mir, dass er gerade sehe, dass das WLAN nicht dazugebucht wurde. Ich sagte, dass die andere Mitarbeiterin mir hundertprozentig gesagt hat, dass sie mein WLAN dazugebucht hätte. (Außerdem hatte ich in meiner Euphorie das Gespräch mit ihr super bewertet) Es half nichts, er wüsste auch nicht warum dies nicht passiert sei – er vom technischen Service könne das Problem jedoch leider nicht beheben, weil er mit dem Kundenservice nicht kommunizieren kann, was ihn selbst nerve. Danach hatte ich dann einen netten weiteren Mitarbeiter vom Kundenservice an der Hotline, der mir jetzt das WLAN noch einmal dazu buchte und mir versprach, dass es am nächsten Morgen definitiv so weit sei. Ich, mittlerweile schon zur Hotline-Expertin und zum Kontrollfreak geworden, rief clever wieder beim Technischen Service an und ließ mir dort bestätigen, dass diesmal das WLAN wirklich dazugebucht worden sei. Können Sie eigentlich noch folgen? Mir fiel es selbst schon schwer.

Zufrieden ging ich ins Bett und schlummerte ein. Am nächsten Tag schien wie immer die Sonne und es schien, ein perfekter Tag zu werden. Sie können sich sicher vorstellen, was passierte? Genau, gar nichts, nothing, zero – keine blinkende LED-Leuchte an der entscheidenden Stelle. Nahe dem Nervenzusammenbruch rief ich jetzt bei meinem Internetanbieter vor Ort an (das Wochenende war ja vorbei) und hatte sofort eine nette, verständnisvolle Mitarbeiterin am Apparat, bei der ich mich gleich geborgen und gut aufgehoben fühlte – ach wie schön – endlich jemand, die sich kümmert und keine anonyme, unwirkliche Hotline. Sie sagte mir, dass sie selbst eigentlich denkt, dass in meinem Vertrag das WLAN inklusive sei. Sie werde sich noch einmal mit einem Kollegen besprechen, der mich dann zurückruft. Parallel habe ich an meinen ersten Berater (sie erinnern sich) eine E-Mail geschrieben und mein Anliegen geschildert – ich wollte jetzt keinen Kommunikationsweg ungenutzt lassen – ich war wütend und selbstbewusst und mir verblieb nur noch ein Tag bis zur nächsten Videokonferenz.

Der erwartete Anruf von meinem lokalen Internetanbieter kam und ich erhielt die Antwort, dass die Zubuchung des WLANs im System hängengeblieben war. Ich hatte keine Kraft mehr, nach dem WARUM zu fragen und mich darüber aufzuregen, wie so etwas denn passieren könne. Mein Herz wurde leicht, als mir der nette Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung sagte, dass er es jetzt endlich geschafft hätte, das WLAN zu aktivieren. Auf einmal blinkte es an meinem Modem – erst noch ganz zaghaft und dann dauerhaft. Welch ein Glücksgefühl durchströmte mich in dieser Sekunde. Ich genoss diesen Moment. Vielleicht war der ganze Ärger mit der Hotline nur nötig, um mir mal wieder so einen richtigen Glücksmoment in der Krise zu verschaffen – DANKE HOTLINE!!!

Ich könnte jetzt diese Geschichte ausführlich weitererzählen und davon berichten, dass ich danach noch versucht habe, meinen WLAN-Kennwortschlüssel zu ändern, was nicht klappt, weil ich dieses über WLAN versuchte – dieses Wissen bekam ich aber erst nach zwei weiteren Hotline-Anrufen heraus. Schließlich rettete mich ein YouTube-Video vor einem weiteren Nervenzusammenbruch, weil mir die Mitarbeiterin der Hotline sagte, sie dürfe mir nicht sagen, wie mein Netzwerkschlüssel wieder vom PC erkannt würde – ich müsse dazu einen PC-Spezialisten befragen.

Am Ende war das Upgrade des Internets notwendig und sehr hilfreich (bin jetzt auch zufrieden), aber bei den Videokonferenzen verstand mich nach wie vor niemand. Schließlich fehlte die Installation eines Audiotreibers bei meinem neuen Rechner, was ich eines Abends zufällig entdeckte.

Dieses ganze Vorkommnis dauerte insgesamt eine Woche – ich war völlig erschöpft. Jetzt, zwei Wochen später, kann ich endlich ohne zu viele Emotionen darüber schreiben.

Wer wissen möchte, warum es gerade im digitalen Zeitalter so schwierig ist, den richtigen Kommunikationsweg zu finden und warum neben standardisierten Kommunikationscodes das „Zwischenmenschliche“ genauso wichtig ist, dem empfehle ich mein Buch „Smiley. Herzchen. Hashtag. Zwischenmenschliche Kommunikation im Zeitalter von Facebook, WhatsApp, Instagram @ Co.“, das seit gestern auch als Taschenbuch erhältlich ist.

Smiley. Herzchen. Hashtag. Zwischenmenschliche Kommunikation im Zeitalter von Facebook, WhatsApp, Instagram & Co.“ von Uta Buttkewitz ist jetzt bei Springer Fachmedien erschienen. Das Buch ist der erste Band der Buchreihe „Über/Strom: Wegweiser durchs digitale Zeitalter“.

(Titelbild Blogeintrag: Helmuth Pandora / pixabay.com)